Eli-Lilly-Aktie: Berenberg hebt Rating auf Kaufen und Kursziel auf 1.400 US-Dollar

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Berenberg stufte Eli Lilly am 15. September von Halten auf Kaufen hoch.
  2. Das Kursziel wurde von 1.220 auf 1.400 US-Dollar angehoben; daraus ergibt sich laut Analysten rund 25 Prozent Aufwärtspotenzial.
  3. Lilly stärkt seine KI-Strategie mit TuneLab und neuen Vereinbarungen mit Ginkgo Bioworks und Twist Bioscience.
  4. Die Eli-Lilly-Aktie notierte am 16. September bei 988,30 Euro und lag 0,74 Prozent im Plus; seit Jahresbeginn beträgt der Zuwachs 7,76 Prozent.

Marktanalyse & Details

Berenberg sieht weiteres Potenzial

Berenberg hat die Eli-Lilly-Aktie von Hold auf Buy hochgestuft und das Kursziel von 1.220 auf 1.400 US-Dollar erhöht. Grundlage der Einschätzung ist eine Analyse der erwarteten Kapitalrendite für 2026, die Eli Lilly weiterhin eine starke Erfolgsbilanz bei der Erzielung hoher Renditen bescheinigt.

Die Bewertung baut vor allem auf Lillys Position im schnell wachsenden Markt für Medikamente gegen Übergewicht und Diabetes auf. Zepbound und Mounjaro gelten nach Einschätzung der Analysten als führende Marken. Zudem könnte die erwartete Zulassung des oralen GLP-1-Medikaments Foundayo zusätzliche Nachfrage freisetzen. Das Medicare-Bridge-Programm soll den Zugang zu Adipositasmedikamenten in den USA unterstützen und laut Berenberg zu einem deutlichen Nachfrageanstieg beitragen.

Pipeline-Ausbau durch externe Deals

Die hohen Mittelzuflüsse aus dem Adipositasgeschäft ermöglichen Lilly zugleich eine aggressive Erweiterung der Wirkstoffpipeline. Berenberg zufolge hat der Pharmakonzern im laufenden Jahr bereits rund 60 Milliarden US-Dollar für mehr als 25 Geschäftsentwicklungs- und Beteiligungstransaktionen zugesagt. Viele der neu hinzugekommenen Programme könnten demnach ein Umsatzpotenzial von mehreren Milliarden US-Dollar besitzen und die Abhängigkeit von einzelnen Wirkstoffklassen verringern.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Berenberg Eli Lilly nicht nur als Profiteur des aktuellen GLP-1-Booms bewertet, sondern als Unternehmen mit ausreichend finanzieller Reichweite für den nächsten Wachstumsschub. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch auch, dass die Erwartungen bereits sehr hoch liegen. Entscheidend bleiben die tatsächliche Entwicklung der Adipositasnachfrage, die Zulassung und Vermarktung von Foundayo sowie die Fähigkeit des Managements, die umfangreichen Pipeline-Investitionen in erfolgreiche Produkte zu übersetzen.

TuneLab verbindet KI mit Labordaten

Parallel baut Lilly die Plattform TuneLab als kollaboratives Zentrum für KI- und maschinelles Lernen in der Arzneimittelforschung aus. TuneLab stellt teilnehmenden Biotech-Unternehmen Modelle zur Verfügung, die mit jahrzehntelangen proprietären Forschungsdaten von Lilly trainiert wurden.

Ginkgo Bioworks liefert über Ginkgo Datapoints künftig Daten für die Entwicklungsprüfung kleiner Moleküle und Antikörper. Twist Bioscience übernimmt Dienstleistungen zur Charakterisierung von Antikörpern, unter anderem für das Vorhersagemodell AbLab. Beide Kooperationen sollen experimentelle Labordaten schneller mit digitalen Wirkstoffmodellen verknüpfen und die Auswahl geeigneter Kandidaten beschleunigen.

Die strategische Bedeutung liegt damit weniger in kurzfristigen Erlösen als in einem potenziellen Datenkreislauf: Je mehr hochwertige Versuchsdaten in die Modelle einfließen, desto präziser könnten spätere Wirkstoffdesigns werden. Der aktuelle Kursanstieg von 0,74 Prozent lässt sich allerdings nicht eindeutig einer einzelnen Meldung zuordnen.

Fazit & Ausblick

Das höhere Berenberg-Kursziel stärkt die positive Wahrnehmung der Eli-Lilly-Aktie, setzt aber eine anhaltend starke operative Entwicklung voraus. Im Fokus stehen nun die 2026er Unternehmensprognose, die weitere Entwicklung von Foundayo, die Nachfrage nach Zepbound und Mounjaro sowie konkrete Fortschritte aus Lillys externen Pipeline-Deals und der TuneLab-Plattform. Positive Zulassungs- und Studiendaten könnten die Wachstumsstory stützen; Verzögerungen oder enttäuschende Nachfragezahlen würden wegen der hohen Erwartungen dagegen für erhöhte Kursschwankungen sorgen.

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