Honeywell-Spin-off: Daiwa stuft Honeywell Technologies auf Outperform hoch – Kursziel 255 USD

Honeywell International Inc.

Kurzüberblick

Nach Abschluss der Abspaltung des Luftfahrtgeschäfts hat Daiwa die Aktie von Honeywell auf Outperform von Neutral hochgestuft. Der Analyst erhöht das Kursziel auf 255 US-Dollar nach 240 US-Dollar, gestützt auf das stärkere Gewinnhebelpotenzial der verbleibenden, fokussierteren Gruppe.

Die Verselbstständigung der Aerospace-Einheit wurde am 29. Juni 2026 vollzogen; gleichzeitig startete Honeywell Aerospace als eigenständiger Börsenwert. Für Honeywell selbst gilt fortan die neue Struktur als Honeywell Technologies Inc. – die Aktie notiert zur Marktzeit am 30.06.2026 bei 199,12 EUR, nach -2,18% am Tag.

Marktanalyse & Details

Spin-off neu geordnet: Zwei Unternehmen, klarere Story

Mit dem Spin-off entstand aus dem bisherigen Aerospace-Bereich ein eigenständiger Wert (Honeywell Aerospace), der am Nasdaq-Start bereits unabhängig gehandelt wird. Parallel bleibt der verbleibende Honeywell-Konzern (künftig Honeywell Technologies) im S&P 500, während Honeywell Aerospace die Rolle im S&P 100 zum Handelsstart am 30. Juni übernimmt.

Für den Kapitalmarkt ist die Trennung vor allem ein Transparenzgewinn: Investoren können künftig gezielter zwischen Luftfahrt-/Aerospace-Zyklik und dem stärker technologiegetriebenen Industrie- und Softwareanteil unterscheiden. Genau diese Portfolio-Fokussierung greift Daiwa als Treiber der Neubewertung auf.

Daiwas Upgrade: Kursziel steigt – Fokus auf Earnings-Leverage

Daiwa sieht das entscheidende Argument in einem potenziellen Earnings-Leverage durch das nun „mehr fokussierte“ Portfolio. Konkret nennt der Analyst die Erwartung solider Ergebniswachstumsaussichten für die verbleibende Einheit nach der Abspaltung.

  • Kursziel: 255 USD (zuvor 240 USD)
  • Rating: Outperform von Neutral
  • Geschätzte EPS (Honeywell Tech): 2026E 8,20, 2027E 9,50, 2028E 10,75

Wachstumsannahmen: Mehr Mix aus Software & Services

Im Modell untermauert Daiwa die Story mit Kennzahlen zur Umsatzdynamik: Die Gesellschaft soll eine Umsatz-CAGR von 4% bis 6% anstreben, in einem Markt, der laut Einschätzung 3% bis 4% wächst. Dabei rücken zwei Hebel in den Vordergrund:

  • Installed Base: Rund 60% der Verkäufe sollen aus einer wachsenden installierten Basis kommen – mit Fokus auf höher wachsendem Endmärkten wie Data Centern, LNG, Grid-Infra, Life Sciences, Healthcare und Hospitality.
  • Software & Services: Rund 40% der Erlöse sollen perspektivisch auf 45% steigen; hierfür nennt Daiwa u. a. Forge als Enabler.

Strategisch verweist der Analyst zudem auf die Möglichkeit, das Portfolio im Bereich Industrial Automation und Sensors/Measurement mittelfristig über M&A auszubauen. Längerfristig sieht das Management außerdem Potenzial für eine Ausweitung bis hin zu PLCs im diskreten Markt.

Analysten-Einordnung: Das Upgrade wirkt vor allem wie eine Neubewertung der „RemainCo“-Geschichte nach dem Spin-off: Ein fokussierterer Geschäfts-Mix und die stärkere Gewichtung von Software & Services können die Profitabilitäts- und Wiederkehr-Komponenten sichtbar machen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung aber auch: Der Markt wird nach der Trennung besonders genau beobachten, ob die versprochenen Mix-Ziele (Software-/Services-Anteil) sowie die Umsatzhebel aus der installierten Basis tatsächlich in Ergebnistrends übersetzen. Zudem kann die anfängliche Re-Preisbildung durch Unternehmensmaßnahmen wie Umstellungen im Umfeld der Abspaltung kurzfristig zu Volatilität führen – die Fundamentalwirkung muss sich in den nächsten Quartalsberichten bestätigen.

Was die heutige Kursreaktion signalisiert

Dass die Aktie am 30.06. trotz des Analysten-Upgrades unter Druck steht (Tagesperformance -2,18%), deutet darauf hin, dass ein Teil der Erwartungen bereits im Vorfeld in der Kursbildung steckt oder Investoren zunächst die operative Umsetzung der Trennung abwarten. Das kann sich jedoch drehen, sobald die neuen Kennzahlen der klar getrennten Einheiten greifbar werden.

Fazit & Ausblick

Die Abspaltung und die damit verbundene Portfolio-Neuausrichtung liefern den inhaltlichen Treiber für die höhere Bewertung: Fokus, Wachstum und stärkerer Software-/Services-Beitrag. Für die nächsten Schritte dürfte entscheidend sein, wie Honeywell Technologies die eigenen Wachstumsziele beim Umsatzmix untermauert und ob sich die angekündigten Hebel in den Ergebniszahlen der kommenden Quartale zeigen.

Besonders im Blick bleiben sollten die nächsten Quartalszahlen von Honeywell Technologies sowie potenzielle Updates zum Ausblick und zur Kapitalmarktkommunikation nach dem Spin-off. Parallel wird Honeywell Aerospace als neu strukturierter Börsenwert die Aufmerksamkeit auf sich ziehen – unter anderem durch die beginnende Rolle in den Indizes.

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