HAMBORNER REIT veröffentlicht Geschäftsbericht 2025: FFO sinkt, NAV fällt – 0,39 € Dividende geplant

Hamborner REIT AG

Kurzüberblick

Die HAMBORNER REIT AG hat am 22. April 2026 ihren Geschäftsbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht und dabei die bereits gemeldeten vorläufigen Kennzahlen bestätigt. Während das operative Geschäft weitgehend planmäßig verlief, standen rückläufige Mieten und höhere Kosten im Fokus: Die Miet- und Pachterlöse gingen um 2,9 % zurück, der FFO sank um 5,7 % auf 48,6 Mio. Euro.

Auch die Bewertungsseite zeigte Wirkung: Der NAV je Aktie fiel um 7,3 % auf 9,07 Euro. Gleichzeitig hält das Unternehmen die fundamentalen Stabilitätsmarker hoch – etwa mit einer Vermietungsquote von 96,5 % und einer WALT von 5,3 Jahren. Für die Hauptversammlung am 3. Juni 2026 soll eine Dividende von 0,39 Euro je Aktie vorgeschlagen werden.

Marktanalyse & Details

Finanz- und Ergebnisbild 2025: stabil operativ, Druck auf FFO

Im Geschäftsjahr 2025 beliefen sich die Miet- und Pachterlöse auf 90,3 Mio. Euro (Vorjahr: 93,0 Mio. Euro). Der Rückgang wird vor allem auf Abgänge von Bestandsimmobilien im ersten Halbjahr 2025 zurückgeführt. Auf der Ergebnisstrecke reduzierte sich das Funds from Operations (FFO) um 5,7 % auf 48,6 Mio. Euro bzw. von 0,63 auf 0,60 Euro je Aktie.

  • Operating Ergebnis: 23,2 Mio. Euro (−6,3 %)
  • Ergebnis der Periode: 12,5 Mio. Euro (−23,2 %)
  • FFO-Marge-Entwicklung: indirekt sichtbar durch FFO-Rückgang trotz hoher Vermietung

Bewertung und Portfolio: NAV fällt, Verkehrswerte sinken

Der Verkehrswert des Immobilienportfolios entwickelte sich schwächer: like-for-like −4,6 % (−65,1 Mio. Euro). Ursache sind laut Bericht sowohl individuelle Marktentwicklungen als auch ein erhöhter Investitionsbedarf an einzelnen Standorten. Zum 31. Dezember 2025 lag der Verkehrswert bei 1,3485 Mrd. Euro.

Für Anleger besonders relevant: Der NAV je Aktie sank um 7,3 % auf 9,07 Euro. Bei einem aktuellen Kurs von 4,72 Euro (Stand 22.04.2026, +0,43 % Tagesperformance; YTD +5,59 %) ergibt sich daraus ein Abschlag zum NAV von rund 48 %. Das ist ein wichtiger Stimmungs- und Bewertungsindikator: Der Markt preist damit einen Teil des Bewertungsdrucks ein.

Finanzielle Stabilität: Eigenkapitalquote hoch, LTV solide

Trotz der NAV-Korrektur bleibt die Kapitalstruktur robust. Die REIT-Eigenkapitalquote lag bei 54,7 % (−0,5 Prozentpunkte), der Loan-to-value (LTV) bei 44,3 % (leicht höher als im Vorjahr). Das deutet darauf hin, dass die Gesellschaft Spielräume in der Finanzierung wahrt – selbst wenn der Immobilienmarkt kurzfristig volatil bleibt.

  • Vermietungsquote: 96,5 % (konstant hoch)
  • WALT: 5,3 Jahre
  • EPRA-Leerstandsquote: 3,5 % (von 2,8 %)
  • Anzahl Objekte: 64 (−2)

Dividende: 0,39 Euro je Aktie und hohe Rendite – aber FFO bleibt im Fokus

Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung eine Dividende von 0,39 Euro je Aktie vorschlagen. Bei dem aktuellen Kurs von 4,72 Euro entspricht das einer Rendite von rund 8,2–8,3 %. Die Ausschüttungslogik basiert auf einer definierten Quote von 60 % bis 70 % des operativen Ergebnisses (FFO).

Analysten-Einordnung: Die Kombination aus hoher Vermietungsquote und komfortabler Kapitalstruktur spricht dafür, dass HAMBORNER seine operative Stabilität verteidigt. Gleichzeitig zeigt der NAV-Rückgang, dass der Immobilienbewertungsmarkt 2025 nicht nur über Mieten, sondern auch über Capex- und Standorteffekte nachgibt. Für Anleger bedeutet das: Die Dividende wirkt zwar attraktiv, die entscheidende Frage für die Nachhaltigkeit bleibt jedoch, ob sich der FFO-Trend 2026 spürbar stabilisiert. Der Anstieg der Leerstandsquote von 2,8 % auf 3,5 % sowie die kürzere WALT sind dabei Warnsignale, die künftige Re-Preisinstrumente und Vermietungsdynamik stärker in den Fokus rücken dürften.

Ausblick 2026: Prognose bleibt unverändert

Das Unternehmen hält seine im Februar kommunizierte Prognose unverändert: Für 2026 werden Mieterlöse aus Mieten und Pachten von 87,5 bis 89,5 Mio. Euro sowie FFO von 38,0 bis 42,0 Mio. Euro erwartet. Damit liegt der Erwartungskorridor erkennbar unter dem Niveau von 2025, zugleich aber potenziell im Bereich einer Stabilisierung, falls Kosten und Vermietungsquote weniger Gegenwind liefern als 2025.

Fazit & Ausblick

Der Geschäftsbericht 2025 zeichnet ein klares Bild: Operativ bleibt HAMBORNER stark (Vermietung und Vertragslaufzeiten), während Bewertung und FFO durch Markt- und Kostenfaktoren unter Druck standen. Für Anleger steht damit weniger die Frage im Vordergrund, ob das Portfolio belegt ist – sondern ob die Gesellschaft die FFO-Entwicklung 2026 wieder stabilisieren kann, damit die Dividendenstrategie auch in der Wahrnehmung des Marktes belastbarer wird.

Nächster wichtiger Termin: Die ordentliche Hauptversammlung findet am 3. Juni 2026 statt.

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