Deutsche Rohstoff senkt Almonty-Beteiligung: EBITDA-Guide 2026 steigt, Analyst senkt Kursziel
Kurzüberblick
Die Deutsche Rohstoff AG (DRAG) setzt ihre schrittweise Reduzierung der Beteiligung an Almonty Industries fort und hat zugleich die EBITDA-Guidance für 2026 angehoben. Auslöser war ein weiterer Teilverkauf von 5 Mio. Almonty-Aktien, der einen Ergebnisbeitrag vor Steuern von rund 65 Mio. EUR lieferte. Die Guidance wurde damit im Basisszenario auf (355 bis 375) Mio. EUR EBITDA erhöht.
An der Börse blieb die Reaktion am 28.07.2026 verhalten: Die DRAG-Aktie notiert bei 76,8 EUR und damit nach dem Handelstag knapp (-4,36%) tiefer. Vor dem Hintergrund eines starken Kursjahres (YTD +56,57%) rückt nun vor allem die Frage in den Fokus, wie schnell die Almonty-Position weiter zurückgeführt wird und wie robust die höheren Ergebniserwartungen bei Öl- und Gaspreisen bleiben.
Marktanalyse & Details
Prognose 2026 nach Almonty-Teilverkauf
Im Zuge der Veräußerung von 5 Mio. Almonty-Aktien wurde ein Ergebnisbeitrag vor Steuern von rund 65 Mio. EUR realisiert. Dieser Beitrag fließt in die für die Guidance maßgebliche Ergebnisgröße ein und erklärt die deutliche Anhebung der EBITDA-Spanne.
- EBITDA-Basisszenario 2026: (355 bis 375) Mio. EUR, zuvor (290 bis 310) Mio. EUR
- Umsatzprognose 2026: unverändert bei (260 bis 280) Mio. EUR
- Annahmen: Öl 75 USD/bbl, Gas 3,50 USD/mcf, EUR/USD 1,15
Die Unternehmensaussage zur Nachwirkung: Nach dem Teilverkauf hält DRAG noch rund 5,5 Mio. Almonty-Aktien sowie Forderungen aus Wandelschuldverschreibungen und Ausleihungen/Darlehen. Für Anleger ist das relevant, weil die Bilanzstärke nicht nur vom operativen Geschäft, sondern auch von der Kapitalfreisetzung aus der Almonty-Beteiligung getragen wird.
Schrittweise Reduktion der Almonty-Position
Auch eine aktuelle Analystenstudie ordnet die Bewegung als planmäßige, aber zunehmend klar sichtbare Desinvestitionsphase ein. Laut Analyse startete DRAG 2026 mit 23 Mio. Almonty-Aktien (inklusive aus Bond-Konversionen stammender Anteile). Ende März seien bereits 9 Mio. Aktien verkauft worden; durch die jüngste Transaktion sinkt die Position weiter.
- Reduzierung laut Studie: von 14 Mio. auf 9 Mio. Almonty-Aktien (jeweils inklusive Konversionsanteilen)
- Transaktionslogik: vor dem Verkauf lag der 15-Tage-VWAP bei 14,92 USD
- Größenordnung Ergebnis/ Erlös: Die Studie beziffert die Gesamterlöse auf 69 Mio. EUR (Preis pro Aktie: 13,75 EUR)
Für die Bewertung der Maßnahme zählt weniger der einzelne Trade als das Gesamtbild: Wenn der Aktienkurs von Almonty fällt, sinkt zwar der Verkaufserlös pro Aktie, gleichzeitig entsteht durch die schrittweise Entnahme aber Kapital, das die Risikotragfähigkeit im DRAG-Konzern erhöhen kann.
Analysten-Einordnung: Buy bleibt – Kursziel sinkt wegen Rohstoff- und Almonty-Preisen
Eine Analystenstudie hält an der Kaufempfehlung fest, senkt aber das Kursziel von 145 auf 105 EUR. Das deutet darauf hin, dass trotz der verbesserten 2026er EBITDA-Guidance das Chancen-Risiko-Profil kurzfristig weniger optimistisch eingeschätzt wird: Zum einen verweist die Studie auf niedrigere Öl- und Gaspreise, zum anderen auf den Rückgang des 15-Tage-VWAP der Almonty-Aktie von 21,53 auf 14,60 USD seit der vorherigen Betrachtung.
Zugleich liefert die Bilanzkennzahl einen wichtigen Gegengewichtspunkt: Für das Geschäftsjahr 2026 sieht die Analyse ein Verhältnis aus Nettoverschuldung und EBITDA der letzten zwölf Monate von 0,1x (zuvor 0,3x). Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass selbst bei einer operativen Eintrübung ein finanzieller Puffer vorhanden sein kann – der entscheidende Hebel bleibt aber, wie stark sich die Annahmen zu Energiepreisen und die Restbewertung der Almonty-Position weiter entwickeln.
Warum die Aktie trotz Guidance-Anhebung unter Druck steht
Dass die DRAG-Aktie am 28.07.2026 dennoch (-4,36%) nachgibt, passt zum Muster, dass der Markt gute Nachrichten häufig bereits vorwegnimmt – oder dass kurzfristig andere Faktoren stärker wirken. Bei DRAG steht die Ergebnisqualität zwar auch über den Energiekomplex und die Almonty-Transaktionen im Blick, allerdings reagiert der Kurs in der Praxis oft gleichzeitig auf Bewegungen bei Öl- und Gasnotierungen sowie auf Erwartungen an weitere Verkäufe.
Fazit & Ausblick
Die Anhebung der 2026-EBITDA-Spanne untermauert die operative und kapitalgetriebene Ertragskraft nach dem Almonty-Teilverkauf. Gleichzeitig zeigt die Kurszielsenkung, dass der Markt die zukünftige Ergebnissicht durch die Kombination aus Energiepreisrisiken und fallendem Almonty-Niveau vorsichtiger bepreist.
Für die nächsten Wochen dürfte entscheidend sein, wie DRAG den Verkauf der verbleibenden Almonty-Beteiligung fortsetzt und ob Öl- und Gaspreise die aktuellen Annahmen stützen. Eine weitere Bewertung ergibt sich zudem mit den nächsten Quartalsberichten, in denen die Entwicklung von Ergebnisträgern und Bilanzkennzahlen erneut eingeordnet wird.
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