GameStop steigert Q2-Gewinn und hebt EBITDA-Prognose auf über 650 Mio. Dollar
Kurzüberblick
- GameStop erzielte im zweiten Quartal 790,2 Mio. USD Umsatz und lag damit trotz eines Rückgangs über der Analystenschätzung von 756,85 Mio. USD.
- Das Nettoergebnis stieg auf 298,7 Mio. USD nach 168,6 Mio. USD im Vorjahr, während das operative Ergebnis 160,2 Mio. USD erreichte.
- GameStop erhöhte die Prognose für das bereinigte EBITDA im Geschäftsjahr bis zum 30. Januar 2027 auf über 650 Mio. USD.
- Das Collectibles-Geschäft wuchs um 57 % und erzielt inzwischen mehr Umsatz als das Videospielgeschäft.
Marktanalyse & Details
Umsatz sinkt, Profitabilität steigt
GameStop meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 790,2 Mio. USD. Gegenüber den 972,2 Mio. USD aus dem Vorjahresquartal entspricht das einem Rückgang von rund 18,7 %. Dennoch übertraf der Konzern die Umsatzprognose von 756,85 Mio. USD. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,27 USD im Rahmen der Schätzung und über dem Vorjahreswert von 0,25 USD.
Deutlich stärker entwickelte sich das Ergebnis: Der Nettogewinn erhöhte sich auf 298,7 Mio. USD, verglichen mit 168,6 Mio. USD im Vorjahr. Das operative Ergebnis stieg von 66,4 Mio. USD auf 160,2 Mio. USD. Der Umsatzvergleich ist allerdings durch mehrere Sonderfaktoren verzerrt. Im Vorjahr hatte die Markteinführung der Nintendo Switch 2 für zusätzliche Erlöse gesorgt. Zudem belasteten geplante Filialschließungen und die Veräußerung des Frankreichgeschäfts die aktuelle Umsatzbasis.
Collectibles werden zum wichtigsten Umsatztreiber
Der strategische Wandel von GameStop zeigt sich besonders im Geschäft mit Sammlerartikeln. Dieses Segment wuchs im Quartal um 57 % und erwirtschaftet inzwischen mehr Umsatz als der klassische Verkauf von Videospielen. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt des Konzerns weiter weg vom traditionell stark von einzelnen Konsolenstarts abhängigen Spielehandel.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass GameStop aktuell weniger auf breites Umsatzwachstum als auf eine profitablere Umsatzstruktur und eine schlankere Kostenbasis setzt. Der Umsatzrückgang bleibt ein Warnsignal, doch die starke Verbesserung des operativen Ergebnisses zeigt, dass der Konzern seine Ertragskraft trotz der niedrigeren Erlöse steigern kann. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Qualität der Gewinne und die Nachhaltigkeit des Collectibles-Wachstums wichtiger werden als die reine Umsatzgröße.
EBITDA-Ziel angehoben und Insiderkauf gemeldet
GameStop erwartet für das am 30. Januar 2027 endende Geschäftsjahr nun ein bereinigtes EBITDA von mehr als 650 Mio. USD. Zuvor hatte das Unternehmen mehr als 600 Mio. USD in Aussicht gestellt. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres erreichte das bereinigte EBITDA 339,7 Mio. USD. Rechnerisch muss GameStop in der zweiten Jahreshälfte damit mehr als rund 310,3 Mio. USD erzielen, um die neue Schwelle zu übertreffen.
Zusätzlich kaufte Direktor Lawrence Cheng über Cheng Capital 55.000 GameStop-Aktien zu 18,80 USD je Anteil. Das Gesamtvolumen der Transaktion lag bei rund 1,03 Mio. USD. Der Kauf ist ein positives Vertrauenssignal aus dem Führungskreis, ersetzt jedoch keine Prüfung der Umsatzentwicklung, der Margen und der Abhängigkeit vom Sammlergeschäft.
Aktie bleibt im Jahresverlauf unter Druck
Die GameStop-Aktie notierte am 9. September 2026 um 15:16 Uhr bei 16,26 EUR und lag damit 0,68 % im Plus. Seit Jahresbeginn steht weiterhin ein Minus von 6,94 % zu Buche. Die bislang begrenzte Tagesbewegung macht deutlich, dass die angehobene Prognose den übergeordneten Bewertungs- und Wachstumsvorbehalten noch nicht vollständig entgegenwirkt.
Fazit & Ausblick
GameStop verbessert seine Profitabilität deutlich und erhöht zugleich das EBITDA-Ziel. Der entscheidende Test für die Aktie wird nun sein, ob das starke Ergebnisniveau ohne außergewöhnliche Konsolenimpulse gehalten werden kann. Im Fokus stehen die nächsten Quartalszahlen, das weitere Wachstum der Collectibles und die Frage, ob der Umsatzrückgang im Videospielgeschäft stabilisiert wird.
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