GameStop erwartet höheren Q2-Gewinn trotz Umsatzrückgang – eBay-Beteiligung treibt Ergebnis

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Kurzüberblick

  • GameStop erwartet im zweiten Quartal 2026 einen Nettogewinn von 290 bis 310 Mio. US-Dollar nach 168,6 Mio. US-Dollar im Vorjahr.
  • Der Umsatz soll wegen des ausgelaufenen Nintendo-Switch-2-Effekts, geplanter Filialschließungen und des Frankreich-Verkaufs auf 780 bis 800 Mio. US-Dollar sinken.
  • Im erwarteten Nettogewinn stecken rund 238 Mio. US-Dollar Gewinn aus der eBay-Beteiligung, während digitale Vermögenswerte und Forderungen rund 75 Mio. US-Dollar Verlust verursachten.
  • GameStop will Wandelanleihen im Nominalwert von rund 1,4 Mrd. US-Dollar tauschen und streichen; etwa 358,4 Mio. US-Dollar sollen dabei in bar statt in Aktien beglichen werden.

Marktanalyse & Details

Operatives Ergebnis steigt trotz deutlich niedrigerem Umsatz

GameStop veröffentlichte am 31. August vorläufige, ungeprüfte Zahlen für die 13 Wochen bis zum 1. August 2026. Der Umsatz wird auf 780 bis 800 Mio. US-Dollar veranschlagt, verglichen mit 972,2 Mio. US-Dollar im entsprechenden Vorjahresquartal. Das entspricht einem erwarteten Rückgang von rund 18 bis 20 Prozent.

Beim operativen Ergebnis zeichnet sich dagegen eine deutliche Verbesserung ab: GameStop rechnet mit 150 bis 170 Mio. US-Dollar nach 66,4 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Auf Basis der Prognosespannen würde die operative Marge damit rechnerisch bei etwa 19 bis 22 Prozent liegen, nach rund 6,8 Prozent im Vorjahr.

eBay-Investment prägt den Nettogewinn

Der erwartete Nettogewinn von 290 bis 310 Mio. US-Dollar fällt deutlich höher aus als die 168,6 Mio. US-Dollar des Vorjahres. Die Entwicklung ist jedoch nicht allein auf das operative Geschäft zurückzuführen. GameStop verbuchte im Quartal rund 238 Mio. US-Dollar an Nettogewinnen im Zusammenhang mit einem eBay-Derivat und der daraus entstandenen direkten Beteiligung. Dem stand ein Verlust von etwa 75 Mio. US-Dollar auf digitale Vermögenswerte und damit verbundene Forderungen gegenüber.

Zum 1. August hielt GameStop rund 43,4 Millionen eBay-Aktien mit einem beizulegenden Zeitwert von etwa 4,947 Mrd. US-Dollar. Durch die Umwandlung der zuvor offengelegten Derivatposition in eine direkte Aktienbeteiligung sanken zugleich die liquiden Mittel und handelbaren Wertpapiere. Diese Position macht das Ergebnis stärker von der Entwicklung der eBay-Aktie und von Bewertungsänderungen abhängig.

Wandelanleihen: weniger potenzielle Verwässerung, aber Barabfluss

Parallel zu den vorläufigen Zahlen änderte GameStop die Bedingungen eines bereits angekündigten Tauschs von 0,00-prozentigen Wandelanleihen mit Fälligkeiten 2030 und 2032. Insgesamt sollen Anleihen mit einem Nominalwert von rund 1,4 Mrd. US-Dollar getauscht und gelöscht werden.

Ursprünglich war die Abwicklung vollständig in GameStop-Aktien vorgesehen. Nach der Änderung wird der bereits abgelaufene Teil des 35 Handelstage umfassenden Referenzzeitraums in Aktien abgewickelt; der verbleibende Teil soll in bar erfolgen. Dafür sind rund 358,4 Mio. US-Dollar vorgesehen. Für GameStop reduziert die Barabwicklung zwar die mögliche Aktienverwässerung gegenüber einer reinen Aktienlösung, belastet aber die Liquidität.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass GameStop seine operative Kostenstruktur verbessert hat, der starke Anstieg des Nettogewinns aber nur eingeschränkt als nachhaltiger Gewinnfortschritt gewertet werden kann. Der operative Gewinn entwickelt sich klar positiv, während der Umsatzrückgang die weiterhin schwierige Dynamik im klassischen Videospielhandel zeigt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass sie bei der Bewertung stärker auf die bereinigte operative Profitabilität, die Entwicklung der eBay-Beteiligung und den verbleibenden Barmittelbestand achten sollten als auf den ausgewiesenen Nettogewinn allein.

Die GameStop-Aktie notierte am 31. August bei 16,21 Euro und lag damit 4,78 Prozent im Tagesplus. Seit Jahresbeginn blieb sie trotz der Reaktion auf die vorläufigen Zahlen mit 7,22 Prozent im Minus.

Fazit & Ausblick

GameStop erwartet für das zweite Quartal einen höheren operativen Gewinn und Nettogewinn, obwohl der Umsatz deutlich zurückgeht. Der wichtigste Termin für Anleger ist die Veröffentlichung der vollständigen Quartalszahlen am 8. September 2026. Dann dürften insbesondere die endgültige operative Marge, die Auswirkungen des Anleihetauschs, der Liquiditätsabfluss sowie die Bewertung der eBay-Aktien im Mittelpunkt stehen.

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