Deutsche Rohstoff hebt 2026/27-Prognose: EBITDA bis 400 Mio. EUR, Bohrprogramm auf 32 Felder ausweiten
Kurzüberblick
Die Deutsche Rohstoff AG hat am 5. August 2026 ihre Prognose für 2026 und 2027 angehoben und das Bohrprogramm der US-Tochter 1876 Resources ausgedehnt. Hintergrund sind über den Erwartungen liegende Produktionsleistungen der bislang in 2026 in Betrieb genommenen Bohrungen.
Die Aktie reagierte positiv: Zum Zeitpunkt der Kursstellung lag die Aktie bei 83,60 EUR (+5,03%), die YTD-Entwicklung beträgt +70,44%. Für Anleger rückt damit vor allem die Frage in den Fokus, ob die verbesserten Produktionsraten auch in den kommenden Quartalen in entsprechend höhere Cashflows übersetzt werden können.
Marktanalyse & Details
Prognose-Update: Umsatz und EBITDA steigen
Im Basisszenario erhöht der Konzern die Leitplanken für das laufende Jahr deutlich. Für 2026 erwartet die Deutsche Rohstoff:
- Umsatz: (bisher 260–280 Mio. EUR) auf 300–320 Mio. EUR
- EBITDA: (bisher 355–375 Mio. EUR) auf 380–400 Mio. EUR
Für 2027 wird ebenfalls angehoben:
- Umsatz: (bisher 280–300 Mio. EUR) auf 320–340 Mio. EUR
- EBITDA: (bisher 210–230 Mio. EUR) auf 240–260 Mio. EUR
Ergänzend nennt das Unternehmen ein erhöhtes Szenario (WTI 85 USD, Gas 4,00 USD, EUR/USD 1,15), in dem die Kennzahlen jeweils über dem Basiskorridor liegen.
Bohrprogramm: 32 Bruttobohrungen statt 26
Die operative Ausweitung betrifft 2026: 1876 Resources erhöht das Bohrprogramm um sechs Bruttobohrungen auf insgesamt 32. Die Jahresproduktion wird dadurch angehoben:
- Produktion: 18.500 bis 20.000 BOEPD (zuvor 17.000 bis 18.000 BOEPD)
- 2. Halbjahr & Jahresende 2026: ca. 24.000 bis 26.000 BOEPD (davon 70% Öl)
Das Unternehmen führt die Anhebung auf bessere Förderergebnisse der 2026er Bohrungen zurück: Mehrere Bohrungen erreichen laut Mitteilung nach kurzer Zeit Förderleistungen, die die ursprünglichen Erwartungen spürbar übertreffen.
Capex steigt – auch wegen Completion-Optimierungen
Mit der Erweiterung des Programms und technisch verbesserten Bohr-/Completion-Designs erhöht sich das Investitionsvolumen. Für 2026 nennt der Konzern:
- Capex: auf 320 Mio. EUR (in der Kommunikation als Erhöhung im Zuge der zusätzlichen sechs Bohrungen und höherer Kosten für das optimierte Completion-Design beschrieben)
Zusätzlich wird eine Schwächung im Ergebnis angekündigt: Eine außerplanmäßige Abschreibung auf Bohrungen in Colorado (Denver-Julesburg Basin) soll das Halbjahresergebnis mit rund 15 Mio. EUR belasten. Das Unternehmen betont zugleich, dass es sich nicht um einen Liquiditätseffekt handelt, da die Abschreibung nicht zahlungswirksam ist.
Kapitalallokation: Rückkaufprogramm bereits vorzeitig abgeschlossen
Parallel zur operativen Prognoseanhebung steht die Kapitalrückführung: Das Aktienrückkaufprogramm wurde am 3. August 2026 vorzeitig abgeschlossen. Insgesamt wurden 83.306 Aktien für durchschnittlich 90,03 EUR zurückgekauft (Gesamtvolumen: rund 7,5 Mio. EUR). Dadurch sinkt die Zahl der dividendenberechtigten Aktien um rund 1,7%.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass Deutsche Rohstoff nicht nur von höheren Öl- und Gasannahmen profitiert, sondern die Ergebnisqualität zunehmend über die Bohr-Execution und die tatsächlich erzielten Förderraten stützt. Für Anleger bedeutet die Kombination aus angehobener EBITDA-Leitplanke und erweiterter Bohranzahl vor allem: Die Chance auf bessere operative Cashflows steigt – allerdings bleibt das Profil zugleich rohstoff- und zeitplanabhängig, da die zusätzlichen Bohrungen überwiegend erst in der zweiten Jahreshälfte bzw. mit dem größeren Beitrag in 2027 wirksam werden sollen.
Gleichzeitig zeigt die Colorado-Abschreibung, dass technische und wirtschaftliche Annahmen im Upstream-Geschäft nicht automatisch linear fortgeschrieben werden können. Der Markt dürfte daher besonders darauf achten, ob das bessere Produktionsbild auch die erwarteten Kosten- und Förderpfade stabilisiert und ob das höhere Capex-Niveau vollständig durch die realisierten Volumina kompensiert wird.
Fazit & Ausblick
Die jüngste Guidance-Anhebung auf ein EBITDA von bis zu 400 Mio. EUR und die Ausweitung des Bohrprogramms auf 32 Bruttobohrungen erhöhen die Erwartung an die Ergebnisdynamik von Deutsche Rohstoff – bei gleichzeitig steigenden Investitionen und einem klar kommunizierten Ergebnisdämpfer aus der Colorado-Abschreibung.
Für den weiteren Kursverlauf dürften vor allem die nächsten operativen Updates zu Produktionsraten, der Fortschritt der zusätzlichen Bohrungen (Start im 4. Quartal 2026) sowie die Entwicklung der zugrunde gelegten Commodity- und Wechselkursannahmen entscheidend sein.
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