ING Groep Aktie: Q3-Gewinn verfehlt Erwartungen trotz höherer Zinserträge
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- ING erzielte im dritten Quartal 1,85 Milliarden Euro Nettogewinn und blieb damit unter den Erwartungen.
- Der Zinsüberschuss stieg gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro.
- Höhere Kosten und Kreditrückstellungen bremsten den Gewinn; im Großkundengeschäft sollen 400 Stellen wegfallen.
- Für Dividende und Aktienrückkäufe plant die Bank Ausschüttungen von bis zu 1,9 Milliarden Euro.
Marktanalyse & Details
Mehr Zinsertrag, aber Gewinn unter Prognose
ING steigerte die Erträge im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp sechs Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss legte um 15 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro zu; auch das Provisions- und Gebührengeschäft entwickelte sich besser als ein Jahr zuvor. Dennoch reichte das Wachstum nicht für einen Ergebnissprung: Der Nettogewinn erhöhte sich lediglich um 3,5 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro. Analysten hatten mit etwas mehr als zwei Milliarden Euro gerechnet.
Belastend wirkten vor allem höhere Aufwendungen. Die Rückstellungen für notleidende Kredite stiegen auf 403 Millionen Euro – fast ein Viertel mehr als im Vorjahresquartal. Auch die Betriebskosten nahmen zu, während die sonstigen Erträge deutlich zurückgingen. Zudem blieb der Vorsteuergewinn laut erster Analysteneinschätzungen hinter den Erwartungen zurück.
Aktie unter Druck, Ausschüttungen als Gegengewicht
Die ING-Aktie stand nach der Veröffentlichung unter Druck. Um 11:07 Uhr notierte sie bei 28,575 Euro und lag damit 2,92 Prozent im Minus. Auch der europäische Bankensektor gab nach; bei mehreren Instituten belasteten Quartalszahlen die Branchenstimmung.
Als Unterstützung für Anleger nennt ING eine geplante Kapitalausschüttung von bis zu 1,9 Milliarden Euro, die Dividenden und Aktienrückkäufe umfasst. Der Rückkauf fiel nach Einschätzung von Analysten höher aus als erwartet. Zugleich kündigte die Bank an, im Großkundengeschäft 400 Stellen abzubauen und den Bereich neu auszurichten.
Analysten-Einordnung: Das Quartal zeigt, dass höhere Zinserträge allein den Gewinn nicht zuverlässig nach oben treiben, wenn Kreditrisikovorsorge und Kosten gleichzeitig steigen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben dem Zinsüberschuss vor allem die Kostenkontrolle und die weitere Qualität des Kreditportfolios entscheidend bleiben. Die angekündigten Rückkäufe stützen die Kapitalrückführung, ändern aber nichts daran, dass das operative Ergebnis die Erwartungen verfehlt hat.
Fazit & Ausblick
ING hält an ihrem Jahresziel von Gesamterträgen von mehr als 24,5 Milliarden Euro fest. In den ersten neun Monaten lag die Rendite auf das materielle Eigenkapital bei 15,6 Prozent. Im weiteren Jahresverlauf wird entscheidend sein, ob die Bank den Kostendruck begrenzen und die Ertragsentwicklung trotz höherer Risikovorsorge stabilisieren kann.
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