Deutsche Lufthansa Aktie: Möglicher Software-Verkauf könnte fast eine Milliarde Euro bringen

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Lufthansa prüft laut einem Medienbericht den Verkauf von Teilen der IT-Sparte Lufthansa Systems; eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.
  2. Der mögliche Transaktionswert könnte sich auf nahezu eine Milliarde Euro belaufen.
  3. Der geplante Einstieg bei TAP soll jährliche Synergien von bis zu 450 Millionen Euro ermöglichen.
  4. Eurowings prüft wegen hoher Kerosinkosten Kurzarbeit und will fünf Prozent des geplanten Winterprogramms kürzen.

Marktanalyse & Details

Software-Verkauf noch in einer frühen Prüfphase

Lufthansa lotet einem Medienbericht zufolge den Verkauf von Geschäftsbereichen innerhalb ihrer IT-Tochter Lufthansa Systems aus. Die Sparte bietet unter anderem Dienstleistungen für die Luftfahrtbranche an. Banken sollen mögliche Optionen prüfen; die Überlegungen befinden sich jedoch noch in einem frühen Stadium. Eine Entscheidung über einen Verkauf ist bislang nicht gefallen.

Ein möglicher Erlös von nahezu einer Milliarde Euro wäre für den Konzern erheblich. Der Betrag ist allerdings eine berichtete Größenordnung für eine denkbare Transaktion und weder ein bestätigter Verkaufspreis noch bereits verfügbare Liquidität. Für die Bewertung wäre zudem entscheidend, welche Geschäftsbereiche Lufthansa abgibt und ob damit künftig auch Erträge oder strategisch wichtige Kompetenzen wegfallen.

TAP verspricht Synergien, Eurowings steht unter Kostendruck

Parallel verfolgt Lufthansa mit dem geplanten Einstieg bei der portugiesischen Fluggesellschaft TAP eine Wachstumsstrategie. Das Management beziffert die möglichen jährlichen Synergien auf bis zu 450 Millionen Euro. Besonders wertvoll sind für Lufthansa die Verbindungen von TAP nach Lateinamerika; gemeinsam könnten die Airlines auf Strecken zwischen Europa und Lateinamerika einen Marktanteil von rund 20 Prozent erreichen. Die genannten Synergien sind ein Zielwert und kein bereits realisierter Ergebnisbeitrag.

Auf der Kostenseite belastet teurer Treibstoff die Lufthansa-Tochter Eurowings. Sie prüft Kurzarbeit für den Winter und plant, fünf Prozent des vorgesehenen Flugprogramms zu streichen. Betroffen sind zunächst unter anderem die neu aufgenommenen Verbindungen von Köln und Stuttgart nach Dubai. Das zeigt, dass höhere Kerosinkosten bereits Anpassungen bei Kapazität und Personalplanung auslösen.

Analysten-Einordnung und Aktienkurs

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Lufthansa gleichzeitig Kapital und strategischen Spielraum durch mögliche Verkäufe schaffen und mit TAP das internationale Streckennetz stärken will. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Der mögliche Software-Verkauf ist erst dann ein belastbarer Werttreiber, wenn Umfang, Preis und Verwendung des Erlöses feststehen. Zugleich könnten die geplanten TAP-Synergien durch operative Belastungen wie höhere Treibstoffkosten teilweise aufgewogen werden.

Die DZ Bank senkte ihr Kursziel am 16. Oktober von 8,60 auf 7,80 Euro und bestätigte die Einstufung „Halten“. Am 19. Oktober notierte die Lufthansa-Aktie um 09:44 Uhr bei 7,086 Euro; seit Jahresbeginn lag sie damit 15,74 Prozent im Minus. Der Kurs liegt somit unter dem neuen Kursziel, das jedoch eine Analysteneinschätzung und keine sichere Prognose darstellt.

Fazit & Ausblick

Für die Aktie kommt es darauf an, ob aus der Prüfung eines Software-Verkaufs konkrete Schritte werden und Lufthansa die angekündigten TAP-Synergien tatsächlich realisieren kann. Gleichzeitig bleibt zu beobachten, wie stark hohe Kerosinkosten das Eurowings-Angebot und die Konzernkosten beeinträchtigen. Ein bestätigter Zeitplan oder Abschluss für einen möglichen Verkauf wurde bislang nicht genannt.

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