Freeport-McMoRan-Aktie fällt 6,95 %: Kupferpreis und US-Zollunsicherheit belasten

Freeport-McMoran Copper & Gold Inc AI Generated

Kurzüberblick

  • Die Freeport-McMoRan-Aktie verliert am 10. September 2026 im Handel in Frankfurt 6,95 Prozent auf 60,94 Euro.
  • Der Kupfer-Future fällt zeitweise 4,7 Prozent auf 6,56 US-Dollar je Pfund und entfernt sich vom Rekordhoch bei 6,89 US-Dollar.
  • Die US-Regierung hat ihre Entscheidung zu Zöllen auf raffiniertes Kupfer offenbar vertagt, wodurch ein wichtiger Kurstreiber an Bedeutung verliert.
  • Trotz des Tagesverlusts liegt Freeport-McMoRan seit Jahresbeginn noch 37,05 Prozent im Plus.

Marktanalyse & Details

Kupferpreis korrigiert nach Rekordlauf

Die Kupfer-Rally ist am Donnerstag abrupt ins Stocken geraten. Der kontinuierliche Kupfer-Future gab im frühen Handel um 4,7 Prozent auf 6,56 US-Dollar je Pfund nach, nachdem er in der vorherigen Sitzung mit 6,89 US-Dollar ein Rekordhoch erreicht hatte. Auch europäische Minenwerte gerieten unter Druck: Der Stoxx Europe 600 Basic Resources verlor 3,7 Prozent.

Für Freeport-McMoRan ist die Bewegung besonders relevant, weil der Konzern zu den weltweit bedeutenden Kupferproduzenten zählt. Der aktuelle Kursrückgang an der Lang & Schwarz Exchange spiegelt daher nicht nur eine allgemeine Risikoaversion, sondern auch die Neubewertung der künftigen Metallpreiserlöse wider.

US-Zollpolitik nimmt dem Markt einen Kurstreiber

Die Aussicht auf mögliche US-Zölle auf raffiniertes Kupfer hatte den jüngsten Preisanstieg zusätzlich beschleunigt. Händler hatten darauf gesetzt, dass Importbarrieren das Angebot auf dem US-Markt verknappen und die heimische Produktion fördern könnten. Nun wird die Entscheidung offenbar abgewogen, weil höhere Metallpreise zugleich die Kosten für produzierende Unternehmen und Verbraucher erhöhen würden.

Damit fällt ein spekulativer Faktor teilweise weg, der den Kupferpreis bis zum Rekordhoch getragen hatte. Zusätzlich belasten Konjunktursorgen, hohe Ölpreise von mehr als 100 US-Dollar je Barrel und die jüngste Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank die Stimmung bei zyklischen Rohstoffwerten.

Operative Erholung bleibt der zentrale Unternehmensfaktor

Unabhängig vom kurzfristigen Kupferpreis bleibt die Erholung des Grasberg-Komplexes in Indonesien der wichtigste operative Hebel für Freeport-McMoRan. Nach den Produktionsstörungen im Jahr 2025 strebt das Management eine schrittweise Normalisierung der unterirdischen Förderung und Verarbeitung an. Bei voller Auslastung wurden für den Komplex historisch rund 1,0 bis 1,2 Millionen Tonnen Kupfer sowie 1,0 bis 1,2 Millionen Unzen Gold pro Jahr genannt.

Daneben sollen die Erweiterung der Bagdad-Mine in Arizona und weitere US-Kupferprojekte das mittelfristige Wachstum stützen. Eine jüngste Analystenstufung hob die Aktie von Halten auf Kaufen an und nannte ein Kursziel von 75 US-Dollar. Begründet wurde dies vor allem mit der Grasberg-Erholung und dem langfristigen Ausbau der US-Kupferproduktion.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt aktuell den kurzfristigen Metallpreisimpuls höher gewichtet als die operative Erholung bei Freeport-McMoRan. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung ein erhöhtes Schwankungsrisiko: Der starke Anstieg von 37,05 Prozent seit Jahresbeginn hat die Aktie anfällig für Gewinnmitnahmen gemacht, während eine nachhaltige Stabilisierung des Kupferpreises und Fortschritte bei Grasberg die mittelfristige Investmentthese weiterhin stützen könnten.

Fazit & Ausblick

Die nächsten Kursimpulse dürften vor allem von der US-Entscheidung zu den Kupferzöllen, der Entwicklung des Kupferpreises und neuen Produktionsdaten aus Grasberg ausgehen. Bleibt die Zollpolitik unklar und verschärfen sich die Konjunktursorgen, kann der Druck auf Freeport-McMoRan anhalten. Eine Rückkehr des Kupfers in Richtung der jüngsten Hochs würde dagegen den Fokus wieder stärker auf die operative Erholung und die US-Wachstumsprojekte des Konzerns lenken.

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