Evonik Industries Aktie: Berenberg hebt Kursziel auf 22,50 Euro an
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Berenberg erhöht das Kursziel für Evonik von 20 auf 22,50 Euro und bestätigt die Einstufung „Hold“.
- Im dritten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 3,83 Milliarden Euro.
- Das bereinigte EBITDA legte um 40,4 Prozent auf 629 Millionen Euro zu; unter dem Strich blieb ein Verlust von 53 Millionen Euro.
- Für 2026 erwartet Evonik das bereinigte EBITDA in der oberen Hälfte der Spanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro.
Marktanalyse & Details
Berenberg sieht höheres Kursziel, bleibt aber bei „Hold“
Berenberg hat das Kursziel für die Evonik-Aktie von 20 auf 22,50 Euro angehoben. Die Einstufung bleibt unverändert bei „Hold“: Das höhere Ziel signalisiert damit keine Hochstufung der Aktie. Zum angegebenen Kurs von 20,94 Euro lag das neue Kursziel rund 7,4 Prozent darüber. Die Aktie notierte am 4. November um 08:00 Uhr mit einem Plus von 0,19 Prozent; seit Jahresbeginn betrug der Anstieg 57,09 Prozent.
Die Einschätzungen am Markt gehen auseinander: JPMorgan nennt ein Kursziel von 15 Euro und stuft Evonik mit „Underweight“ ein. Die DZ Bank hatte ihre Empfehlung am Vortag von „Buy“ auf „Hold“ gesenkt und einen fairen Wert von 22 Euro genannt. Berenbergs Zielanhebung fällt damit in ein Umfeld unterschiedlicher Erwartungen an die weitere Entwicklung des Chemiekonzerns.
Operative Erholung, aber weiterhin Nettoverlust
Im dritten Quartal erzielte Evonik einen Umsatz von 3,83 Milliarden Euro, 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA stieg um 40,4 Prozent auf 629 Millionen Euro. Der operative Zuwachs schlug sich jedoch noch nicht in einem positiven Nettoergebnis nieder: Wegen Belastungen aus dem Sparprogramm, darunter Rückstellungen für Abfindungen, stand ein Verlust von 53 Millionen Euro zu Buche. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag 106 Millionen Euro betragen.
Für das Gesamtjahr konkretisierte der Konzern seine Prognose: Das bereinigte EBITDA soll nun voraussichtlich in der oberen Hälfte der Spanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro liegen. Das ist eine verbesserte operative Erwartung, beseitigt aber nicht die Belastungen durch die laufende Restrukturierung.
Analysten-Einordnung: Die Kombination aus kräftigem EBITDA-Wachstum und weiterhin negativem Nettoergebnis zeigt, dass sich die operative Erholung noch nicht vollständig im Konzernergebnis niederschlägt. Berenbergs höheres Kursziel dürfte die verbesserte Ergebnisdynamik und den angehobenen Ausblick berücksichtigen; das bestätigte „Hold“-Votum spricht zugleich dafür, dass die Bewertung aus Sicht des Hauses bereits einen Teil der positiven Entwicklung abbildet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend wird sein, ob Evonik die operative Stärke im Schlussquartal halten und die Kosten des Sparprogramms weiter abfedern kann.
Übernahmefantasie bleibt ein zusätzlicher Faktor
Zusätzlich steht die mögliche Annäherung an BASF im Anlegerfokus. Evonik hat eine Übernahmeverhandlung bislang nicht aufgenommen und betont die strategische Weiterentwicklung als eigenständiges Unternehmen. Offen ist der Konzern lediglich für einen informativen, vertraulichen Austausch. Damit bleibt die Transaktionsfrage ein Unsicherheits- und Kurstreiber neben den Geschäftszahlen.
Fazit & Ausblick
Berenbergs Kurszielanhebung setzt ein positives Signal, während das unveränderte „Hold“-Rating und abweichende Einschätzungen anderer Häuser zur Vorsicht mahnen. Im weiteren Jahresverlauf stehen die Entwicklung des Schlussquartals, die Umsetzung des Sparprogramms und die Bestätigung der EBITDA-Prognose im Mittelpunkt. Ein konkreter Termin für die nächsten Geschäftszahlen ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt.
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