GameStop hebt bereinigte EBITDA-Prognose auf über 650 Mio. US-Dollar

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Kurzüberblick

  • GameStop erhöht die Prognose für das bereinigte Geschäftsjahres-EBITDA auf über 650 Mio. US-Dollar.
  • Der Umsatz im zweiten Quartal sinkt wegen Vergleichseffekten, Filialschließungen und des Frankreich-Verkaufs auf 790,2 Mio. US-Dollar.
  • Das bereinigte Ergebnis je Aktie steigt auf 0,27 US-Dollar nach 0,25 US-Dollar im Vorjahresquartal.
  • Der Collectibles-Umsatz wächst um 57 Prozent auf 356,3 Mio. US-Dollar und erreicht 45,1 Prozent des Konzernumsatzes.

Marktanalyse & Details

EBITDA-Prognose steigt trotz Umsatzrückgang

GameStop rechnet für das am 30. Januar 2027 endende Geschäftsjahr nun mit einem bereinigten EBITDA von mehr als 650 Mio. US-Dollar. Damit hebt der Videospielhändler seine bisherige Prognose von mehr als 600 Mio. US-Dollar an. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2026 erzielte GameStop ein bereinigtes EBITDA von 339,7 Mio. US-Dollar.

Ausgehend vom Halbjahreswert muss das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte rechnerisch mindestens 310,3 Mio. US-Dollar beisteuern, um die neue Schwelle von 650 Mio. US-Dollar zu erreichen. Da die Prognose ausdrücklich über diesem Wert liegt, ist tatsächlich ein etwas höheres Ergebnis erforderlich.

Quartalszahlen zeigen höhere Profitabilität

Der Umsatz des zweiten Quartals bis zum 1. August 2026 fiel auf 790,2 Mio. US-Dollar, verglichen mit 972,2 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Rückgang von rund 18,7 Prozent. GameStop führt diesen Rückgang vor allem auf den Start der Nintendo Switch 2 im Vorjahr, geplante Filialschließungen und die Veräußerung des Frankreich-Geschäfts zurück.

Trotz der niedrigeren Erlöse verbesserte sich das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 0,27 US-Dollar nach 0,25 US-Dollar im Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis von 160,2 Mio. US-Dollar war laut Unternehmen das höchste Ergebnis für ein zweites Quartal in der Geschichte von GameStop.

Collectibles werden zum wichtigsten Wachstumstreiber

Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit Sammlerstücken. Der Nettoumsatz des Collectibles-Segments stieg im Jahresvergleich um 57 Prozent auf 356,3 Mio. US-Dollar. Damit entfielen 45,1 Prozent des gesamten Quartalsumsatzes auf diesen Bereich.

Die Zahlen unterstreichen die strategische Verschiebung weg vom klassischen Hardware- und Softwaregeschäft. Der steigende Anteil der Sammlerprodukte kann den Umsatzrückgang im Kerngeschäft teilweise kompensieren und dürfte zugleich für eine andere Margenstruktur sorgen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob dieses Wachstum dauerhaft anhält oder durch einzelne Produkttrends geprägt ist.

Hohe Liquidität stärkt finanziellen Spielraum

Zum 1. August verfügte GameStop über 5,4 Mrd. US-Dollar an Barmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten, marktgängigen Wertpapieren, digitalen Vermögenswerten und damit verbundenen Forderungen. Zusätzlich hielt das Unternehmen eine Beteiligung an eBay im Wert von 4,9 Mrd. US-Dollar.

Analysten-Einordnung: Die Anhebung der EBITDA-Prognose trotz des deutlichen Umsatzrückgangs deutet darauf hin, dass GameStop derzeit stärker von Profitabilität, Kostenkontrolle und dem margenstärkeren Produktmix profitiert als von steigenden Erlösen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der Umsatztrend allein das Bild nicht mehr vollständig erklärt. Entscheidend wird sein, ob das Collectibles-Geschäft den Rückgang bei Konsolen und Software nachhaltig ausgleichen kann und ob GameStop die erhöhte EBITDA-Prognose auch im zweiten Halbjahr bestätigt.

Die umfangreiche Liquiditätsposition reduziert den unmittelbaren Finanzierungsdruck. Gleichzeitig erhöht die große eBay-Beteiligung die Abhängigkeit von der Entwicklung eines einzelnen Finanzinvestments. Das stärkt zwar die Bilanz, macht die Bewertung der GameStop-Aktie aber weniger abhängig vom operativen Einzelhandel und stärker von der Kapitalallokation des Managements.

Erste Kursreaktion bleibt verhalten positiv

Die GameStop-Aktie notierte am 8. September 2026 um 15:22 Uhr bei 16,70 Euro und lag damit 1,15 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn steht weiterhin ein Minus von 4,42 Prozent zu Buche. Vor der Veröffentlichung der endgültigen Quartalszahlen hatte der Optionsmarkt Kursschwankungen von rund 9 Prozent eingepreist. Die bislang begrenzte positive Reaktion signalisiert daher keine vollständige Neubewertung, sondern zunächst eine vorsichtige Aufnahme der verbesserten Ergebnisprognose.

Fazit & Ausblick

GameStop liefert ein gemischtes Quartalsbild: Der Umsatz schrumpft deutlich, während operatives Ergebnis, bereinigtes Ergebnis je Aktie und EBITDA-Ausblick zulegen. Im weiteren Geschäftsjahr stehen die Entwicklung der Collectibles-Sparte, die Wirkung der Filialschließungen und die Erreichbarkeit der neuen EBITDA-Schwelle von über 650 Mio. US-Dollar im Mittelpunkt. Der Jahresabschluss für das am 30. Januar 2027 endende Geschäftsjahr wird zeigen, ob die verbesserte Profitabilität nachhaltig ist.

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