Eurobattery Minerals meldet 63,1 % WO₃ im San-Juan-Wolframkonzentrat
Kurzüberblick
- Eurobattery Minerals erzielte im Labortest für das San-Juan-Projekt ein Wolframkonzentrat mit 63,1 % WO₃.
- Der ausschließlich gravimetrische Prozess gewann 49,9 % des im Aufgabegut enthaltenen Wolframs zurück.
- 92 % des Scheelits lagen frei oder aufgeschlossen vor; Flotation, chemische Reagenzien und Laugung waren nicht erforderlich.
- Das Unternehmen will Detail-Engineering, Anlagenbau und Inbetriebnahme im Jahr 2027 vorantreiben.
Marktanalyse & Details
Labortest bestätigt hohe Konzentration
Eurobattery Minerals hat die Ergebnisse eines metallurgischen Testprogramms für das San-Juan-Wolframprojekt in A Gudiña in Galicien veröffentlicht. Die Untersuchungen liefen von April bis Juli 2026 im Labor von SLR Consulting in Truro anhand einer Großprobe aus dem Projekt. Ziel war es, die erreichbare Konzentratqualität und Wolframausbeute mit einem konventionellen Schwerkraftverfahren zu bestimmen.
In der Reinigungsstufe erreichte das Konzentrat einen Gehalt von 63,1 % WO₃. Der getestete Kreislauf bestand aus Entschlämmung per Hydrozyklon, Spiralkonzentration, Auskehrung und Reinigung. Insgesamt wurden 49,9 % des im Aufgabegut enthaltenen Wolframs in ein Konzentrat überführt, das lediglich 0,7 % der ursprünglichen Aufgabemasse ausmachte.
- Der Bond-Zerkleinerungsindex lag bei 6,67 kWh/t und wurde als sehr leicht eingestuft.
- Der Abrasionsindex von 0,12 weist auf wenig abrasives Erz hin.
- 92 % des Scheelits waren frei oder aufgeschlossen, lediglich 4 % erschienen eingekapselt.
- Zum Einsatz kamen handelsübliche Hydrozyklone, Spiralen, Rütteltische und Eindicker.
Vorteile des gravimetrischen Verfahrens
Nach Angaben des Unternehmens kommt der Testkreislauf vollständig ohne Flotation, chemische Trennreagenzien und Laugung aus. Dadurch könnte die spätere Aufbereitungsanlage einfacher aufgebaut werden und einen geringeren Chemikalienbedarf sowie einen niedrigeren ökologischen Fußabdruck aufweisen. Ob sich daraus tatsächlich niedrigere Investitions- und Betriebskosten ergeben, lässt sich allerdings erst nach Abschluss des Anlagen-Engineerings belastbar beurteilen.
Im von Eurobattery Minerals angeführten Vergleich weist San Juan einen Aufgabegutgehalt von 0,73 % WO₃ und eine berechnete Rückgewinnung von 3,64 kg WO₃ je Tonne Erz auf. Dieser Wert liegt innerhalb der veröffentlichten Spanne von Projekten mit Machbarkeits- oder Vor-Machbarkeitsstudie. Die Gesellschaft betont jedoch selbst, dass die San-Juan-Zahlen aus einem Labortest stammen und nicht direkt mit dem kontinuierlichen Betrieb einer industriellen Anlage vergleichbar sind.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass Eurobattery Minerals beim San-Juan-Projekt einen technisch plausiblen und vergleichsweise einfachen Aufbereitungsweg identifiziert hat. Der hohe Anteil aufgeschlossenen Scheelits und die Nutzung von Standardtechnik reduzieren zentrale Prozessrisiken gegenüber einem Verfahren, das auf Flotation oder chemische Trennung angewiesen wäre. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung vor allem eine Verbesserung der technischen Ausgangslage – noch keinen Nachweis der Wirtschaftlichkeit.
Entscheidend sind nun die Übertragbarkeit der Laborergebnisse auf größere Mengen und einen stabilen Dauerbetrieb, die tatsächliche Ausbeute der künftigen Anlage sowie die noch zu klärenden Investitionskosten, Finanzierung, Genehmigungen und Absatzbedingungen für das Konzentrat. Auch der angegebene Konzentratgehalt allein sagt nichts über die Größe der Lagerstätte oder die erzielbare Produktionsmenge aus.
Projektfortschritt in Spanien
Eigentümer des Projekts ist Tungsten San Juan S.L. Das Unternehmen plant als nächste Schritte das Detail-Engineering, den Bau der Aufbereitungsanlage und die Inbetriebnahme im Jahr 2027. Damit verschiebt sich der Fokus von der metallurgischen Charakterisierung auf die technische Umsetzung und die wirtschaftliche Projektdefinition.
Fazit & Ausblick
Der Test liefert Eurobattery Minerals einen positiven technischen Meilenstein: Ein 63,1-%-WO₃-Konzentrat wurde mit einem rein gravimetrischen, chemiefreien Kreislauf erreicht. Der nächste wichtige Prüfstein ist die Überführung dieser Ergebnisse in die Anlagenplanung und anschließend in einen industriellen Betrieb. Anleger sollten daher vor allem auf belastbare Angaben zu Ausbeute, Kosten, Finanzierung, Genehmigungen und dem Zeitplan für den Anlagenbau im Jahr 2027 achten.
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