Harbour Energy: BASF verkauft 133 Millionen Aktien – Anteil sinkt auf 16,4 Prozent
Kurzüberblick
- BASF hat am 11. September rund 133 Millionen Harbour-Energy-Aktien für etwa 412 Millionen Euro verkauft.
- Der Anteil des Chemiekonzerns an Harbour Energy sinkt dadurch auf 16,4 Prozent.
- Harbour Energy kauft eigene Aktien im Wert von bis zu 200 Millionen US-Dollar von BASF zurück.
- Goldman Sachs stufte Harbour Energy von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und erhöhte das Kursziel von 2,50 auf 3,50 britische Pfund.
Marktanalyse & Details
BASF baut Beteiligung weiter ab
BASF setzt den Abbau seiner Finanzbeteiligung an dem britischen Öl- und Gaskonzern Harbour Energy fort. Nach dem Verkauf von rund 133 Millionen Aktien erzielt der Chemiekonzern einen Erlös von etwa 412 Millionen Euro. Der BASF-Anteil reduziert sich damit auf 16,4 Prozent.
Die Transaktion steht im Zusammenhang mit der früheren Wintershall-Dea-Übernahme und nimmt weiteren Verkaufsdruck aus der Beteiligungsstruktur. Für Harbour Energy ist entscheidend, dass der Großaktionär nicht nur Aktien abgibt, sondern das Unternehmen im Rahmen einer Vereinbarung eigene Aktien im Wert von bis zu 200 Millionen US-Dollar von BASF zurückkauft.
Rückkauf kann Aktienüberhang begrenzen
Der Rückkauf dient dazu, den sogenannten Overhang aus der Wintershall-Dea-Transaktion gezielt abzubauen. Eine geringere frei verfügbare Aktienmenge kann die Angebotsseite am Markt entlasten. Die tatsächliche Wirkung hängt jedoch davon ab, zu welchen Bedingungen und in welchem Umfang Harbour Energy die Aktien übernimmt.
- Verkauf durch BASF: rund 133 Millionen Aktien
- Erlös für BASF: etwa 412 Millionen Euro
- Geplanter Rückkauf durch Harbour Energy: bis zu 200 Millionen US-Dollar
- Verbleibender BASF-Anteil: 16,4 Prozent
Goldman Sachs wird optimistischer
Zusätzlichen Rückenwind liefert die Hochstufung durch Goldman Sachs. Die Investmentbank wechselte von „Neutral“ auf „Buy“ und hob das Kursziel von 2,50 auf 3,50 britische Pfund an. Als wesentlicher Treiber gilt ein positiverer Ausblick für die europäischen Gaspreise.
Die Harbour-Energy-Aktie notierte am 11. September um 22:04 Uhr an der Lang & Schwarz Exchange bei 3,228 Euro und lag damit auf Tagesbasis unverändert. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 41,21 Prozent zu Buche. Das Kursziel in britischen Pfund ist wegen der unterschiedlichen Währungen nicht direkt mit dem Euro-Kurs vergleichbar.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt derzeit zwei gegenläufige Effekte verarbeitet: Der Ausstieg von BASF erhöht kurzfristig das Angebot an Aktien, während der Rückkauf durch Harbour Energy diesen Überhang teilweise auffangen kann. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die operative Bewertung zunehmend von den Gaspreisannahmen und dem freien Cashflow abhängt. Die Kaufempfehlung von Goldman Sachs verbessert zwar das Sentiment, ersetzt aber keine Prüfung der Rohstoffpreisrisiken, der Verschuldung und der Integrationsfolgen aus den jüngsten Übernahmen.
Fazit & Ausblick
Der BASF-Verkauf markiert einen weiteren Schritt beim Abbau der Beteiligung, wird durch den geplanten Aktienrückkauf von Harbour Energy jedoch abgefedert. Im Fokus stehen nun die Umsetzung des Rückkaufs, der weitere Schuldenabbau und die Entwicklung der europäischen Gaspreise. Der Kursanstieg von 41,21 Prozent seit Jahresbeginn erhöht zugleich die Anforderungen an die operative Bestätigung der optimistischen Analystenprognose.
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