EVN nimmt 28,8-MW-Windpark in Betrieb und beschleunigt Strategie 2030 für Netze, Speicher und erneuerbare Energien
Kurzüberblick
Die EVN AG treibt ihre Strategie 2030 weiter voran und hat vor zwei Wochen in der Gemeinde Gnadendorf-Stronsdorf nördlich von Wien einen Windpark mit insgesamt 28,8 MW Leistung in Betrieb genommen. Damit stärkt der in den Kernmärkten Niederösterreich, Bulgarien und Nordmazedonien aktive Energiekonzern sein Profil als Energie- und Infrastrukturdienstleister.
An der Börse zeigt sich die Aktie zum Zeitpunkt der Meldung mit 28,60 Euro leicht schwächer, nachdem sie heute um 0,35% nachgegeben hat. Gleichzeitig bleibt das Bild für das laufende Jahr positiv, denn die EVN-Aktie liegt YTD bei +5,54%. Im Kern geht es EVN dabei darum, Erneuerbare mit dem Ausbau der Stromnetze und neuen Speicherlösungen zu verbinden, um die zunehmenden Schwankungen im Stromsystem besser abzufedern.
Marktanalyse & Details
Halbjahreszahlen liefern Rückenwind
Parallel zur operativen Umsetzung liefert EVN finanzielle Belege für die belastbare Entwicklung des integrierten Geschäftsmodells. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz leicht von 1,73 auf 1,79 Milliarden Euro. Beim EBITDA meldet EVN einen Anstieg um 7,9% auf 553,3 Millionen Euro, während der Konzerngewinn um 24,7% auf 312,4 Millionen Euro zulegte. Als Treiber werden regulatorische Preiseffekte im Netzgeschäft, operative Verbesserungen im Energievertrieb sowie positive Einmaleffekte genannt.
- Umsatz: 1,79 Milliarden Euro, leicht über Vorjahr
- EBITDA: 553,3 Millionen Euro, plus 7,9%
- Konzerngewinn: 312,4 Millionen Euro, plus 24,7%
- Ausblick Gesamtjahr 2025/26: Ergebnisprognose unverändert im Korridor von 430 bis 480 Millionen Euro
Analysten-Einordnung: Die Kombination aus steigender Ergebnisdynamik und bestätigter Guidance deutet darauf hin, dass EVN das erwartete Zusammenspiel aus regulierten Netzerträgen und operativer Optimierung zunehmend in stabile Cash- und Ergebnisbeiträge übersetzt. Für Anleger bedeutet das vor allem: Das Risiko stark schwankender Ergebnisquellen wirkt im Vergleich zu rein handelsgetriebenen Versorgern gedämpfter. Gleichzeitig hängt die mittel- bis langfristige Bewertung stark davon ab, wie konsequent EVN die geplanten Investitionen in Speicher, Digitalisierung und Netzinfrastruktur bis zu den Zielmarken skaliert.
Strategie 2030: 1 Milliarde Euro pro Jahr als Investitionsprogramm
Der neue Windpark ist ein Baustein innerhalb eines größeren Wachstumsplans. EVN will jährlich rund eine Milliarde Euro investieren, um vor allem Stromnetze, Großbatteriespeicher sowie Wind- und Solarenergie auszubauen. Laut Unternehmensangaben entfallen dabei 80% der Investitionen auf Niederösterreich, wo der Konzern seinen Hauptsitz hat.
Im Netzbereich setzt EVN auf Kapazitätsaufbau und Modernisierung: Bis 2034 sollen zusätzlich zu den bestehenden 90 Umspannwerken 55 neue Umspannwerke entstehen, während die Anlagen zugleich modernisiert werden. Damit zielt das Unternehmen darauf ab, die wachsenden Schwankungen aus erneuerbaren Einspeisungen besser auszugleichen.
Klare Zielbilder bei Wind, Photovoltaik und Großbatterien
EVN nennt konkrete Ausbauschritte bis 2030:
- Windkraft: Ausbau der Installationskapazitäten von 561 auf 770 MW
- Photovoltaik: Anstieg von 120 auf 300 MWp
- Großbatterien: Erhöhung der Speicherleistung von 12 auf 300 MW
Beim Speicherfokus wird zudem auf Technologie und Software aufgebaut: Die Software für die ertragsoptimierte Bewirtschaftung der Batterien stammt aus der konzerneigenen Tochter CyberGrid. Für das Marktumfeld ist das relevant, weil Flexibilitätsleistungen an Bedeutung gewinnen, sobald erneuerbare Einspeisung und Netzbelastung stärker schwanken.
Neue Ertragsfelder ergänzen das regulierte Netzgeschäft
Neben den Netzen will EVN das Wachstum über zusätzliche Geschäftsfelder absichern. Dazu zählt die Kooperation im E-Mobilitätsbereich: Im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 startet eine Zusammenarbeit mit AVIA Österreich, um den Ausbau von Schnellladestationen voranzutreiben und an Tankstellen zusätzliche Ladepunkte zu installieren.
Im Bereich Trinkwasserversorgung setzt EVN auf zwei Schwerpunkte: die überregionale Vernetzung der Versorgungsinfrastruktur über Transportleitungen sowie die Stabilisierung der Wasserqualität durch Naturfilteranlagen. Ergänzend verweist EVN auf mehrere strategische Beteiligungen als zusätzliche Ertragssäulen.
Fazit & Ausblick
Mit der Inbetriebnahme des Windparks und dem konsequenten Ausbaupfad bei Netzen, Speichern und erneuerbaren Energien arbeitet EVN an einem integrierten Wachstumsmodell, das regulatorisch gestützte Einnahmen mit flexibleren Zukunftsthemen verbindet. Kurzfristig bleibt entscheidend, ob die operative Verbesserung und die Ergebnisentwicklung den bestätigten Prognosekorridor von 430 bis 480 Millionen Euro für 2025/26 stützen. In den kommenden Quartalen dürfte der Fokus der Anleger insbesondere auf der Umsetzung der Netzinvestitionen sowie auf dem Hochlauf der Speicher- und Digitalisierungseffekte liegen.
Hinweise zu diesem Inhalt
Diese Inhalte wurden ganz oder teilweise automatisiert unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler, Ungenauigkeiten oder unvollständige Informationen enthalten. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen.
Die Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen keine individuelle, fachkundige Beratung.
Eine Haftung für Vermögensschäden oder sonstige Schäden, die aus der Nutzung der Inhalte entstehen, ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen.