Credo-Aktie: Analysehaus senkt Kursziel auf 245 Dollar und sieht Kaufchance beim Rücksetzer
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Analysehaus senkt das Kursziel für Credo Technology von 290 auf 245 US-Dollar, bestätigt aber die Outperform-Einstufung.
- Der Rückgang des Aktienkurses gilt angesichts steigender Nachfrage nach aktiven elektrischen Kabeln als mögliche Kaufgelegenheit.
- Für das Geschäftsjahr 2027 wird ein Umsatz von 2,53 Milliarden US-Dollar erwartet, 90 Prozent mehr als im Vorjahr.
- Wichtige Kurstreiber sind der Ausbau von KI-Rechenzentren, neue Hyperscaler-Kunden und Credos optische Produktpipeline.
Marktanalyse & Details
Kursziel sinkt trotz unveränderter Schätzungen
Das Analysehaus hat sein Kursziel für Credo Technology Group von 290 auf 245 US-Dollar reduziert. Ausschlaggebend seien niedrigere Bewertungsmultiplikatoren vergleichbarer Unternehmen und nicht veränderte Umsatz- oder Gewinnschätzungen. Die Einstufung „Outperform“ bleibt bestehen.
Die Bewertung basiert nun auf rund dem 13-Fachen des für das Geschäftsjahr 2028 erwarteten Umsatzes, nachdem zuvor ein Faktor von 15 angesetzt worden war. Der Kurszielrückgang ist damit vor allem eine Neubewertung des Sektors und keine direkte Verschlechterung der operativen Prognose für Credo.
Starkes Wachstum durch KI-Infrastruktur
Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet das Analysehaus einen Umsatz von 2,53 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für 2028 wird ein Umsatz von 3,91 Milliarden US-Dollar prognostiziert, ein Plus von 54 Prozent. Der erwartete Non-GAAP-Gewinn je Aktie liegt bei 6,27 US-Dollar beziehungsweise 9,77 US-Dollar.
Nach Einschätzung des Analysehauses bleibt die Nachfrage nach aktiven elektrischen Kabeln bei großen Cloud-Anbietern hoch. Als konkreten Treiber nennt es den Hochlauf von Amazons Trainium 3: Die Zahl der benötigten Kabel könnte gegenüber der vorherigen Generation um 50 Prozent steigen.
- Space Exploration Technologies strebt bis Ende 2027 eine Kapazität von 7 bis 10 Gigawatt an, verglichen mit derzeit rund 2 Gigawatt.
- Auch Microsoft, Meta und Oracle sollen ihre Kapazitäten für KI-Rechenzentren ausbauen.
- Die Auslieferungen von GB300-Racks könnten im zweiten Halbjahr 2026 und bis 2027 stärker ausfallen als bislang erwartet.
- ZeroFlap Optics, Silizium-Photonik und aktive lineare Kabel bieten zusätzliches Wachstumspotenzial.
Chancen und Risiken
Das Analysehaus sieht weitere Chancen durch neue Cloud-Kunden, zusätzliche Kapazitäten für aktive elektrische Kabel in den Jahren 2027 und 2028 sowie mögliche Geschäfte mit Groq und Alphabet. Zudem könnte die zunehmende Nutzung von 1,6-Terabit-Verbindungen die Nachfrage nach Credos optischen Lösungen erhöhen.
Im optimistischen Szenario liegt das Kursziel bei 345 US-Dollar. Dieses setzt voraus, dass Credo mit fünf wichtigen Hyperscaler-Kunden skaliert und eine bedeutende Stellung im NVIDIA-Ökosystem gewinnt. Im Negativszenario wird ein Kursziel von 150 US-Dollar angesetzt, falls der Wettbewerb zunimmt oder die Investitionen in Rechenzentren nachlassen.
Zu den wesentlichen Risiken gehören die starke Abhängigkeit von US-amerikanischen und chinesischen Hyperscalern, der Wettbewerb durch Broadcom und Marvell Technology sowie die Abhängigkeit von TSMC als einziger Foundry-Partner.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der kurzfristige Bewertungsdruck derzeit stärker wiegt als eine Verschlechterung der Wachstumsthese. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass Credo weiterhin als stark wachstumsorientierter KI-Infrastrukturtitel gesehen wird, dessen Bewertung jedoch besonders empfindlich auf sinkende Branchenmultiplikatoren und eine Abkühlung der Rechenzentrumsinvestitionen reagiert. Die Prognosen sind Schätzungen des Analysehauses und keine Unternehmensprognose.
Fazit & Ausblick
Der wichtigste Test für die Credo-Aktie bleibt, ob der erwartete Nachfrageanstieg bei aktiven elektrischen Kabeln und optischen Produkten tatsächlich in den Geschäftsjahren 2027 und 2028 umgesetzt wird. Im Fokus stehen daher der Hochlauf neuer KI-Rechenzentren, GB300-Rack-Auslieferungen, die 1,6-Terabit-Einführung und die Gewinnung weiterer Hyperscaler-Kunden. Gleichzeitig sollten Anleger die hohe Bewertung, den Wettbewerbsdruck und die Kundenkonzentration berücksichtigen.
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