Henkel plant weitere Übernahmen trotz hoher Energie- und Rohstoffkosten

Henkel AG & Co KGaA Vz

Kurzüberblick

  • Henkel prüft weitere Übernahmen zur Stärkung der Klebstoff- und Konsumgütersparte.
  • CEO Carsten Knobel zufolge hat Henkel in den vergangenen Monaten Zukäufe im Wert von rund 5 Milliarden Euro vereinbart oder abgeschlossen.
  • Hohe Energie-, Rohstoff- und Vorproduktkosten belasten die Margen des Konzerns.
  • Preiserhöhungen sind bei Konsumgütern schwieriger durchzusetzen als bei industriellen Klebstoffkunden.

Marktanalyse & Details

Akquisitionsstrategie nimmt weiter Fahrt auf

Henkel hält trotz der bereits umfangreichen Transaktionen an seiner Übernahmestrategie fest. Vorstandschef Carsten Knobel erklärte, der Konzern prüfe weitere Ziele, sofern diese strategisch zur Ausrichtung passten, verfügbar und finanziell attraktiv seien.

In den vergangenen Monaten hat Henkel nach Angaben des Vorstandschefs Unternehmenskäufe im Gesamtwert von rund 5 Milliarden Euro vereinbart oder abgeschlossen. Die Transaktionen sollen sowohl das Klebstoffgeschäft mit Marken wie Pattex und Pritt als auch die Konsumgütersparte mit Persil, Schwarzkopf und Pril stärken.

Kosten steigen, Preissetzung wird anspruchsvoller

Die hohen Ölpreise wirken sich auch auf Henkel aus. Der Konzern ist zwar weniger energieintensiv als klassische Chemieunternehmen und verwendet Rohöl nicht unmittelbar als Rohstoff. Dennoch verteuern sich Energie, eingekaufte Rohstoffe und Vorprodukte.

Die Weitergabe dieser Kosten an Kunden gestaltet sich je nach Geschäftsbereich unterschiedlich:

  • Bei Konsumgütern akzeptieren Verbraucher höhere Preise zunehmend nur, wenn diese mit konkreten Innovationen verbunden sind.
  • Industriekunden nehmen höhere Preise für Klebstoffe eher an, erwarten bei sinkenden Rohstoffkosten jedoch häufig wieder Preisnachlässe.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Henkel mit den geplanten Zukäufen Wachstum und Preissetzungsspielraum langfristig absichern will. Gleichzeitig erhöhen die hohen Transaktionssummen den Anspruch an Auswahl, Integration und Rendite der übernommenen Unternehmen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass nicht allein das Akquisitionstempo entscheidend ist, sondern vor allem die Frage, ob Henkel damit seine Marktposition stärkt und den aktuellen Kostendruck ausgleichen kann.

Fazit & Ausblick

Henkel signalisiert weiteren Spielraum für Übernahmen, will dabei aber diszipliniert vorgehen. Im Fokus stehen nun die Qualität möglicher Zielunternehmen, die Finanzierung und die Entwicklung der Margen, falls Energie- und Rohstoffkosten hoch bleiben. Neue Angaben zu konkreten Übernahmezielen oder zur finanziellen Wirkung der bereits vereinbarten Transaktionen dürften die nächste wichtige Orientierung für den Markt liefern.

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