BVB in roten Zahlen: Umsatz sinkt um 12% auf 460,5 Mio Euro, Fehlbetrag 21,7 Mio Euro
Kurzüberblick
Borussia Dortmund hat für das Geschäftsjahr 2025/26 vorläufige Kennzahlen vorgelegt: Nach dem frühen Aus in der UEFA Champions League sowie im DFB-Pokal rutscht der Konzern in einen Fehlbetrag von 21,7 Mio Euro bei einem Umsatzrückgang um rund 12% auf 460,5 Mio Euro. Die Veröffentlichung erfolgte am 21. August 2026, zugleich findet in Dortmund die jährliche Pressekonferenz zu den Vorabzahlen statt.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 nennt das Management eine Zielspanne von einer schwarzen Null bis 10 Mio Euro Gewinn sowie Erlösen von 485 bis 495 Mio Euro. Am Markt notiert die Aktie zuletzt bei 3,16 Euro (YTD: -3,51%).
Marktanalyse & Details
Ergebnis: Sportlicher Knock-out drückt vor allem TV-Erlöse
Der Rückgang der Geschäftsentwicklung erklärt sich laut Mitteilung insbesondere durch den fehlenden Einzug in die Runde der letzten 16 in der Champions League. Dadurch brachen Einnahmen aus dem TV-Marketing deutlich ein. Zusätzlich minderten die Auswirkungen des zeitlich versetzten FIFA Club World Cup die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr.
- Umsatz: 460,5 Mio Euro (Vorjahr 526,0 Mio Euro)
- Konsolidierter Nettoverlust: 21,7 Mio Euro (Vorjahr: Nettoerfolg 6,5 Mio Euro)
- EBT: -20,3 Mio Euro (Vorjahr 9,5 Mio Euro)
- EBITDA: 92,2 Mio Euro (Vorjahr 115,9 Mio Euro)
- Gesamte operative Mittelzuflüsse (Umsatz plus Brutto-Transfererlöse): 537,2 Mio Euro (Vorjahr 589,6 Mio Euro)
Erlösstruktur: Werbung stabil, Spielbetrieb und Merchandise leicht betroffen
In der Umsatzstruktur bleibt die Werbe-Komponente vergleichsweise tragfähig, während das TV-Marketing stärker unter dem Abschneiden im internationalen Wettbewerb leidet:
- Spielbetrieb: 50,3 Mio Euro (Vorjahr 55,2 Mio Euro)
- Werbeeinnahmen: 157,9 Mio Euro (Vorjahr 153,6 Mio Euro)
- TV-Marketing: 168,5 Mio Euro (Vorjahr 227,2 Mio Euro)
- Merchandising: 38,7 Mio Euro (Vorjahr 40,0 Mio Euro)
- Tagungs-, Catering- und sonstige Erlöse: 45,1 Mio Euro (Vorjahr 50,0 Mio Euro)
Gegenwind beim operativen Ertragsprofil wird jedoch teilweise durch höhere Transfer-Effekte abgefedert: Der Netto-Transfererlös lag bei 59,3 Mio Euro nach 37,8 Mio Euro im Vorjahr.
Kosten: Personalkosten gesenkt, Abschreibungen steigen
Auf der Kostenseite zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Personalkosten gingen zurück, gleichzeitig nahm der Abschreibungsdruck zu.
- Personalaufwendungen: 259,9 Mio Euro (Vorjahr 268,3 Mio Euro)
- Abschreibungen/Wertminderungen: 111,4 Mio Euro (Vorjahr 105,3 Mio Euro)
- Sonstige betriebliche Aufwendungen: 145,4 Mio Euro (Vorjahr 162,3 Mio Euro)
Das Finanzergebnis verschlechterte sich leicht auf -1,1 Mio Euro. Die Steuerlast belief sich auf 1,4 Mio Euro. In den separaten (HGB-)Jahreszahlen weist die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag von 17,1 Mio Euro aus; damit kann für 2025/26 keine Dividende vorgeschlagen werden.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass das Ergebnis von Borussia Dortmund kurzfristig vor allem von der sportlichen Planbarkeit der TV- und Wettbewerbsumsätze abhängt. Während Werbung und Transfer-Effekte zumindest stabilisieren, ist der Einbruch beim TV-Marketing bei fehlender Königsklasse-Qualifikation der dominierende Belastungsfaktor. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die nächste Ergebnisrichtung dürfte weniger durch Kostenprogramme, sondern stärker durch die Frage bestimmt werden, ob der BVB frühzeitig sportliche Wertschöpfungsketten (internationale Platzierungen, mögliche Zusatzmärkte) aktiviert und damit die Erlösbasis wieder breiter macht.
Ausblick 2026/27: Zielspanne bleibt vorsichtig
Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet der Konzern einen Nettoerfolg von 0 bis 10 Mio Euro bei 485 bis 495 Mio Euro Erlösen. Das Unternehmen weist ausdrücklich darauf hin, dass Transfergeschäfte und die tatsächliche sportliche Entwicklung die Prognose im Jahresverlauf verändern können.
Fazit & Ausblick
Nach dem Fehlbetrag im Geschäftsjahr 2025/26 steht für den BVB nun vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie schnell sich die Erlösseite in Richtung der Guidance stabilisieren lässt. Die Anleger bekommen heute Einblicke in die Vorabzahlen: Pressekonferenz in Dortmund um 11:30 CET, bei der insbesondere die Verbindung zwischen sportlichem Abschneiden, TV-Erlösen und Transferplanung im Fokus stehen dürfte.
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