Fabasoft erhält Kaufen & Kursziel 26 EUR: 0,50-Euro-Dividende für Anleger rückt in den Fokus
Kurzüberblick
Die Fabasoft AG hat ihren Jahresfinanzbericht für das Geschäftsjahr 2025/26 vorgelegt und meldet zum Jahresende eine deutliche Belebung im operativen Geschäft. Im laufenden Quartals- und Projektmix zeigt sich vor allem, dass das Cloud- und SaaS-Geschäft Fahrt aufnimmt – begleitet von steigenden wiederkehrenden Umsätzen und verbesserten Ergebniskennzahlen.
Parallel sorgt eine aktualisierte Analystenstudie für Rückenwind: Sie stuft die Aktie auf Kaufen und nennt ein Kursziel von 26,00 EUR für 12 Monate. Für Aktionäre wird zudem die Dividende sichtbar: Vorstand und Aufsichtsrat wollen auf der Hauptversammlung am 8. Juli 2026 eine Ausschüttung von 0,50 EUR je Aktie vorschlagen.
Marktanalyse & Details
Geschäftsentwicklung: Umsatz wächst, Ergebnis verbessert sich
Im Geschäftsjahr 2025/26 steigert Fabasoft den Umsatz auf 90,0 Mio. EUR. Auch auf Ergebnisebene gab es Fortschritte: Das EBITDA liegt bei 23,5 Mio. EUR, das EBIT steigt auf 15,7 Mio. EUR. Daraus resultiert eine EBIT-Marge von 17,4% (Vorjahr: 15,3%).
Hinzu kommt eine klare Verschiebung zugunsten wiederkehrender Erlöse: Die Recurring Revenues wachsen auf 54,886 Mio. EUR; ihr Anteil am Gesamtumsatz steigt auf 61,0%. Für das Unternehmen ist das relevant, weil planbarere Einnahmen die Grundlage für nachhaltige Margen- und Cashflow-Planung schaffen.
Schlussquartal als Signal: Wachstum beschleunigt sich
Im vierten Quartal zeigt sich das Wachstum stärker: Die Analysten verweisen auf ein Plus von 12,0% yoy im Q4. Treiber waren laut Einschätzung insbesondere das Deutschland-Geschäft – sowohl im privaten Umfeld mit dem Qualitätsmanagementmodul Approve als auch im öffentlichen Bereich über die eGov-Suite.
- Recurring Erlöse im Q4: 14,7 Mio. EUR
- Einordnung für die Entwicklung: Analysten sehen einen Beitrag von 4,1 Prozentpunkten zum Konzern-Umsatzwachstum
- Einmallizenzen: nur noch 0,8% des Umsatzes
Dass der Anteil der Einmallizenzen weiter sinkt, deutet darauf hin, dass Fabasoft zunehmend wiederkehrende Wertschöpfung verkauft – ein Punkt, der bei Softwarewerten für die Bewertungslogik (Qualität statt Volatilität) häufig entscheidend ist.
Kostenkontrolle stützt Marge – Investitionen bleiben aber Thema
Operativ stützt eine disziplinierte Kostensteuerung die Profitabilität: Das EBIT steigt deutlich, während die Personalkosten nach Einschätzung nur moderat zulegen. Gleichzeitig kündigt die Planung für 2026/27 mehr Druck aus bestimmten Kostenblöcken an: höhere Hosting- und Vertriebskosten sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der internen SAP-Umstellung auf S/4HANA.
Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Analysten eine sinkende EBIT-Marge auf rund 15,6%. Das ist kein Widerspruch zum Fortschritt aus 2025/26, sondern eher eine typische Phase: Der Umbau und die Skalierung in der Infrastruktur wirken kurzfristig margenbelastend, sollen aber mittelfristig die Kostenbasis und Wachstumsgeschwindigkeit verbessern.
Free Cashflow und Dividende: Mehrheitlich aus der Substanz
Besonders positiv fällt der Cashflow-Teil aus: Fabasoft erzielte einen Free Cashflow von 13,0 Mio. EUR nach Leasing-Zahlungen. Gleichzeitig belief sich der CAPEX auf 5,4 Mio. EUR (unterhalb der Erwartungen der Analysten). Die Liquidität ist solide: Die liquiden Mittel lagen zum 31.03.2026 bei 41,8 Mio. EUR.
Auf dieser Basis soll die Dividende deutlich steigen: Auf der Hauptversammlung am 8. Juli 2026 sollen 0,50 EUR je Aktie beschlossen werden – nach 0,10 EUR im Vorjahr. Für Anleger bedeutet diese Kombination aus höherer Ausschüttung und gestärktem Free Cashflow, dass das Management Spielräume für Vergütung und gleichzeitig Investitionen verteidigen kann.
Analysten-Einordnung
Die Entwicklung deutet darauf hin, dass Fabasoft den Spagat zwischen Wachstum, Marge und Cash-Disziplin besser löst als viele Marktteilnehmer erwarten. Die Kombination aus steigenden wiederkehrenden Erlösen (Anteil 61,0%), verbesserten Ergebniskennzahlen und einem deutlichen Free-Cashflow-Sprung wirkt wie ein Fundament für die weitere SaaS-Transformation. Gleichzeitig sollte die anstehende SAP-Umstellung und der zu erwartende Margendruck bei Hosting und Vertrieb im Blick bleiben: Für Anleger ist das entscheidend, ob die niedrigere Marge ab 2026/27 als einmaliger Umbau-Effekt interpretiert werden kann oder ob sie sich strukturell verstetigt.
Aktie im Börsenkontext: Kurs fällt, Fundament verbessert
Zur Einordnung: Die Fabasoft-Aktie notiert bei 13,20 EUR. Am aktuellen Handelstag verzeichnet sie -0,38%, im laufenden Jahr liegt sie bei -16,72%. Dass sich die Aktie trotz dieser Schwächephase mit einem Rückenwind aus Ergebnis- und Cashflow-Daten konfrontiert sieht, kann dafür sprechen, dass der Markt einen Teil der operativen Stärke noch nicht vollständig eingepreist hat.
Fazit & Ausblick
Fabasoft liefert mit Umsatzwachstum, erhöhter EBIT-Marge und starkem Free Cashflow ein überzeugendes Gesamtbild für 2025/26. Die angekündigte Dividende von 0,50 EUR setzt dabei ein klares Signal an die Aktionäre – und die Analystenstudie untermauert die Erwartung, dass das wiederkehrende Geschäftsmodell weiter an Bedeutung gewinnt.
Für den nächsten Schritt bleibt vor allem die Hauptversammlung am 8. Juli 2026 relevant. Anleger sollten darüber hinaus bei den kommenden Quartalszahlen prüfen, ob sich das Wachstum im wiederkehrenden Bereich fortsetzt und wie stark die SAP-Umstellung sowie Hosting- und Vertriebsaufwendungen die Marge im Jahresverlauf beeinflussen.
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