Ionis-Aktie fällt nach Pelacarsen-Flop: Phase-III-Herzstudie verfehlt Primärziel

Ionis Pharmaceuticals Inc. AI Generated

Kurzüberblick

  • Pelacarsen von Ionis und Novartis senkte zwar den Lipoprotein(a)-Spiegel, verfehlte aber in Phase III den Primärendpunkt.
  • Die Studie belegte keinen ausreichenden Schutz vor Herzinfarkt, Schlaganfall oder kardiovaskulärem Tod.
  • Die Ionis-Aktie verlor in der ersten Reaktion rund zehn Prozent, während auch Amgen wegen seines ähnlichen Präparats Olpasiran unter Druck geriet.
  • Eine FDA-Zulassung für eine Therapie gegen Alexander-Krankheit liefert Ionis zugleich einen positiven Pipeline-Impuls.

Marktanalyse & Details

Pelacarsen scheitert am entscheidenden Studienziel

Das gemeinsam von Ionis Pharmaceuticals und Novartis entwickelte Herzmedikament Pelacarsen hat in der Phase-III-Studie Lp(a)-Horizon den Lipoprotein(a)-Spiegel der Teilnehmer zwar reduziert. Das eigentliche Primärziel wurde jedoch nicht erreicht: Die Behandlung zeigte keinen erhofften klinischen Nutzen bei der Vermeidung von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder kardiovaskulären Todesfällen.

Für die Bewertung des Wirkstoffs ist dieser Unterschied entscheidend. Eine Verbesserung eines biologischen Messwerts reicht bei einem kardiovaskulären Medikament nicht aus, wenn sich daraus kein belastbarer Schutz vor schweren Ereignissen ableiten lässt. Damit steht nicht nur die Zulassungsperspektive, sondern auch das erwartete Umsatzpotenzial von Pelacarsen infrage.

Umsatzerwartungen sinken deutlich

Analysten haben ihre Modelle nach dem Studienausfall angepasst. Die risiko-adjustierten Umsatzerwartungen für Pelacarsen von bis zu 1,3 Milliarden US-Dollar wurden vollständig aus einer Bewertung gestrichen. Andere Marktschätzungen waren zuvor sogar von einem Spitzenumsatz von rund zwei Milliarden US-Dollar ausgegangen.

  • Ionis gilt als Entwickler des Wirkstoffs, Novartis als Lizenznehmer und Vermarktungspartner.
  • Amgen geriet wegen der negativen Signalwirkung für das vergleichbare Präparat Olpasiran ebenfalls unter Druck.
  • Als Gegengewicht wurde die Umsatzschätzung für das jüngst erfolgreiche Medikament Remibrutinib von einer auf zwei Milliarden US-Dollar verdoppelt.

Die Neubewertung schlug sich zunächst in den Aktienkursen nieder: Novartis verlor an der Schweizer Börse fast vier Prozent, Ionis rund zehn Prozent und Amgen etwa fünf Prozent gegenüber dem US-Schlusskurs vor dem langen Wochenende. Im späteren Handel an der Lang & Schwarz Exchange lag Ionis bei 42,59 Euro; die Tagesveränderung wurde mit 0 Prozent ausgewiesen. Seit Jahresbeginn steht die Aktie damit weiterhin 36,34 Prozent im Minus.

Analysten-Einordnung

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt die gescheiterte Pelacarsen-Studie vor allem als Verlust eines großen langfristigen Wachstumstreibers bewertet. Die Senkung der risiko-adjustierten Umsatzbeiträge fällt besonders ins Gewicht, weil klinische Fehlschläge in einem späten Entwicklungsstadium die erwartete Rendite der bisherigen Forschungskosten deutlich verschlechtern können.

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Bewertung von Ionis stärker von anderen Pipeline-Projekten und der erfolgreichen Kommerzialisierung bereits zugelassener Therapien abhängt. Die FDA-Zulassung für die Behandlung der seltenen Alexander-Krankheit ist daher ein wichtiger positiver Gegenpol, kompensiert den Wegfall eines potenziellen Milliardenprodukts aus heutiger Sicht aber nicht automatisch. Entscheidend werden nun weitere regulatorische Fortschritte, Markteinführungsdaten und belastbare Umsatzzahlen aus den übrigen Programmen sein.

Fazit & Ausblick

Der Pelacarsen-Flop verschärft den Bewertungsdruck auf Ionis, weil ein Wirkstoff mit nachgewiesener Biomarker-Wirkung keinen klinischen Schutz vor schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen zeigte. Kurzfristig dürften weitere Pipeline- und Zulassungsnachrichten die Aktie bewegen. Eine nachhaltige Erholung setzt aus Marktsicht voraus, dass Ionis mit der zugelassenen Alexander-Krankheits-Therapie und anderen Entwicklungsprogrammen den erwarteten Umsatzbeitrag glaubhaft nachweisen kann.

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