GFT Technologies bestätigt Prognose: Umsatz +5% auf 462,6 Mio. Euro, bereinigtes EBIT +8%
Kurzüberblick
Der Software- und IT-Dienstleister GFT Technologies hat nach dem ersten Halbjahr 2026 sowohl Wachstum als auch Profitabilität gesteigert und seine Guidance für das Gesamtjahr bestätigt. Das Unternehmen meldete am 6. August 2026 aus Stuttgart, dass der KI-getriebene Ausbau seiner Wynxx-Plattform weiter Fahrt aufnimmt.
Im laufenden Handel liegt die Aktie (Lang & Schwarz Exchange) bei 23,30 Euro; am Berichtstag zeigt sich die Entwicklung bislang leicht schwächer (-0,21%), während die Aktie im bisherigen Jahresverlauf bereits deutlich im Plus liegt (+23,28%).
Marktanalyse & Details
Finanzzahlen im 1. Halbjahr: Profitabilität steigt spürbar
GFT erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatzanstieg um 5% auf 462,6 Mio. Euro. Das bereinigte EBIT erhöhte sich um 8% auf 32,6 Mio. Euro; damit stieg die bereinigte EBIT-Marge von 6,8 auf 7,1%.
Auch das Ergebnis vor Steuern nahm kräftig zu: Das EBT legte um 26% auf 24,0 Mio. Euro. Der Nettogewinn stieg um 27% auf 17,1 Mio. Euro (Ergebnis je Aktie: 0,67 Euro nach 0,51 Euro im Vorjahr). Der operative Cashflow blieb zwar negativ, verbesserte sich aber deutlich: Er lag bei -1,0 Mio. Euro nach -9,2 Mio. Euro.
- Umsatz: 462,6 Mio. Euro (+5%)
- Bereinigtes EBIT: 32,6 Mio. Euro (+8%); Marge 7,1%
- EBT: 24,0 Mio. Euro (+26%); Marge 5,2%
- Nettoergebnis: 17,1 Mio. Euro (+27%)
- Auftragsbestand: 483,5 Mio. Euro (+18%)
- Operativer Cashflow: -1,0 Mio. Euro (deutlich besser als -9,2 Mio.)
2. Quartal als Beleg: Umsatz +6%, bereinigtes EBIT +10%
Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um 6% auf 233 Mio. Euro. Das bereinigte EBIT stieg um 10% auf 16,5 Mio. Euro, der Überschuss nahm um etwa ein Drittel auf 8,5 Mio. Euro zu.
Wynxx Agentic AI: Plattform skaliert mit messbarem Kunden-Nutzen
Den strategischen Schwerpunkt bildet die Wynxx Agentic AI Plattform. Laut Unternehmen setzt sie inzwischen bei 113 Unternehmenskunden in zwölf Ländern an. Im zweiten Quartal legte die Dynamik gegenüber dem Vorquartal um 38% zu.
Seit Einführung bezifferte GFT ein beeinflusstes Vertragsvolumen von 144 Mio. Euro; der beeinflusste Umsatz lag im ersten Halbjahr 2026 bei 24,4 Mio. Euro. Zusätzlich wurde das Angebot um Wynxx Business Process Assets erweitert: Im ersten Halbjahr wurden dabei 14,8 Mio. Euro an beeinflusstem Umsatz erzielt, begleitet von sechs Kundenreferenzen. Ein Beispiel sei ein Projekt für eine KI-gestützte Kreditrisikoplattform bei einer europäischen Tier-1-Bank.
Regionen & Branchen: Lateinamerika als Wachstumsmotor, Europa selektiv
Auf Branchenebene wuchs der Bereich Industrie & Sonstige um 14%. Versicherungsgeschäft legte um 7% zu, das Bankensegment um 3%.
Regional zeigte sich insbesondere Lateinamerika stark: Das Segment Americas & APAC erhöhte den Umsatz um 14% auf 240,4 Mio. Euro, getrieben durch Brasilien (+38%) und Kolumbien (+27%). Für die Europaseite meldete GFT insgesamt einen moderaten Rückgang um 3% auf 221,7 Mio. Euro, während Schweiz (+22%) und Spanien (+13%) die Schwäche in anderen Märkten teilweise ausglichen.
Analysten-Einordnung: Was die Zahlen über die Qualität des Wachstums sagen
Dies deutet darauf hin, dass GFT das KI-Thema nicht nur kommerziell adressiert, sondern auch operative Hebel zieht: Die Kombination aus Umsatzwachstum und steigenden Margen spricht für besseres Projektmix-Management, höhere Effizienz und weniger Belastungen aus Währungs- bzw. Kapazitätseffekten. Gleichzeitig bleibt der operative Cashflow noch negativ; für Anleger ist das ein wichtiger Prüfstein, ob die Fortschritte bei Ergebnis und Auftragsbestand zeitverzögert auch in die Liquidität durchschlagen.
Der um 18% höhere Auftragsbestand liefert eine solide Basis für die zweite Jahreshälfte. Dennoch dürfte die entscheidende Frage sein, wie nachhaltig sich das Wynxx-getriebene Wachstum in umsatzwirksame Auslieferungen (und damit in Cash-Generierung) übersetzt.
Bilanz- und Finanzierungsblick: solide Eigenkapitalbasis, aber Liquidität bleibt ein Thema
GFT weist zum 30. Juni 2026 eine Eigenkapitalquote von 44% aus (nach 41% zum Jahresende). Die Netto-Liquidität lag bei -75,0 Mio. Euro nach -55,2 Mio. Euro. Für die Bewertung ist das zweischneidig: Die Ertragskraft verbessert sich, allerdings zeigt die Liquiditätskennzahl, dass das Unternehmen weiterhin über Projekt-Zeitpunkte und Zahlungsströme aufmerksam steuern muss.
Fazit & Ausblick
GFT bleibt bei den Jahreszielen für 2026: Das Unternehmen erwartet rund 930 Mio. Euro Umsatz (währungsbereinigt +5%), ein bereinigtes EBIT von 71 Mio. Euro (Marge 7,6%) sowie ein EBT von etwa 56 Mio. Euro. Damit untermauert das Management, dass die KI-Nachfrage nach Modernisierung, Next-Generation-Core-Banking, Cloud-Transformation und datenbasierten Modellen weiterhin als Wachstumstreiber wirkt.
Für die nächsten Quartale dürfte vor allem zählen, ob der deutlich erhöhte Auftragsbestand die erwarteten Umsatz- und Margenpfade trägt – und ob der Cashflow schrittweise in den positiven Bereich zurückkehrt.
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