Goldpreis steigt auf 4.489 US-Dollar: Dollar-Schwäche treibt die Erholung

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Kurzüberblick

  • Der Goldpreis stieg am Donnerstag um rund 100 US-Dollar auf 4.489 US-Dollar je Feinunze.
  • Die Schwäche des US-Dollars erhöhte die Nachfrage nach dem in Dollar gehandelten Edelmetall.
  • Sinkende Inflationserwartungen dämpften die Spekulation auf weitere US-Zinserhöhungen und stützten Gold.
  • Nach dem Rückgang von etwa fünf Prozent seit Wochenbeginn holte Gold einen Teil der Verluste wieder auf.

Marktanalyse & Details

Dollar und Zinsen bestimmen die Richtung

Der Goldpreis hat seine Erholung am Donnerstag deutlich fortgesetzt. In London kostete die Feinunze, also rund 31,1 Gramm, 4.489 US-Dollar und damit etwa 100 US-Dollar mehr als am Vortag. Ausschlaggebend war vor allem die Schwäche des US-Dollars gegenüber wichtigen Währungen. Da Gold überwiegend in Dollar gehandelt wird, verbessert ein fallender Dollar die Kaufkraft internationaler Anleger und kann die Nachfrage nach dem Edelmetall erhöhen.

Zusätzliche Unterstützung kam vom Zinsmarkt. Aussagen über weitere Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung in den USA dämpften die Erwartung einer baldigen Zinserhöhung. Das ist für Gold relevant, weil das Edelmetall keine laufenden Zinsen abwirft: Sinken die erwarteten Renditen sicherer Anleihen, verringert sich der relative Nachteil einer Goldanlage.

Erholung nach kräftigem Rücksetzer

Der jüngste Anstieg folgt auf eine ausgeprägte Gegenbewegung. Am Dienstag war Gold auf 4.372 US-Dollar gefallen und hatte sich seit Wochenbeginn zeitweise um rund fünf Prozent verbilligt. Höhere Anleiherenditen, Inflationssorgen in der Eurozone und die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik hatten zuvor Verkaufsdruck erzeugt. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erreichte dabei mehrjährige Höchststände.

Bereits im August hatte Gold eine hohe Dynamik gezeigt: Am 11. August überschritt die Feinunze erstmals seit Anfang Juni wieder die Marke von 4.400 US-Dollar. In der ersten Augustwoche legte der Preis zudem um 7,3 Prozent zu – der stärkste Wochenanstieg seit Ende Januar.

Analysten-Einordnung

Dies deutet darauf hin, dass der Goldmarkt derzeit vor allem auf Veränderungen bei Dollar, Anleiherenditen und Zinserwartungen reagiert. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der jüngste Kursanstieg noch keine stabile Trendwende garantiert: Bleiben die Renditen hoch oder gewinnt der Dollar wieder an Stärke, könnte der Erholungsversuch schnell an Schwung verlieren.

Ein Anstieg bis 5.000 US-Dollar bleibt damit ein mögliches Szenario, setzt jedoch anhaltende Unterstützung durch eine lockerere Zinserwartung, einen schwächeren Dollar und eine robuste Nachfrage nach sicheren Anlagen voraus. Der Weg dorthin dürfte angesichts der starken Tages- und Wochenbewegungen volatil bleiben.

Fazit & Ausblick

Gold hat den Rückschlag zum Wochenbeginn teilweise wettgemacht und notiert wieder deutlich über 4.400 US-Dollar. Im Mittelpunkt stehen nun die anstehende Sitzung der Europäischen Zentralbank, neue Inflationsdaten sowie die Signale der US-Notenbank. Entscheidend für die weitere Richtung bleiben die Entwicklung der Anleiherenditen und des US-Dollars.

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