Deutsche Rohstoff steigert H1-EBITDA auf 205,2 Mio. EUR: Produktion zielt auf rund 25.000 BOEPD

Deutsche Rohstoff AG AI Generated

Kurzüberblick

Die Deutsche Rohstoff AG hat im ersten Halbjahr 2026 ihren operativen Gewinn deutlich hochgefahren: Das Unternehmen meldet ein EBITDA von 205,2 Mio. EUR nach 70,5 Mio. EUR im Vorjahr sowie einen Konzernüberschuss von 134,7 Mio. EUR. Neben dem Ölpreisumfeld trugen dabei vor allem Erträge aus Teilverkäufen der Beteiligung an Almonty Industries sowie die Skalierung des Bohrprogramms in Wyoming zum Ergebnisanstieg bei.

Für das zweite Halbjahr kündigt der Vorstand einen starken Produktionssprung an: Erwartet werden durchschnittlich 24.000 bis 26.000 BOEPD, während das Unternehmen das Bohrprogramm Anfang August um sechs auf insgesamt 32 Bruttobohrungen erweitert hat. Die Aktie notiert zur Meldungszeit bei 93,70 EUR, nach einem Tagesminus von 0,95 Prozent und einem starken Kursplus von 91,03 Prozent seit Jahresbeginn.

Marktanalyse & Details

Finanzkennzahlen: Ergebnis sprunghaft, aber mit Einmaleffekten

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2026 um 7,5 Prozent auf 110,0 Mio. EUR. Das EBITDA erhöhte sich auf 205,2 Mio. EUR. Den größten Hebel nennt das Unternehmen mit einem Ertrag von 128 Mio. EUR aus Teilveräußerungen von Almonty-Aktien bis zum 30. Juni 2026. Gleichzeitig stieg das Konzernergebnis auf 134,7 Mio. EUR und entspricht einem Ergebnis je Aktie von 28,42 EUR.

Wichtig für die Ergebnisqualität: Belastungen gab es ebenfalls. Das Ergebnis wurde durch außerplanmäßige Abschreibungen auf ältere Bohrungen in Colorado in Höhe von rund 15 Mio. EUR gedrückt. Ohne den Beitrag aus dem Metallgeschäft und ohne diese Abschreibungen wuchs das Ergebnis aus Öl und Gas um 47 Prozent auf 23,2 Mio. EUR. Für Anleger bedeutet das: Der operative Fortschritt ist erkennbar, die Gesamtdynamik wird im ersten Halbjahr aber zusätzlich von der Beteiligungs-Veräußerung geprägt.

Operative Entwicklung: Produktion steigt beschleunigt

Operativ blieb das erste Halbjahr von einer sich aufbauenden Produktionskurve geprägt. Die durchschnittliche Tagesproduktion lag im zweiten Quartal bei 14.803 BOEPD nach 12.322 BOEPD im ersten Quartal. Für den weiteren Verlauf erwartet der Vorstand im Basisszenario eine deutliche Erhöhung auf rund 25.000 BOEPD im zweiten Halbjahr.

  • Erweiterung des Bohrprogramms Anfang August auf insgesamt 32 Bruttobohrungen
  • Neue Niobrara-Bohrungen liefern laut Unternehmen Produktionsraten deutlich über Erwartungen
  • Zum 31. Juli 2026 waren außerdem Preisrisiken teilweise abgesichert: mehr als 1,9 Mio. Barrel Öl zu einem Mindestpreis von 72,30 USD sowie 1,4 Mio. MMBtu Erdgas zu 3,80 USD

Cashflow, Liquidität und Bilanz: solide Basis trotz Investitionsschub

Der operative Cashflow belief sich auf 70,0 Mio. EUR. Trotz Investitionen in Höhe von rund 126 Mio. EUR für neue Bohrungen und Infrastruktur sowie zusätzlichen Landkäufen von gut 17 Mio. EUR blieb der Free Cashflow mit 42,5 Mio. EUR deutlich positiv. Die liquiden Mittel einschließlich Wertpapieren stiegen auf 133,2 Mio. EUR.

  • Eigenkapitalanstieg auf 352,2 Mio. EUR bei einer Eigenkapitalquote von 44,7 Prozent
  • Verschuldungsgrad, gemessen als Financial Net Debt im Verhältnis zum EBITDA der vergangenen zwölf Monate, liegt bei 0,4
  • Betriebskosten je BOE lagen bei 10,83 USD und planmäßige Abschreibungen bei 16,21 USD

Analysten-Einordnung

Dies deutet darauf hin, dass die Deutsche Rohstoff AG die Ergebnishebel aus zwei Richtungen kombiniert: Kapitalmarkt-nahen Effekte durch Teilverkäufe sowie operativen Volumenaufbau durch das Bohr- und Completion-Programm. Für Anleger ist dabei entscheidend, wie nachhaltig der Sprung im zweiten Halbjahr ohne weitere Beteiligungserträge ausfällt. Die Liquiditätslage und die niedrige Verschuldung sprechen zwar für Handlungsfähigkeit, dennoch bleibt die Profitabilität stark vom Ölpreisumfeld und der Umsetzung der Produktionsziele abhängig.

Fazit & Ausblick

Für das Gesamtjahr nennt das Unternehmen ein EBITDA von bis zu 400 Mio. EUR. Im Basisszenario erwartet Deutsche Rohstoff 2026 einen Umsatz von 300 bis 320 Mio. EUR und Investitionen von 310 bis 330 Mio. EUR. Die durchschnittliche Jahresproduktion soll zwischen 18.500 und 20.000 BOEPD liegen.

Ein wichtiger nächster Schritt ist der Webcall zum Halbjahresbericht am 19. August 2026 um 11:00 Uhr, bei dem der Vorstand die Zahlen und den weiteren Ausblick für den Rest des Jahres vertiefen dürfte.

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