Gap-Aktie steigt 13 %: Gewinnprognose angehoben und neuer Old-Navy-Chef

Gap Inc. AI Generated

Kurzüberblick

  • Die Gap-Aktie legte am 28. August 2026 im US-Handel um 13,0 % auf 23,49 US-Dollar zu.
  • Gap übertraf im zweiten Quartal die EPS-Erwartungen und erhöhte das bereinigte Jahresziel auf 2,35 bis 2,45 US-Dollar.
  • Der Quartalsumsatz sank um 2,0 % auf 3,70 Mrd. US-Dollar, lag damit aber leicht über der Schätzung.
  • Michael Francis übernimmt ab 2. November 2026 die Führung der Marke Old Navy.

Marktanalyse & Details

Quartalszahlen und angehobene Prognose

Gap erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 3,70 Mrd. US-Dollar. Damit verfehlte der Bekleidungskonzern zwar das Vorjahresniveau um 2,0 %, übertraf jedoch die Markterwartung von 3,69 Mrd. US-Dollar. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie meldete Gap 0,52 US-Dollar nach erwarteten 0,48 US-Dollar. Das ausgewiesene GAAP-EPS lag bei 1,38 US-Dollar.

Das Unternehmen hob zugleich seine Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2026 auf 2,35 bis 2,45 US-Dollar an. Zuvor hatte Gap eine weniger präzise beziehungsweise niedrigere Zielsetzung kommuniziert; der aktuelle Ausblick liegt über dem Konsenswert von 2,32 US-Dollar. Beim Umsatz rechnet Gap weiterhin mit einem Wachstum von 1,0 bis 1,5 %, nachdem zuvor 1,0 bis 2,0 % in Aussicht gestellt worden waren.

Margen profitieren von Tarifeffekten

Die ausgewiesene Bruttomarge stieg im zweiten Quartal auf 52,8 %, ein Plus von 1.160 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr. Dieser starke Anstieg ist jedoch nur eingeschränkt mit der operativen Entwicklung gleichzusetzen: Rund 1.140 Basispunkte entfielen auf den erwarteten Ausgleich von Zöllen im Zusammenhang mit dem International Emergency Economic Powers Act. Bereinigt um diesen Effekt lag die Bruttomarge bei 41,4 % und damit 20 Basispunkte über dem Vorjahreswert.

Gap verbuchte im Quartal eine Anpassung der Umsatzkosten von 417 Mio. US-Dollar im Zusammenhang mit der erwarteten Zollerholung. Davon erhielt das Unternehmen bereits 95 Mio. US-Dollar an Rückerstattungen sowie 5 Mio. US-Dollar an damit verbundenen Zinseinnahmen. Weitere Rückerstattungen und Zinseinnahmen werden im dritten Quartal erwartet. Der aktualisierte Zollausblick soll das Jahresbruttoergebnis und Betriebsergebnis um rund 15 Mio. US-Dollar entlasten.

  • Für das dritte Quartal erwartet Gap eine Bruttomarge, die 25 bis 75 Basispunkte über dem Vorjahreswert von 42,4 % liegt.
  • Die bereinigte operative Marge für das Gesamtjahr soll etwa 7,4 bis 7,6 % erreichen, nach zuvor 7,3 bis 7,5 %.
  • Die bereinigte Bruttomarge soll im Gesamtjahr leicht über dem Vorjahreswert liegen.

Führungswechsel bei Old Navy

Michael Francis wird zum 2. November 2026 Präsident und CEO von Old Navy. Er war im März als Chief Customer Officer von Old Navy und Leiter der gemeinsamen Marketing-Services zu Gap gekommen. Sein Vorgänger Haio Barbeito wechselt aus der operativen Führung in eine beratende Funktion.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt die verbesserte Ergebnisperspektive und die Margenstabilisierung höher gewichtet als den leichten Umsatzrückgang. Der Kurssprung von 13,0 % auf 23,49 US-Dollar spiegelt daher vor allem die angehobene EPS-Prognose und die Hoffnung auf eine operative Belebung bei Old Navy wider. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch, dass ein erheblicher Teil des Margenanstiegs auf Zollrückerstattungen und damit auf Sondereffekte zurückgeht. Entscheidend bleibt, ob Gap die bereinigte Marge auch ohne diese Entlastungen nachhaltig ausbauen kann.

Die Investmentbank JPMorgan erhöhte ihr Kursziel für Gap von 27 auf 29 US-Dollar, beließ die Einstufung jedoch bei „Neutral“. Das signalisiert, dass die positiven Gewinnimpulse bereits teilweise im Kurs berücksichtigt sein könnten.

Fazit & Ausblick

Gap startet nach dem Quartalsbericht mit einer deutlich verbesserten Gewinnerwartung in die zweite Jahreshälfte. Im Fokus stehen nun die Umsetzung des Führungswechsels bei Old Navy, die Entwicklung der bereinigten Bruttomarge sowie der tatsächliche Eingang der noch ausstehenden Zollrückerstattungen im dritten Quartal. Die nächste Ergebnisveröffentlichung wird zeigen, ob der Gewinnanstieg auch ohne außergewöhnliche Tarifeffekte Bestand hat.

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