SpaceX plant Starship-Orbitflug am 22. September: Härtetest für Aktie und Starlink
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- SpaceX plant den 14. Starship-Test frühestens für den 22. September 2026, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung.
- Die Mission soll erstmals einen Orbit erreichen und rund zehn Stunden dauern.
- 26 Starlink-V3-Satelliten sollen die Kapazität des Satellitennetzes deutlich erhöhen und erstmals Umsatz generieren.
- Die SpaceX-Aktie steht nach dem Börsengang unter Druck, während die geplante Starship-Wiederverwendbarkeit zum zentralen Bewertungstreiber wird.
Marktanalyse & Details
Starship vor dem entscheidenden Flug
SpaceX will seine Starship-Megarakete am 22. September erstmals auf eine Erdumlaufbahn bringen. Der Start ist zunächst als frühestmöglicher Termin angesetzt und hängt noch von der regulatorischen Freigabe ab. Für das Unternehmen wäre der Flug ein wichtiger technischer Meilenstein: Frühere Missionen blieben auf suborbitalen, passiv abgesicherten Flugbahnen.
Geplant ist eine Flughöhe von rund 275 Kilometern und sechs Erdumrundungen. Nach knapp zehn Stunden soll das Raumschiff im Pazifik wassern. Parallel muss die Super-Heavy-Raketenstufe Start, Aufstieg, Stufentrennung sowie Rückflugmanöver und Landebremse erfolgreich absolvieren.
Starlink macht den Test zum Umsatzereignis
Die Mission ist nicht nur ein Technologietest. SpaceX will 26 Starlink-V3-Satelliten aussetzen. Jedes dieser Raumfahrzeuge soll nach Unternehmensangaben eine zusätzliche Kapazität von rund einem Terabit pro Sekunde liefern. Zusammen wäre das etwa zehnmal so viel Kapazität wie bei einem einzelnen Falcon-9-Start mit kleineren Satelliten.
Finanzchef Bret Johnsen bezeichnete den Flug als erste Starship-Mission mit Umsatzbeitrag. Langfristig sollen größere Starlink-V3-Satelliten sowie Satelliten für Anwendungen im Bereich künstlicher Intelligenz mit Starship gestartet werden. Die Rakete ist damit direkt mit dem Ausbau des wichtigsten Wachstumsbereichs von SpaceX verknüpft.
Hoher Kapitaleinsatz erhöht den Erfolgsdruck
SpaceX hat nach eigenen Angaben mindestens 15 Milliarden US-Dollar in Starship investiert. Für einen eigenen Weltraumbahnhof in Louisiana sind darüber hinaus mindestens 100 Milliarden US-Dollar vorgesehen. Der wirtschaftliche Kern der Strategie liegt in einer vollständig wiederverwendbaren Rakete, die Startkosten senken und eine deutlich höhere Startfrequenz ermöglichen soll.
Beim vorherigen Flug verhinderten Anzeichen von Eisverstopfungen an drei mittleren Triebwerken der Super-Heavy-Stufe ein erfolgreiches Rückflugmanöver. SpaceX hat die Hardware nach eigenen Angaben angepasst, um die Zuverlässigkeit der Triebwerke zu verbessern. Der kommende Test ist zugleich die letzte Mission, bevor erstmals der Versuch unternommen werden soll, das Raumschiff nach dem Flug aufzufangen.
Aktie bleibt zwischen Fantasie und Bewertungsrisiko
Am 16. September 2026 um 10:55 Uhr lag der an der Lang & Schwarz Exchange angezeigte SpaceX-Kurs bei 124,92 Euro und damit 0,74 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn steht jedoch ein Rückgang von 10,78 Prozent zu Buche. In der vorangegangenen US-Handelssitzung war die Aktie zudem um 3,15 Prozent auf 143,49 US-Dollar gefallen. Große Put-Positionen im Optionshandel signalisierten dabei eine ausgeprägt defensive Marktpositionierung.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt SpaceX derzeit nicht nur nach dem Starlink-Wachstum, sondern vor allem nach der Ausführungsfähigkeit bei Starship bewertet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung ein erhöhtes Ereignisrisiko: Ein erfolgreicher Orbitflug könnte die technologische These und die Perspektive sinkender Startkosten stützen. Ein Fehlschlag oder eine erneute Verzögerung würde dagegen die hohen Investitionssummen, den Zeitplan und die ambitionierte Bewertung stärker in den Vordergrund rücken. Selbst ein erfolgreicher Test würde allerdings noch keine bewiesene Wiederverwendbarkeit mit schneller Wiederflugrate liefern.
Strategischer Wettbewerb im Satelliteninternet
Zusätzliche Bedeutung erhält Starlink durch die militärische und geopolitische Nutzung von Satellitenkommunikation. Die Bundeswehr warnt in einem vertraulichen Bericht vor einem möglichen Erfolg des russischen Projekts Rassvet als Starlink-Alternative, zweifelt jedoch am dort genannten Zeitplan. Für SpaceX stärkt das die strategische Relevanz der eigenen Konstellation, beseitigt aber weder regulatorische Risiken noch den technischen Umsetzungsdruck bei Starship.
Fazit & Ausblick
Der 22. September wird für SpaceX zum wichtigen Belastungstest. Im Mittelpunkt stehen der erstmalige Orbitflug, die Stufentrennung und die Starlink-V3-Aussetzung. Entscheidend für die Aktie dürfte anschließend weniger die reine Flugreichweite als der Nachweis sein, dass SpaceX Starship zuverlässig, wiederverwendbar und mit hoher Frequenz einsetzen kann.
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