Ehemalige Jenoptik-Tochter Vincorion scheitert trotz Buy-Rating an der 20-Euro-Marke
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die Vincorion-Aktie legte nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank zunächst mehr als 6 Prozent zu, fiel aber unter 20 Euro zurück.
- Die Deutsche Bank sieht mit einem Kursziel von 26 Euro weiteres Potenzial und erwartet bis 2030 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 15 Prozent pro Jahr.
- Neue mobile Energiesysteme und eine elektrisch betriebene Rettungswinde sollen die Profitabilität des Rüstungselektronik-Anbieters verbessern.
- Vincorion gehörte bis 2022 zu Jenoptik und wird heute mit rund 940 Millionen Euro bewertet.
Marktanalyse & Details
Aktie bleibt unter der entscheidenden Marke
Die Vincorion-Aktie reagierte am Montag zunächst kräftig auf die neue Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Der Kurs stieg zeitweise um mehr als 6 Prozent auf 19,395 Euro, gab einen Teil der Gewinne anschließend jedoch wieder ab. Zuletzt lag das Papier bei 18,87 Euro und damit weiterhin unter der psychologisch wichtigen Marke von 20 Euro.
Auch das Zwischenhoch vom Freitag bei 20,30 Euro wurde nicht nachhaltig überwunden. Zudem notierte die Aktie unter ihrer 50-Tage-Linie. Der bisherige Rekordstand liegt bei 23,90 Euro und wurde im Mai erreicht.
Kursziele setzen auf starkes Wachstum
Die Deutsche Bank bewertet Vincorion mit Buy und nennt ein Kursziel von 26 Euro. Analystin Mira Wiegratz rechnet bis 2030 mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 15 Prozent pro Jahr. Bereits zuvor hatte Oddo BHF ein Kursziel von 23 Euro veröffentlicht.
- Die neue Generation taktischer, mobiler Energiesysteme soll das Produktportfolio erweitern.
- Die elektrisch betriebene Rettungswinde für Hubschrauber könnte die Profitabilität verbessern.
- Vincorion ging Ende März zu einem Ausgabepreis von 17 Euro je Aktie an die Börse.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die positiven Kursziele vor allem auf eine bessere operative Entwicklung und neue margenstärkere Produkte setzen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der Börsengang zwar eine Wachstumsstory im Rüstungssektor abbildet, der Markt deren Umsetzung aber noch nicht vollständig einpreist. Der wiederholte Rückfall unter 20 Euro zeigt zudem, dass zunächst ein belastbarer technischer Ausbruch abgewartet wird. Das Kursziel von 26 Euro ist daher als Szenario für erfolgreiches Wachstum zu verstehen und nicht als kurzfristige Kursgarantie.
Einordnung für Jenoptik
Vincorion gehörte bis 2022 zum Thüringer Technologiekonzern Jenoptik. Danach übernahm der britische Investor Star Capital das Unternehmen, der seit dem Börsengang weiterhin knapp 50 Prozent der Anteile hält. Die aktuelle Kursbewegung betrifft damit ein inzwischen eigenständiges Unternehmen und ist kein neuer operativer Impuls für Jenoptik.
Nach dem Börsenstart war die Vincorion-Aktie zunächst bis unter 16 Euro gefallen, bevor sie bis nahe an 24 Euro stieg. Die anschließende Korrektur unter 20 Euro macht deutlich, wie stark die Aktie auf Wachstums- und Rüstungsfantasie reagiert.
Fazit & Ausblick
Der nächste wichtige Test bleibt der nachhaltige Sprung über 20 Euro. Gelingt dieser, rückt zunächst das Zwischenhoch bei 20,30 Euro und anschließend das Rekordhoch bei 23,90 Euro in den Blick. Entscheidend für die weitere Neubewertung sind konkrete Fortschritte bei den mobilen Energiesystemen, der Rettungswinde und dem von der Deutschen Bank erwarteten Umsatzwachstum.
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