COREWEAVE Aktie: JPMorgan sieht Ende des KI-Ausverkaufs näher rücken

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Das Wichtigste in Kürze

  1. JPMorgan hält die Sorgen um die Finanzierung der KI-Infrastruktur für teilweise überzogen.
  2. Hedgefonds und trendfolgende Anleger haben ihre zuvor hohen Halbleiterpositionen deutlich reduziert.
  3. Große Technologiekonzerne könnten Investitionen auffangen, falls kleinere KI-Infrastrukturanbieter kürzertreten.
  4. Die CoreWeave-Aktie notierte am 22. Oktober um 11:35 Uhr bei 51,92 Euro und lag 5,5 Prozent im Minus.

Marktanalyse & Details

JPMorgan sieht weniger Verkaufsdruck

Strategen von JPMorgan sehen Anzeichen dafür, dass der jüngste Rückgang bei KI-Aktien an Schwung verlieren könnte. Nach ihrer Einschätzung haben Hedgefonds und trendfolgende Investoren einen großen Teil ihrer zuvor umfangreichen Halbleiterpositionen bereits geschlossen. Auch ein breiter Indikator für die Aktienpositionierung sei seit seinem Höchststand Mitte September deutlich gesunken. Das könnte den zusätzlichen Verkaufsdruck begrenzen, garantiert aber keine schnelle Erholung.

Finanzierung der KI-Infrastruktur im größeren Maßstab

Die strategische Einordnung verweist auf die Finanzkraft des Technologiesektors: Dessen Unternehmen hätten in diesem Jahr rund 400 Milliarden US-Dollar mehr Cashflow erwirtschaftet, als sie für Investitionen ausgegeben haben. Für Investitionen und Forschung und Entwicklung seien insgesamt etwa 1,8 Billionen US-Dollar vorgesehen. Auf kleinere Anbieter von KI-Infrastruktur entfielen davon rund 80 Milliarden US-Dollar. Sollten diese Unternehmen ihre Ausgaben wegen erschwerter Finanzierung kürzen, könnten größere Technologiekonzerne einen Teil der Investitionen übernehmen.

Für CoreWeave ist diese Branchenperspektive relevant, weil das Unternehmen stark vom Ausbau der KI-Rechenkapazität und vom Zugang zu Fremdkapital abhängt. In den vorliegenden Unternehmensmeldungen und Marktberichten wird ein Auftragsbestand von knapp 130 Milliarden US-Dollar genannt. Zugleich stehen hohe Investitionen und Schulden im Mittelpunkt der Anlegerbedenken: In einem der Berichte wurden CoreWeaves unbesicherte Anleihen mit Fälligkeit 2032 bei rund 79 Cent je Dollar Nennwert und einer Rendite bis zur Fälligkeit von etwa 15 Prozent angegeben. Diese Werte unterstreichen, dass die Kreditmärkte das Finanzierungsrisiko nicht einfach ausblenden.

Analysten-Einordnung: JPMorgans Einschätzung kann die Stimmung für KI-Aktien stützen, wenn der bereits erfolgte Positionsabbau tatsächlich einen Teil des Verkaufsdrucks beseitigt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch keine Entwarnung speziell für CoreWeave: Die Möglichkeit, dass große Konzerne branchenweit Investitionen übernehmen, ist nicht gleichbedeutend mit einer gesicherten Refinanzierung oder sinkenden Finanzierungskosten für einzelne Anbieter. Entscheidend bleiben, ob die Nachfrage nach Rechenleistung mit dem Kapazitätsausbau Schritt hält und ob CoreWeave seine hohen Investitionen in tragfähige Cashflows übersetzen kann.

Fazit & Ausblick

JPMorgans Analyse liefert ein mögliches Argument dafür, dass der KI-Ausverkauf an Kraft verlieren könnte. Die CoreWeave-Aktie stand am 22. Oktober dennoch deutlich unter Druck. In den kommenden Quartalen dürften für die Bewertung vor allem die Finanzierungskosten, der weitere Kapazitätsausbau und die Umwandlung des Auftragsbestands in Umsatz und Cashflow maßgeblich sein. Ein konkreter nächster Veröffentlichungstermin ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt.

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