Hamborner REIT: Halbjahresverlust drückt FFO – NAV je Aktie sinkt, Prognose für 2026 bleibt bestätigt
Kurzüberblick
Die Hamborner REIT AG hat für das erste Halbjahr 2026 deutliche Ergebnisbelastungen gemeldet: Die Erlöse aus Mieten und Pachten sanken um (1,3 %) auf 45,1 Mio. Euro, der Kennwert Funds from Operations (FFO) fiel um (4,4 %) auf 23,8 Mio. Euro. Unterm Strich weist das Unternehmen zum 30. Juni 2026 einen Verlust von 13,7 Mio. Euro aus – nach einem Gewinn von 6,5 Mio. Euro im Vorjahr.
Die Berichterstattung fiel am 4. August 2026 auf den Markt. Zur gleichen Zeit notierte die Aktie an der Lang & Schwarz Exchange bei 4,39 Euro (+0,46 % am Tag, (YTD: -1,79 %)). Trotz des schwächeren Zwischenresultats bestätigte Hamborner die Gesamtjahresprognose für 2026. Der Druck kommt vor allem aus geringeren Mieterträgen im Zuge von Immobilienverkäufen sowie aus gestiegenen Kosten und Finanzierungsausgaben im veränderten Zinsumfeld.
Marktanalyse & Details
Finanzkennzahlen: Rückgang bei Mieteinnahmen und FFO
- Erlöse aus Mieten und Pachten: 45,1 Mio. Euro (H1 2025: 45,7 Mio. Euro; (−1,3 %))
- Funds from Operations (FFO): 23,8 Mio. Euro (H1 2025: 24,9 Mio. Euro; (−4,4 %))
- FFO je Aktie: 0,29 Euro (Vorjahr: 0,31 Euro; (−4,4 %))
- Betriebsergebnis: (−6,6 Mio. Euro) (Vorjahr: 10,5 Mio. Euro)
- Periodenergebnis: (−13,7 Mio. Euro) (Vorjahr: 6,5 Mio. Euro)
Für die Ergebnisentwicklung nennt das Management mehrere Faktoren: Neben den verminderten Miet- und sonstigen betrieblichen Erträgen belasteten insbesondere im Ausblick bereits verankerte Kostensteigerungen in den Bereichen Instandhaltung, Verwaltung und Personal. Zusätzlich wirkten höhere Finanzierungskosten infolge des aktuellen Zinsumfelds.
Gleichzeitig gibt es auch einen positiven Unterton: Auf vergleichbarer Basis (Like-for-like) lagen die Mieterlöse im ersten Halbjahr um etwa 0,7 Mio. Euro bzw. (1,7 %) über dem Vorjahreswert. Verantwortlich dafür seien vertragliche Mietanpassungen durch Index-Mieterhöhungen.
Bilanz und Bewertung: NAV fällt, LTV steigt
- Loan-to-Value (EPRA-LTV): 45,2 % (31.12.2025: 44,3 %; ( +0,9 %-Punkte))
- REIT-Eigenkapitalquote: 53,9 % (31.12.2025: 54,7 %; (−0,8 %-Punkte))
- EPRA NAV je Aktie: 8,72 Euro (−3,9 %)
- Verkehrswert Immobilienportfolio: 1.315,9 Mio. Euro (31.12.2025: 1.348,5 Mio.; (−2,4 %))
- EPRA-Leerstandsquote: 4,1 % (31.12.2025: 3,5 %; ( +0,6 %-Punkte))
Dass der NAV je Aktie nach der Dividendenausschüttung und Wertanpassungen im Portfolio nachgibt, deutet darauf hin, dass der Markt Bewertungsrisiken aktuell stärker einpreist. Für die Finanzierungslage bleibt jedoch der Hinweis wichtig: Die Gesellschaft bezeichnet die finanzielle Situation weiterhin als komfortabel.
