Core Scientific meldet Q2-Rekordumsatz und AMD-KI-Deal: Aktie legt trotz Keefe-Downgrade kräftig zu

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Kurzüberblick

Core Scientific hat am 28. Juli 2026 sowohl finanzielle Impulse aus dem zweiten Quartal geliefert als auch strategischen Aufwind durch eine neue Partnerschaft: Das Unternehmen berichtete ein EPS von (-3,32) USD sowie einen Umsatz von 164,2 Mio. USD. Gleichzeitig kündigte Core Scientific eine Kooperation mit AMD an, bei der AMD bis zu 2,5 GW Rechenzentrums-Kapazität für KI-Lösungen über einen längeren Zeitraum nutzen kann.

Die Quartalszahlen wurden am selben Tag veröffentlicht wie die AMD-Deal-Details. Für die weitere Kapazitätsbereitstellung ist wichtig, dass bereits mehr als 500 MW in den USA ab 2027 schrittweise an den Start gehen sollen, mit der Option zur Skalierung bis 2,5 GW. Die Aktie zeigt zur Mittagszeit starken Rückenwind: In Frankfurt notiert sie bei 19,898 EUR (28.07., 13:20 Uhr) und damit +9,35% am Tag sowie +57,92% im laufenden Jahr.

Marktanalyse & Details

Quartalsergebnis: Umsatz deutlich über Konsens, aber EPS bleibt belastet

Im zweiten Quartal lag der Umsatz bei 164,2 Mio. USD und damit deutlich über dem Konsens von 134,94 Mio. USD—das entspricht einem überraschenden Plus von 29,33 Mio. USD. Das Ergebnis je Aktie blieb hingegen negativ: EPS belief sich auf (-3,32) USD. Damit fällt das Bild zweigeteilt aus: Operativ wird mehr Umsatz generiert, während die Profitabilität weiterhin unter Druck steht.

  • Umsatz: 164,2 Mio. USD vs. 134,94 Mio. USD Konsens
  • EPS: (-3,32) USD (weiterer Verlustausweis)
  • Wichtiger Punkt für Anleger: Der Umsatzanstieg ist ein positives Signal für Nachfrage bzw. Auslastung—ändert aber kurzfristig noch nicht das Kosten- und Ergebnisprofil.

Strategische Wende: AMD erhält Zugriff auf bis zu 2,5 GW KI-Kapazität

Der Kern des AMD-Deals: AMD bekommt Zugang zu Rechenzentrums-Kapazität bei Core Scientific im Umfang von bis zu 2,5 GW. Laut Mitteilung sollen dabei mehr als 500 MW in den USA ab 2027 an den Markt gehen; perspektivisch ist eine Ausweitung bis 2,5 GW vorgesehen.

Die technische Ausrichtung ist klar definiert: Die gemeinsame Zusammenarbeit am Facility-Design soll an Deployments von AMD Instinct GPUs, EPYC CPUs sowie der Software ROCm gekoppelt sein. Zudem erhält AMD marktpreisbasierte Warrants zum Kauf von Core-Scientific-Stammaktien—vorbehaltlich festgelegter kommerzieller Bedingungen.

Analysten-Einordnung: Operativer Aufschwung trifft auf weiter erhöhtes Ausführungsrisiko

Die jüngsten Analysten-Signale liefern eine wichtige Kontextschicht: Keefe Bruyette & Woods hat Core Scientific am 27. Juli 2026 von Outperform auf Market Perform zurückgestuft und das Kursziel auf 25 USD von zuvor 28 USD gesenkt. Begründet wurde dies vor allem mit einem im Vergleich zu den Erwartungen erhöhten Execution Risk in der zweiten Jahreshälfte 2026: Der Markt preise bereits viel der realistisch vermietbaren Kapazität ein, während neue Deals teils länger gebraucht hätten, um konkret zu werden.

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Der Umsatz-Beat im Q2 und der AMD-Deal können zwar die Nachfrage-Story stärken und die Planbarkeit für den Aufbau von KI-Infrastruktur erhöhen. Dies deutet darauf hin, dass das Geschäftsmodell zumindest beim Zugang zu Kapital- und Kundenpartnerschaften zunehmend Rückenwind bekommt. Gleichzeitig bleibt die entscheidende Frage, ob Core Scientific die Kapazitätserweiterungen und Leasing-Umsetzungen im geplanten Tempo in Ergebnisse übersetzen kann—denn das EPS bleibt im aktuellen Quartal klar negativ.

Was der Kursanstieg kurzfristig „erzählt“

Dass die Aktie trotz weiterhin negativer Ergebniskennziffern spürbar steigt, ist nachvollziehbar: Marktteilnehmer preisen offenbar eine Kombination aus höheren Umsätzen und AI-nahen Kundenpfaden ein. Der AMD-Deal wirkt dabei wie ein Nachfrage-Beschleuniger für den Zeitraum ab 2027—während die Keefe-Sorge vor allem die Übergangsphase bis dahin adressiert.

Fazit & Ausblick

Core Scientific verbindet mit Q2-Umsatzstärke und der AMD-Kooperation zwei unterschiedliche Hebel: kurzfristig bessere Umsatzdaten, mittelfristig mehr Sichtbarkeit für KI-Rechenzentrums-Kapazität. Der nächste Prüfstein für Anleger dürfte sein, ob das Unternehmen die negativen EPS-Zahlen perspektivisch in Richtung Skalierung und bessere Ergebnismargen dreht—und ob die Umsetzungsschritte rund um die ersten 500+ MW ab 2027 sowie weitere Skalierung planmäßig verlaufen.

In den kommenden Quartalen werden vor allem Auslastungs- und Leasing-Updates sowie Hinweise auf die Kostenentwicklung entscheidend dafür sein, ob das positive Momentum aus dem heutigen Nachrichtenmix nachhaltig bleibt.

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