Ionis-Aktie fällt 11 Prozent: Pelacarsen verfehlt wichtigen Phase-III-Endpunkt
Kurzüberblick
- Pelacarsen verfehlt in der Phase-III-Studie Lp(a)Horizon den Primärendpunkt zum Schutz vor schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen.
- Der Wirkstoff senkte zwar den Lipoprotein(a)-Spiegel, zeigte aber keinen erhofften Nutzen bei Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulärem Tod.
- Die Ionis-Aktie verliert am 7. September 2026 an der Lang & Schwarz Exchange 11,03 Prozent auf 41,69 Euro.
- Analysten streichen für Pelacarsen Umsatzpotenzial von bis zu 1,3 Milliarden US-Dollar aus ihren Bewertungsmodellen.
Marktanalyse & Details
Studienergebnis setzt Ionis unter Druck
Der Rückschlag bei Pelacarsen belastet Ionis Pharmaceuticals deutlich. Das gemeinsam mit Novartis entwickelte Herz-Kreislauf-Medikament erreichte in der Phase-III-Studie Lp(a)Horizon zwar das gewünschte biologische Signal und senkte den Lipoprotein(a)-Spiegel. Das entscheidende klinische Ziel wurde jedoch verfehlt: Pelacarsen konnte den Schutz vor Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulärem Tod nicht überzeugend nachweisen.
Die Enttäuschung trifft neben Ionis und Novartis auch Amgen. Das Unternehmen entwickelt mit Olpasiran ein ähnliches Medikament gegen erhöhte Lipoprotein(a)-Werte. Der Misserfolg von Pelacarsen weckt deshalb Zweifel, ob sich die Senkung dieses Risikofaktors allein in einen belastbaren klinischen Vorteil übersetzen lässt.
Analysten korrigieren Umsatzpotenzial
Die Zürcher Kantonalbank nimmt ihre risikoadjustierten Umsatzerwartungen für Pelacarsen von bis zu 1,3 Milliarden US-Dollar vollständig aus dem Modell. Vontobel hatte sogar ein Spitzenumsatzpotenzial von 2 Milliarden US-Dollar angesetzt. Für Novartis wirkt eine höhere Umsatzschätzung für das erfolgreiche Medikament Remibrutinib teilweise gegenläufig: Vontobel verdoppelte diese Prognose von 1 auf 2 Milliarden US-Dollar, senkte das Kursziel unter dem Strich aber nur moderat.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt Pelacarsen nicht mehr als künftigen Wachstumstreiber einpreist, sondern den Wert des Programms weitgehend aus den Prognosen entfernt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine deutlich höhere Bedeutung der übrigen Pipeline von Ionis. Der Kursrückgang ist daher nicht nur eine Reaktion auf eine einzelne Studie, sondern auch eine Neubewertung der erwarteten künftigen Umsatzbasis.
Kursentwicklung und Gegenpol in der Pipeline
Die Ionis-Aktie notiert am 7. September 2026 um 13:52 Uhr bei 41,69 Euro und liegt damit 11,03 Prozent unter dem vorherigen Schlusskurs. Seit Jahresbeginn hat das Papier 37,68 Prozent verloren. Der heutige Rückgang fällt damit in einen bereits schwachen übergeordneten Kurstrend.
Einen positiven Gegenpol bildet die Ende vergangener Woche gemeldete FDA-Zulassung eines Ionis-Medikaments gegen die seltene Alexander-Krankheit. Sie unterstreicht, dass das Unternehmen neben Pelacarsen weitere klinische und kommerzielle Chancen besitzt. Die Zulassung kompensiert kurzfristig jedoch nicht den Wegfall eines möglichen Milliardenprodukts im Herz-Kreislauf-Bereich.
Fazit & Ausblick
Entscheidend für die weitere Entwicklung der Ionis-Aktie sind nun die Reaktion von Ionis und Novartis auf die Lp(a)-Horizon-Daten, mögliche Folgestudien sowie der kommerzielle Start des zugelassenen Medikaments gegen Alexander-Krankheit. Anleger sollten außerdem beobachten, ob Analysten ihre Umsatz- und Kurszielmodelle für Ionis weiter senken oder die übrige Pipeline den Bewertungsdruck abfedern kann.
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