GitLab-Aktie springt 14,6 % nach Q2-Zahlen: Prognose, KI und Flex treiben den Kurs
Kurzüberblick
- GitLab steigerte den Umsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 um 21 % auf 286,3 Mio. USD und übertraf damit die Schätzung von 273,1 Mio. USD.
- Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,24 USD deutlich über der Prognose von 0,18 USD; die bereinigte operative Marge erreichte 15 %.
- GitLab hob die Jahresprognose auf 1,129 bis 1,133 Mrd. USD Umsatz und 0,85 bis 0,87 USD bereinigtes EPS an.
- Die Aktie legte im US-Handel zeitweise mehr als 16 % zu, nachdem Flex-Nutzung, KI-Nachfrage und die Nettobindungsrate von 117 % überzeugt hatten.
Marktanalyse & Details
Starkes Quartal mit positiver Gewinnüberraschung
GitLab hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn je Aktie die Markterwartungen übertroffen. Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich um 21 % auf 286,3 Mio. USD. Das bereinigte EPS von 0,24 USD lag rund ein Drittel über der Konsensprognose von 0,18 USD.
Auch die operative Entwicklung verbesserte sich sichtbar. Die Non-GAAP-operative Marge betrug 15 %, während die GAAP-Marge mit minus 20 % weiterhin einen operativen Verlust auswies. Der bereinigte freie Cashflow belief sich auf 9,8 Mio. USD. Damit zeigt GitLab Fortschritte bei der Skalierung, obwohl die strenge GAAP-Rechnung noch keine operative Profitabilität ausweist.
Jahresausblick steigt
Für das dritte Quartal erwartet GitLab einen Umsatz zwischen 281,0 und 283,0 Mio. USD sowie ein bereinigtes EPS von 0,19 bis 0,20 USD. Für das Gesamtjahr erhöhte das Management die Umsatzprognose auf 1,129 bis 1,133 Mrd. USD. Das erwartete bereinigte Ergebnis je Aktie wurde auf 0,85 bis 0,87 USD angehoben.
Die Anhebung ist für Anleger besonders relevant, weil sie nicht nur auf Kostendisziplin, sondern auch auf eine bessere operative Umsetzung und eine breitere Monetarisierung der Plattform hindeutet. Der Ausblick muss sich allerdings an der Entwicklung der Nachfrage im zweiten Halbjahr messen lassen.
Flex und KI erweitern das Wachstumsmodell
GitLab versucht, sich über das klassische, sitzplatzbasierte Abonnementmodell hinauszuentwickeln. Das neue Flex-Angebot erreichte nach den ersten sechs Wochen eine bezahlte Nutzung von mehr als 40 Mio. USD. Gleichzeitig beschleunigte sich das Net-ARR-Wachstum auf 42 %.
- Die Dollar-Based Net Retention Rate lag bei 117 %.
- Die Zahl der Kunden mit mehr als 5.000 USD jährlich wiederkehrendem Umsatz stieg um 8 % auf 11.114.
- Die Zahl der Kunden mit mehr als 100.000 USD jährlich wiederkehrendem Umsatz erhöhte sich um 17 % auf 1.571.
- Das gesamte RPO wuchs um 16 % auf rund 1,2 Mrd. USD, das aktuelle RPO um 20 % auf 744,7 Mio. USD.
Zusätzlichen Rückenwind liefert die zunehmende Nutzung von KI. GitLab verweist auf mehr als 1.700 Erstbestellungen im Quartal, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Die These des Managements lautet, dass KI nicht nur die Nachfrage nach einzelnen Entwicklerarbeitsplätzen verändert, sondern auch den Bedarf an Quellcodeverwaltung, Sicherheit, Governance und Orchestrierung erhöht.
Analysten-Einordnung
Ein Analysehaus stufte die Aktie nach den Quartalszahlen von Underperform auf Market Perform herauf. Begründet wurde dies mit Rekordbuchungen, dem beschleunigten Net-ARR-Wachstum, einer verbesserten Vertriebsleistung und ersten Anzeichen dafür, dass GitLab über ein reines Sitzplatzmodell hinauswachsen kann.
Dies deutet darauf hin, dass sich die Einschätzung der Aktie von einem reinen Wachstumsrisiko zu einem ausgewogeneren Chancen-Risiko-Profil verschiebt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass künftig nicht nur das Umsatzwachstum, sondern vor allem die Umwandlung von Flex- und KI-Nutzung in wiederkehrenden Umsatz entscheidend sein wird. Die positive Quartalsdynamik entschärft die langfristige Frage nach möglichen Umbrüchen im Markt für Entwicklerwerkzeuge durch KI jedoch noch nicht.
Fazit & Ausblick
Die kräftige Kursreaktion spiegelt den Dreiklang aus übertroffenen Q2-Zahlen, angehobener Jahresprognose und Fortschritten bei Flex sowie KI wider. Der nächste wichtige Prüfstein ist die Entwicklung im dritten Quartal: Anleger sollten insbesondere auf die Umwandlung der Flex-Nutzung in wiederkehrende Erlöse, die Nettobindungsrate, das RPO-Wachstum und die weitere Margenentwicklung achten.
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