Circle startet Arc: Neue Layer-1-Blockchain für Finanzmärkte geht live

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Circle Internet Group hat am 16. September das öffentliche Mainnet der Arc-Blockchain für Finanzmärkte gestartet.
  2. Zum Start sind mehr als 100 Anwendungen sowie über 100 institutionelle und branchenbezogene Entwickler an Arc beteiligt.
  3. Arc integriert Circle StableFX und das Circle Payments Network für programmierbare Devisengeschäfte und grenzüberschreitende Zahlungen.
  4. Die Circle-Aktie notierte am 16. September um 12:51 Uhr bei 74 Euro und lag 0,07 Prozent im Plus.

Marktanalyse & Details

Arc positioniert Circle als Infrastruktur-Anbieter

Circle hat das öffentliche Mainnet von Arc freigeschaltet. Die offene Layer-1-Blockchain wurde speziell für Finanzmärkte, Echtzeit-Zahlungsverkehr und sogenannte agentische Wirtschaftsaktivitäten entwickelt. Dabei sollen Anwendungen und digitale Agenten Transaktionen, Liquiditätsflüsse und Verträge weitgehend automatisiert ausführen können.

Arc startet mit einer nativen Anbindung an die gesamte Circle-Plattform. Nach Unternehmensangaben sind bereits mehr als 100 Anwendungen sowie mehr als 100 institutionelle und branchenbezogene Entwickler aktiv oder im Onboarding. Das Spektrum reicht von globalen Banken, Vermögensverwaltern und Zahlungsnetzwerken bis zu Börsen, Verwahrstellen, DeFi-Protokollen, Wallet-Anbietern und KI-Plattformen.

Technische Schwerpunkte für Finanztransaktionen

Sechs Designentscheidungen sollen Arc von allgemeinen Blockchain-Netzwerken abheben und den Einsatz in Zahlungen, Devisenhandel, Kreditgeschäft, Kapitalmärkten und der Ausgabe digitaler Vermögenswerte ermöglichen:

  • Gebührenzahlung in Dollar statt in einem separaten Netzwerk-Token
  • Bestätigung von Transaktionen innerhalb von weniger als einer Sekunde
  • Optionale Privatsphäre für institutionelle Anwendungen
  • Unterstützung für Emittenten und Interoperabilität
  • Programmierte Transaktionen durch autonome Agenten
  • Sicherheitsfunktionen mit Blick auf institutionelle Anforderungen

StableFX und Circle Payments Network bilden zentrale Anwendungsfälle

Mit Circle StableFX bietet Arc einen rund um die Uhr verfügbaren, programmierbaren Devisenhandel. Der Handel mit lokalen Stablecoins soll nahezu sofort und zu geringen Kosten abgewickelt werden können. Zu den aktiven oder im Onboarding befindlichen Stablecoins zählen unter anderem USDC, EURC, AUDD, BRLA, CAD-basierte und weitere regionale Token.

Auch das Circle Payments Network ist nativ in Arc integriert. Es soll grenzüberschreitende Geldbewegungen für einen Bruchteil eines Cents und mit nahezu Echtzeit-Abwicklung ermöglichen. Circle zufolge übernehmen Agenten bereits Aufgaben wie die Ausführung von Trades, die Verwaltung von Zahlungen, das Routing von Liquidität und die Abwicklung von Verträgen. USDC macht dabei 98,8 Prozent des von Agenten ausgelösten Transaktionsvolumens aus.

Finanzinstitutionen als Validatoren

Der Start erfolgt schrittweise über einen Gründungsverbund von Validatoren. Dazu gehören BlackRock, die Depository Trust & Clearing Corporation, Galaxy, ICE, Mastercard, MoneyGram, SBI Group, Standard Chartered, Sumitomo Corporation, Visa und Worldpay.

Die Beteiligung dieser Unternehmen ist strategisch relevant: Sie beschränkt sich nicht auf eine technische Anbindung, sondern umfasst die Mitwirkung am Betrieb und an der Absicherung des öffentlichen Netzwerks. Damit versucht Circle, Arc von Beginn an an bestehende Zahlungs-, Kapitalmarkt- und Verwahrstrukturen anzubinden.

Aktie und regulatorisches Umfeld

Die Circle-Aktie stand am 16. September um 12:51 Uhr bei 74 Euro. Der Kurs lag damit 0,07 Prozent über dem Vortag; seit Jahresbeginn ergibt sich ein Plus von 8,82 Prozent. Eine unmittelbare Kursreaktion auf den Mainnet-Start lässt sich aus der nahezu unveränderten Tagesperformance nicht ableiten.

Für die Bewertung bleiben neben der technischen Umsetzung auch regulatorische und finanzielle Faktoren wichtig. Der Clarity Act, der einen bundesweiten Rahmen für die Einordnung und Regulierung digitaler Vermögenswerte schaffen sollte, verfehlte am 15. September die erforderliche Stimmenzahl im US-Senat. Zudem hatte die angekündigte Übernahme der Plattform Tazapay für 400 Millionen US-Dollar in Circle-Aktien am 11. September wegen der erwarteten Verwässerung für Skepsis gesorgt und die Aktie um 11 Prozent belastet.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Circle mit Arc den Schritt vom Stablecoin-Anbieter zum Betreiber einer umfassenderen Finanzmarkt-Infrastruktur beschleunigen will. Der strategische Hebel liegt in der Verbindung von USDC, Zahlungsverkehr, Devisenhandel und institutionellen Anwendungen auf einer eigenen Plattform. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch nicht automatisch steigende Gewinne: Entscheidend werden die tatsächliche Nutzung durch Banken und Marktinfrastrukturen, die Entwicklung des Transaktionsvolumens, die wirtschaftliche Monetarisierung sowie die regulatorische Klarheit. Die breite Validatorenbasis stärkt zwar das Akzeptanzsignal, ersetzt aber nicht den Nachweis, dass Arc dauerhaft relevante Zahlungs- und Kapitalmarktvolumina anzieht.

Fazit & Ausblick

Mit dem öffentlichen Arc-Mainnet schafft Circle eine eigene Blockchain-Infrastruktur für programmierbare Zahlungen, Devisenhandel und institutionelle Finanzanwendungen. In den kommenden Phasen dürften vor allem die Zahl der produktiven Anwendungen, die Entwicklung der StableFX- und Payments-Volumina sowie die Beteiligung weiterer Finanzinstitute im Mittelpunkt stehen. Parallel bleibt die weitere Regulierung digitaler Vermögenswerte in den USA ein wichtiger Faktor für die Circle-Aktie.

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