EyePoint: TD Cowen stuft die Aktie auf Hold ab und senkt das Kursziel auf 4 US-Dollar
Kurzüberblick
- TD Cowen stuft EyePoint von Buy auf Hold herab und senkt das Kursziel von 20 auf 4 US-Dollar.
- Auslöser ist das Scheitern der ersten Phase-III-Studie LUGANO zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration.
- Der Analyst erwartet nach dem Studienfehlschlag erhebliche Skepsis bei Anlegern und Aufsichtsbehörden.
- Die verfügbaren Marktdaten zeigen für EyePoint 3,80 Euro je Aktie, eine Tagesperformance von minus 2,06 Prozent und eine YTD-Entwicklung von minus 75,25 Prozent.
Marktanalyse & Details
Abstufung nach gescheiterter Phase-III-Studie
TD Cowen hat die Einstufung von EyePoint Inc. von Buy auf Hold gesenkt. Gleichzeitig reduzierte das Analystenhaus das Kursziel deutlich von 20 auf 4 US-Dollar. Die Neubewertung folgt auf das Scheitern der ersten Phase-III-Studie LUGANO zur Prüfung von Duravyu bei feuchter altersbedingter Makuladegeneration.
EyePoint hatte nach dem Studienergebnis eine nachträgliche Auswertung der LUGANO-Daten vorgelegt. Dabei ergab sich nach dem Ausschluss von rund 4 Prozent der am schlechtesten abschneidenden Patienten ein Unterschied von minus 2,4 Buchstaben bei der Sehschärfe. Nach Einschätzung des Managements lag die untere Grenze des Konfidenzintervalls bei rund 4 Buchstaben. TD Cowen hält diesen Effekt jedoch nicht für ausreichend, um die Erfolgsaussichten der laufenden LUCIA-Studie deutlich anzuheben.
Regulatorische Unsicherheit bleibt hoch
LUCIA wurde laut TD Cowen ähnlich schnell wie LUGANO rekrutiert. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass LUCIA auch Patienten außerhalb der USA einschließt. Selbst bei einem positiven Ergebnis sieht der Analyst jedoch einen unsicheren regulatorischen Weg. Eine alleinige Anerkennung der nachträglichen LUGANO-Auswertung durch die zuständige Behörde gilt als wenig wahrscheinlich, da es dafür nach Einschätzung des Analystenhauses in der Augenheilkunde keine belastbaren Präzedenzfälle gibt.
Als günstigstes, aber weiterhin unsicheres Szenario nennt TD Cowen eine gemeinsame Auswertung von LUGANO und LUCIA. Dafür müsste LUCIA bei der bestkorrigierten Sehschärfe jedoch deutlich besser ausfallen als die nachträgliche LUGANO-Analyse, damit eine statistisch überzeugende gepoolte Auswertung möglich wird.
Zusätzliche Sorgen um Duravyu
Neben dem Studiendesign sieht TD Cowen längerfristige Risiken für Duravyu als mögliche Erhaltungstherapie. Die Kurven für die bestkorrigierte Sehschärfe zeigten auch in der nachträglichen Analyse in den letzten Monaten einen Rückgang. Dieser Trend könnte sich im zweiten Studienjahr verstärken, weil ein Teil der Patienten möglicherweise noch von der anfänglichen Behandlung mit drei Dosen profitiert.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt derzeit nicht nur das gescheiterte LUGANO-Ergebnis einpreist, sondern vor allem die Unsicherheit über die Zulassungsstrategie und die längerfristige Wirksamkeit von Duravyu. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass EyePoint bis zu belastbaren LUCIA-Daten stark ergebnis- und regulatorikabhängig bleibt. Das von 20 auf 4 US-Dollar gesenkte Kursziel signalisiert, dass TD Cowen selbst bei einem möglichen Erfolg der Folgestudie nur begrenzte Planungssicherheit sieht.
Die verfügbaren Marktdaten vom 2. September weisen für die Aktie einen Kurs von 3,80 Euro aus. Die Tagesperformance lag bei minus 2,06 Prozent, während die Aktie seit Jahresbeginn 75,25 Prozent verloren hat. Der Euro-Kurs ist mit dem in US-Dollar formulierten Kursziel allerdings nicht direkt vergleichbar.
Fazit & Ausblick
Der zentrale Kurstreiber bleibt nun die LUCIA-Studie. Entscheidend werden deren Ergebnisse zur Sehschärfe sowie die Frage sein, ob EyePoint daraus einen regulatorisch akzeptierten Zulassungsweg für Duravyu ableiten kann. Bis zur Vorlage belastbarer Daten dürften die Aktie und die Bewertung von hoher Volatilität und erheblicher Unsicherheit geprägt bleiben.
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