Home Depot-Aktie: Bernstein sieht keine Erholung und bevorzugt Lowe’s für den Rebound

Home Depot Inc., The AI Generated

Kurzüberblick

  • Bernstein erwartet kurzfristig keine Erholung der US-Heimwerkernachfrage und senkt die Prognose für Home Depot und Lowe’s im Geschäftsjahr 2027 auf rund 2 Prozent vergleichbares Umsatzwachstum.
  • Nur 27 Prozent der US-Hausbesitzer wollen in den kommenden zwölf Monaten mehr für Renovierungen ausgeben – der niedrigste Wert seit zwei Jahren.
  • Bei professionellen Handwerkern erreichten Verschiebungen und Stornierungen geplanter Aufträge im zweiten Quartal 2026 mit 60 Prozent einen neuen Höchststand.
  • Bernstein bevorzugt Lowe’s kurzfristig wegen der günstigeren Bewertung und der aus Analystensicht besseren Positionierung für eine spätere Markterholung.

Marktanalyse & Details

Schwache Nachfrage belastet Home Depot

Bernstein rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit einer gedämpften Nachfrage nach Heimwerkerleistungen im Bereich von 0 bis 1 Prozent. Als Gründe gelten die angespannte Haushaltslage, hohe Finanzierungskosten und eine geringe Bereitschaft der Eigentümer, größere Renovierungsprojekte zu starten.

Die Rahmenbedingungen am US-Immobilienmarkt erschweren eine kurzfristige Belebung zusätzlich. Laut der Analyse verfügen 78 Prozent der Hypothekennehmer über Zinssätze von unter 6 Prozent. Gleichzeitig rechnen Makroökonomen inzwischen eher mit weiteren Zinserhöhungen als mit baldigen Senkungen. Das dürfte den Wohnungswechsel und die Finanzierung größerer Renovierungen weiter bremsen.

Profi-Kunden verschieben Projekte

Auch das Geschäft mit professionellen Handwerkern zeigt Anzeichen einer Abkühlung. Die Zahl neuer Kundenkontakte nimmt ab, während sich die Auftragsbestände von ihren Höchstständen aus dem Jahr 2021 entfernen. Im zweiten Quartal 2026 wurden 60 Prozent der geplanten Arbeiten verschoben oder storniert.

Handwerker verwiesen dabei auf höhere Produktkosten durch Zölle und die Energieinflation. Hinzu kommt ein angespannter Arbeitsmarkt, der durch die US-Einwanderungspolitik zusätzlich beeinflusst wird. Home Depot und Lowe’s liegen bei Beziehungsqualität und Fachkompetenz weiterhin hinter spezialisierten Anbietern. Lowe’s konnte laut der Einschätzung jedoch mit seinem Treue- und Prämienprogramm für professionelle Kunden größere Fortschritte erzielen. Home Depot verbesserte dagegen seine Möglichkeiten für Handelskredite.

Prognosen und Bewertungsunterschied

Für das Geschäftsjahr 2027 senkte Bernstein die Erwartungen für das vergleichbare Umsatzwachstum von Home Depot und Lowe’s auf rund 2 Prozent. Damit liegen die Prognosen leicht unter den Konsensschätzungen von 2,1 bis 2,6 Prozent.

Bei der Bewertung sieht Bernstein einen Vorteil für Lowe’s. Die Aktie wird demnach mit einem Abschlag von etwa dem 4,5-Fachen gegenüber Home Depot gehandelt, während der langfristige Bewertungsabstand bei ungefähr dem 3-Fachen liegt. Die bisherige Underperformance von Lowe’s und die gesenkte Prognose hätten die Erwartungen für die zweite Jahreshälfte bereits deutlich reduziert.

Die Home-Depot-Aktie liegt laut den vorliegenden Marktdaten seit Jahresbeginn 10,7 Prozent im Minus. Das unterstreicht, dass der Markt die schwache Nachfrage bereits teilweise eingepreist hat, aber noch keine klare Trendwende erwartet.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Home Depot kurzfristig vor allem unter dem fehlenden Renovierungsimpuls und der Zurückhaltung bei größeren Projekten leidet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Erholungsthese derzeit stärker von einer späteren Zinswende und einer Belebung des Immobilienmarkts abhängt als von kurzfristigen Umsatzimpulsen. Lowe’s erscheint in dieser Argumentation nicht wegen einer besseren aktuellen Nachfrage, sondern wegen der günstigeren Bewertung und des höheren Potenzials bei einer späteren Erholung attraktiver.

Fazit & Ausblick

Für Home Depot bleibt der kurzfristige Ausblick verhalten: Eine Nachfragebelebung ist laut Bernstein vorerst nicht absehbar, und die Prognose für das Geschäftsjahr 2027 liegt nur bei rund 2 Prozent vergleichbarem Umsatzwachstum. Entscheidend wird sein, ob sich Hypothekenzinsen, Renovierungsbudgets und die Auftragslage der Handwerker stabilisieren. Bis dahin spricht das Chance-Risiko-Verhältnis aus Analystensicht eher für Lowe’s als für Home Depot.

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