BVB meldet Fehlbetrag von 21,7 Mio. Euro: Dividende fällt aus, Aktie bei 3,16 €
Kurzüberblick
Die börsennotierte Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA hat für das Geschäftsjahr 2025/26 einen Fehlbetrag von 21,7 Mio. Euro ausgewiesen. Gleichzeitig fällt für das abgelaufene Jahr eine Dividende aus, weil der Jahresfehlbetrag eine Ausschüttung verhindert. Die vorläufigen Zahlen wurden am 21. August 2026 veröffentlicht.
Das Ergebnis steht vor allem unter dem Eindruck des frühen Ausscheidens in der Champions League sowie einer frühen DFB-Pokal-Enttäuschung. Operativ kam der Klub dennoch nicht völlig aus der Spur: Der Konzernumsatz sank auf 460,5 Mio. Euro, während Einsparungen bei Kostenbereiche und der Transferbereich teilweise gegensteuerten. An der Börse lag die BVB-Aktie zuletzt bei 3,16 Euro (Stand 21.08.2026, 22:00 Uhr), nach einem YTD-Verlauf von -3,51%.
Marktanalyse & Details
Vorläufige Eckdaten 2025/26: Verlust statt Überschuss
- Umsatz: 460,5 Mio. Euro nach 526,0 Mio. Euro (Rückgang um 65,5 Mio. Euro)
- Jahresfehlbetrag: 21,7 Mio. Euro (Vorjahr: Jahresüberschuss von 6,5 Mio. Euro)
- Ergebnis vor Steuern (EBT): -20,3 Mio. Euro (Vorjahr: 9,5 Mio. Euro)
- EBITDA: 92,2 Mio. Euro nach 115,9 Mio. Euro
- Transferergebnis: 59,3 Mio. Euro (Vorjahr: 37,8 Mio. Euro)
Damit zeigt sich: Während der Transferbereich im Vergleich zum Vorjahr besser abschnitt, reichten die positiven Impulse nicht aus, um den deutlichen Rückgang in den ertragsstärkeren Medien- und Wettbewerbseinnahmen aufzufangen.
Ursachenmix: TV-Vermarktung drückt, Werbeerlöse bleiben fester
Der Rückgang der Gesamterlöse ist insbesondere auf die gesunkene TV-Vermarktung zurückzuführen. Dort fielen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer aus (168,5 Mio. Euro nach 227,2 Mio. Euro). Auch die TV-basierten Wettbewerbswirkungen der Champions League wirkten: Laut Finanzchef Thomas Treß lagen die Champions-League-Erlöse um 31,4 Mio. Euro niedriger als im Vorjahr.
- Werbeerlöse: 157,9 Mio. Euro (nach 153,6 Mio.)
- Spielbetrieb: 50,3 Mio. Euro (nach 55,2 Mio.)
- Merchandising: 38,7 Mio. Euro (nach 40,0 Mio.)
- Conference/Catering/Sonstige: 45,1 Mio. Euro (nach 50,0 Mio.)
Parallel wurden Kosten zwar reduziert: Die Personalaufwendungen sanken auf 259,9 Mio. Euro (von 268,3 Mio. Euro). Zudem gingen sonstige betriebliche Aufwendungen auf 145,4 Mio. Euro zurück (von 162,3 Mio. Euro). Die Abschreibungen stiegen jedoch auf 111,4 Mio. Euro (von 105,3 Mio. Euro), wodurch operative Entlastungen nicht vollständig durchschlugen.
Analysten-Einordnung
Für Anleger deutet diese Mischung aus Kostendruck und Umsatzvolatilität darauf hin, dass der BVB finanziell weiterhin stark vom sportlichen Wettbewerbserfolg abhängt. Gleichzeitig liefert der deutlich höhere Transferbeitrag (59,3 Mio. Euro) einen Hinweis, dass Management und sportliche Planung bereit sind, Verluste über Transfer- und Kostenlogik abzufedern – aber offenbar nur teilweise.
Die vom Management kommunizierte Perspektive auf „schwarze Null oder Gewinn“ wirkt plausibel, ist aber in der Umsetzung stark an die erzielten Runden im laufenden Wettbewerb gekoppelt. Anleger sollten deshalb neben der Ergebnisprognose besonders beobachten, ob der Ertragsmix (TV/Marketing) wieder stabilisiert wird und wie nachhaltig die Kostensenkungen ausfallen.
Prognose 2026/27: Bandbreite von 0 bis 10 Mio. Euro
Das Unternehmen erwartet für das Geschäftsjahr 2026/27 ein Konzernjahresergebnis in einer Bandbreite von 0 bis 10 Mio. Euro. Beim Umsatz nennt der Klub einen Korridor von 485 bis 495 Mio. Euro. Diese Spanne adressiert den bisherigen Spagat: Trotz Einspar- und Kadermaßnahmen soll die sportliche Performance wettbewerbsfähig bleiben.
Wichtig für den Kapitalmarkt: Der Jahresfehlbetrag verhindert auch die Dividendenerwartung für 2025/26. Damit stehen in der Diskussion kurzfristig weniger Ausschüttungs-Storys als vielmehr operative Stabilität und Transfer-/Kostensteuerung im Fokus.
Bilanzpressekonferenz am 21. August 2026
Zur Vorstellung der vorläufigen Kennzahlen findet am selben Tag in Dortmund eine Bilanzpressekonferenz statt. Anleger können die Diskussion dem Vernehmen nach im Livestream verfolgen.
Fazit & Ausblick
Die vorläufigen Zahlen bestätigen: Der BVB hat den Rückschlag aus dem fehlenden Wettbewerbslauf klar in der Ergebnisrechnung gespürt – trotz messbarer Fortschritte bei Kosten und Transfererträgen. Für 2026/27 ist entscheidend, ob der Klub die Erlösglieder (vor allem TV- und Wettbewerbseffekte) wieder näher an die Planwerte führt und die Kostenstruktur dauerhaft stabilisiert.
In den kommenden Monaten wird der Markt besonders auf die nächsten Transferentscheidungen sowie auf die sportliche Entwicklung in den frühen Pflichtspielen schauen, weil genau diese Faktoren erfahrungsgemäß die finanziellen Hebel von der Prognose in die Realität übertragen.
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