Analysten-Einordnung: Für Anleger ist entscheidend, dass Hamborners operativer Kern (Like-for-like-Mietentwicklung und hohe Verbleibquote) stabil bleibt, während das berichtete Ergebnis vor allem durch (1) Portfolioeffekte aus Verkäufen, (2) Kosten- und Zinsbelastungen sowie (3) Bewertungsanpassungen geprägt wird. Die bestätigte Jahresprognose spricht dafür, dass das Management den laufenden Ergebnispfad als weiterhin kontrollierbar einschätzt. Gleichzeitig sollte die Beobachtung des LTV und der Leerstandsquote zeigen, ob die geplante Reinvestitionsstrategie die Wert- und Ertragsentwicklung in den nächsten Quartalen stützen kann.
Portfolio, Strategie und operative Entwicklung
Zum Halbjahr umfasst das Portfolio 63 Objekte (nach 64 zum Jahresende 2025) und setzt sich aus Büro- und Einzelhandelsimmobilien zusammen. Wertanpassungen betrafen unter anderem acht Objekte; insgesamt führt die Bilanzierung zu einem Rückgang des Portfoliovolumens um 20,7 Mio. Euro bzw. (1,5 %) auf einen Verkehrswert von 1,316 Mrd. Euro.
Im Zuge der strategischen Neuausrichtung hat Hamborner im zweiten Quartal den ersten Transaktionsschritt umgesetzt: Der Verkauf einer Büroimmobilie in Neu-Isenburg ist vertraglich fixiert, der Verkaufspreis liegt bei 13,5 Mio. Euro (leicht unter dem zuletzt festgestellten gutachterlichen Verkehrswert). Unter einer vertraglichen Voraussetzung kann ein zusätzlicher Erlös von bis zu ca. 0,2 Mio. Euro möglich sein; der Besitzübergang soll voraussichtlich im dritten Quartal 2026 erfolgen. Die freiwerdenden Mittel sollen möglichst zeitnah in renditestarke Immobilien aus den Bereichen Nahversorgung und Baumärkte reinvestiert werden.
- Mietflächenverträge seit Jahresbeginn: ca. 23.700 m² (Vorjahr: ca. 12.400 m²)
- Anteil Büroflächen: ca. 66 %
- Verbleibquote der Mieter: ca. 88 %
- WALT: 5,0 Jahre (31.12.2025: 5,3 Jahre)
Operativ fällt zudem auf: Die EPRA-Leerstandsquote liegt mit 4,1 % zwar geringfügig über dem Ende 2025er Niveau, bleibt aber angesichts der hohen Verbleibquote insgesamt im Rahmen.
Dividende und Kapitalmarkt: Ausschüttung bestätigt und wirkt auf Kennzahlen
Auf der Hauptversammlung am 3. Juni 2026 wurde die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 bestätigt: 0,39 Euro je Aktie. Dass die Dividendenausschüttung im zweiten Quartal die Kennzahlen beeinflusst hat, zeigt sich unter anderem im Anstieg des EPRA-LTV.
Fazit & Ausblick
Hamborner befindet sich 2026 trotz Zwischenverlust und sinkendem FFO im bestätigten Prognosekorridor: Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen Erlöse aus Mieten und Pachten von (87,5 bis 89,5) Mio. Euro sowie FFO zwischen (38,0 und 42,0) Mio. Euro. Der weitere Kursverlauf dürfte deshalb vor allem davon abhängen, ob die Like-for-like-Mieteffekte und die hohe Vermieter-Nachfrage die Kosten- und Zinsbelastungen kompensieren können.
In den nächsten Schritten ist insbesondere der geplante Besitzübergang der Neu-Isenburger Immobilie im dritten Quartal 2026 ein konkreter Meilenstein. Anleger sollten zudem verfolgen, ob die Leerstandsquote (4,1 %) weiter unter Kontrolle bleibt und die NAV-Entwicklung nach der Reinvestition wieder stabilisiert.
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