EyePoint-Aktie: TD Cowen stuft nach Phase-III-Fehlschlag auf Hold ab
Kurzüberblick
- TD Cowen stufte EyePoint am 2. September 2026 von Buy auf Hold herab.
- Das Kursziel sank nach dem Fehlschlag der ersten Phase-III-Studie von 20 auf 4 US-Dollar.
- Der Analyst sieht erhebliche Zweifel an der regulatorischen Zukunft des Wirkstoffs Duravyu bei feuchter altersbedingter Makuladegeneration.
- Die EyePoint-Aktie notierte zuletzt bei 3,72 Euro, 4,12 Prozent unter dem Vortag und 75,77 Prozent unter dem Jahresanfang.
Marktanalyse & Details
Abstufung und Kursziel
TD Cowen hat die Einstufung für EyePoint von Buy auf Hold gesenkt und das Kursziel von 20 auf 4 US-Dollar reduziert. Der neue Zielwert entspricht einer Kürzung um 80 Prozent. Auslöser ist das Scheitern der ersten Phase-III-Studie LUGANO zum Einsatz von Duravyu bei feuchter altersbedingter Makuladegeneration.
Die europäische Notierung lag am 2. September gegen 15:19 Uhr bei 3,72 Euro. Damit verlor die Aktie im Tagesverlauf 4,12 Prozent und büßte seit Jahresbeginn 75,77 Prozent ein. Ein direkter Vergleich mit dem Kursziel in US-Dollar ist wegen der unterschiedlichen Währungen nur eingeschränkt möglich.
Warum der Analyst skeptisch bleibt
TD Cowen hält eine nachträgliche Auswertung der LUGANO-Daten zwar für aufschlussreich, aber nicht für überzeugend genug, um die Erfolgsaussichten der zweiten Phase-III-Studie LUCIA deutlich anzuheben. Das Unternehmen argumentiert, dass neun Patienten eine ungewöhnliche Randomisierungssituation ausgelöst und den Duravyu-Arm überproportional belastet haben könnten. Der Analyst bewertet die Wahrscheinlichkeit eines solchen Zufallsereignisses jedoch als gering.
- Die nachträgliche Analyse ergab nach Herausnahme der rund vier Prozent schwächsten Patienten eine Differenz von minus 2,4 Buchstaben bei der bestkorrigierten Sehschärfe.
- Die daraus abgeleiteten Daten werden von TD Cowen nicht als stark genug eingeschätzt, um einen überzeugenden Nachweis der Nichtunterlegenheit zu liefern.
- LUCIA wurde laut Analyst ähnlich schnell wie LUGANO rekrutiert; ein wesentlicher Unterschied ist die Einbeziehung von Patienten außerhalb der USA.
- Die Zulassungsbehörde könnte die nachträgliche Analyse zurückweisen, da es nach Einschätzung von TD Cowen dafür innerhalb der Augenheilkunde bislang keinen belastbaren Präzedenzfall gibt.
- Die Kurven für die bestkorrigierte Sehschärfe zeigen zudem in den letzten Studienmonaten einen Rückgang. Das nährt Zweifel an Duravyu als längerfristiger Erhaltungstherapie.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass EyePoint derzeit vor allem ein binärer klinischer und regulatorischer Wert bleibt. Selbst ein Erfolg von LUCIA würde die Unsicherheit nicht automatisch beseitigen, weil die Behörde möglicherweise eine kombinierte Auswertung beider Studien verlangt oder die nachträgliche LUGANO-Analyse nicht anerkennt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Bewertung stark von den noch ausstehenden LUCIA-Daten und dem anschließenden regulatorischen Vorgehen abhängt. Die deutliche Kurszielsenkung signalisiert, dass TD Cowen das Risiko eines dauerhaften Vertrauensverlusts höher gewichtet als die Möglichkeit einer vollständigen Erholung durch eine einzelne positive Studie.
Fazit & Ausblick
Im Mittelpunkt stehen nun die Ergebnisse von LUCIA und die Reaktion der Zulassungsbehörden auf die LUGANO-Daten. Der günstigste von TD Cowen skizzierte Weg wäre eine überzeugende kombinierte Auswertung beider Studien, doch auch dieses Szenario bleibt ausdrücklich unsicher. Bis belastbare LUCIA-Daten und mehr regulatorische Klarheit vorliegen, dürfte die EyePoint-Aktie besonders stark auf klinische Zwischenstände, Studiendaten und Behördenaussagen reagieren.
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