Home Depot-Aktie: Bernstein senkt Kursziel auf 344 Dollar – Nachfrageerholung bleibt aus

Home Depot Inc., The AI Generated

Kurzüberblick

  • Bernstein senkt das Kursziel für Home Depot von 354 auf 344 US-Dollar und bestätigt „Market Perform“.
  • Die Analysten erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine gedämpfte Heimwerkernachfrage von lediglich 0 bis 1 Prozent.
  • Für das Geschäftsjahr 2027 reduziert Bernstein die Prognose für das vergleichbare Umsatzwachstum von Home Depot auf rund 2 Prozent.
  • Lowe’s wird wegen der günstigeren Bewertung und der besseren Ausgangsposition für eine spätere Erholung bevorzugt.

Marktanalyse & Details

Bernstein korrigiert Erwartungen

Bernstein sieht kurzfristig keine klare Erholung der Nachfrage nach Heimwerker- und Renovierungsprodukten. Das Institut senkte deshalb das Kursziel für die Home-Depot-Aktie von 354 auf 344 US-Dollar. Die Einstufung „Market Perform“ wurde bestätigt. Die Erholung sei nach Einschätzung der Analysten eher eine Frage des Zeitpunkts als des grundsätzlichen Potenzials.

Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Bernstein bei Home Depot und Lowe’s nun jeweils ein vergleichbares Umsatzwachstum von etwa 2 Prozent. Damit liegen die Prognosen leicht unter den Markterwartungen von 2,1 bis 2,6 Prozent. Das makroökonomische Modell der Analysten deutet zudem darauf hin, dass die Nachfrage in den nächsten zwölf Monaten nur zwischen 0 und 1 Prozent zulegen dürfte.

Hohe Zinsen bremsen Renovierungsprojekte

Die strukturelle Nachfrage bleibt grundsätzlich intakt: Das mittlere Alter von Eigenheimen in den USA ist auf 42 Jahre gestiegen. Gleichzeitig verhindern hohe Finanzierungskosten eine schnelle Belebung. Rund 78 Prozent der US-Hypotheken sind zu Zinssätzen von unter 6 Prozent festgeschrieben. Ein möglicher Anstieg der Zinsen würde den Verkauf von Häusern und die Finanzierung größerer Renovierungen zusätzlich erschweren.

Auch die Stimmung der Hausbesitzer hat sich 2026 weiter eingetrübt. Der Anteil größerer Renovierungsprojekte fiel auf den niedrigsten Stand seit sechs Quartalen. Verschiebungen und Absagen erreichten einen Höchststand, während nur 27 Prozent der Befragten in den kommenden zwölf Monaten mehr für Heimwerkerarbeiten ausgeben wollen.

Professionelle Kunden bleiben vorsichtig

Bei gewerblichen Auftragnehmern ist die Lage ähnlich verhalten. Zwar werden die aktuellen Bedingungen noch relativ robust eingeschätzt, doch sinken die Zahl neuer Anfragen und die Projektbestände gegenüber den Spitzenwerten aus dem Jahr 2021. Im zweiten Quartal 2026 wurden 60 Prozent der geplanten Aufträge verschoben oder abgesagt. Als Gründe nannten Auftragnehmer unter anderem höhere Produktkosten durch Zölle, Energieinflation und einen angespannten Arbeitsmarkt.

Lowe’s erhält den Vorzug

Im direkten Wettbewerbsvergleich sieht Bernstein Lowe’s kurzfristig besser positioniert. Das Unternehmen habe beim Treue- und Prämienprogramm für professionelle Kunden größere Fortschritte erzielt, was sich in einer höheren Zufriedenheit der Auftragnehmer widerspiegele. Home Depot konnte dagegen bei Handels- und Kreditangeboten für Gewerbekunden Verbesserungen vorweisen.

Ein weiterer Faktor ist die Bewertung: Lowe’s wird laut Bernstein mit einem Abschlag von rund 4,5 Bewertungsmultiplikatoren gegenüber Home Depot gehandelt. Der langfristige durchschnittliche Abstand liegt bei etwa drei Multiplikatoren. Die schwächere Kursentwicklung und die gesenkte Prognose bei Lowe’s hätten die Erwartungen für die zweite Jahreshälfte bereits deutlich reduziert.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Home Depot derzeit weniger an einem strukturellen Nachfrageproblem als an einem lang anhaltenden Zins- und Verschiebungszyklus leidet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass eine Erholung zwar plausibel bleibt, der zeitliche Auslöser aber unsicher ist. Das bestätigte „Market Perform“-Rating und die Kurszielsenkung sprechen daher eher für begrenztes kurzfristiges Aufwärtspotenzial. Der Kurs von Home Depot lag am 10. September 2026 bei 264 Euro und damit im Tagesverlauf 1,03 Prozent sowie seit Jahresbeginn 10,34 Prozent im Minus. Der in US-Dollar angegebene Zielkurs ist mit dem Euro-Kurs nicht direkt vergleichbar.

Fazit & Ausblick

Home Depot bleibt langfristig vom hohen Renovierungsbedarf des US-Häuserbestands abhängig, steht kurzfristig jedoch unter dem Druck hoher Finanzierungskosten und zurückgestellter Projekte. Entscheidend wird sein, ob sich Hypothekenzinsen, Verbraucherstimmung und Auftragseingänge der professionellen Kunden stabilisieren. Bis dahin bevorzugt Bernstein Lowe’s wegen der niedrigeren Bewertung und der aus Analystensicht besseren Positionierung für den nächsten Nachfrageaufschwung.

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