Bristol-Myers Squibb Aktie: CAR-T-Todesfall wirft Fragen auf, Studien sollen 2027 weitergehen

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Das Wichtigste in Kürze

  1. In einer Phase-1-Studie mit der experimentellen CAR-T-Therapie zola-cel starb ein Patient mit hochaktiver schubförmiger Multipler Sklerose an septischer Pneumonie.
  2. Der Todesfall ereignete sich 44 Tage nach der Infusion und nach der Behandlung mit hoch dosiertem Cyclophosphamid.
  3. Bristol Myers Squibb erklärte, die Ursache eines zuvor beobachteten Sicherheitssignals identifiziert zu haben; pausierte CAR-T-Studien sollen 2027 wieder aufgenommen werden.
  4. Die Aktie gab am 23. Oktober bis 18:20 Uhr MESZ an der Lang & Schwarz Exchange um 1,75 Prozent auf 55,08 Euro nach.

Marktanalyse & Details

Todesfall in der Phase-1-Studie

Bristol Myers Squibb hat einen tödlichen Zwischenfall im Breakfree-2-Programm für zolacabtagene autoleucel (zola-cel) bekannt gemacht. Der Patient mit hochaktiver schubförmiger Multipler Sklerose entwickelte nach der Infusion spät einsetzende motorische Symptome, die nicht auf eine Behandlung mit intermittierenden Kortikosteroiden und intravenösen Immunglobulinen ansprachen. Nach der Gabe von hoch dosiertem Cyclophosphamid trat eine septische Pneumonie auf; der Patient starb am folgenden Tag, 44 Tage nach der Infusion.

Das Unternehmen ordnete den Fall in die Sicherheitsdaten seiner CAR-T-Programme bei Autoimmunerkrankungen ein: Insgesamt seien dort 190 Patienten in Phase-1-Studien behandelt worden. Neben diesem Ereignis seien keine weiteren Ereignisse des Schweregrads 5 gemeldet worden. Das beschreibt die bisherige Datenlage, schließt zusätzliche Risiken bei einer größeren oder längeren Anwendung aber nicht aus.

Wirksamkeit und geplante Wiederaufnahme

Die auf dem Fachkongress MSToronto 2026 vorgestellten Zwischenergebnisse der einarmigen Phase-1-Studie Breakfree-2 umfassen 66 Patienten mit Multipler Sklerose und anhaltender Krankheitsaktivität oder zunehmender Behinderung trotz Vorbehandlung. Die Studie prüft Sicherheit als primären und Wirksamkeit als sekundären Endpunkt. Bristol Myers Squibb berichtete über frühe Wirksamkeitssignale bei schubförmiger und progressiver MS. Bei allen Patienten, die Dosisstufe 2 erhalten hatten, sei eine Behandlung mit krankheitsmodifizierenden Therapien bislang nicht erforderlich gewesen.

Ein Unternehmenssprecher erklärte, die Ursache eines zuvor beobachteten CAR-T-Sicherheitssignals sei identifiziert worden. Bristol Myers Squibb strebe an, die pausierten Studien 2027 wieder aufzunehmen. Konkrete Angaben dazu, wann einzelne Studien tatsächlich starten oder welche Änderungen am Prüfprotokoll vorgesehen sind, liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.

Analysten-Einordnung: Der Todesfall ist ein ernstes Sicherheitssignal für ein Forschungsfeld, dessen möglicher Vorteil in einer tiefgreifenden, womöglich länger anhaltenden Immuntherapie liegt. Dass bislang keine weiteren tödlichen Ereignisse in den genannten Autoimmunprogrammen gemeldet wurden, ist ein begrenzter Entlastungsfaktor, aber kein Beleg für ein etabliertes Sicherheitsprofil. Für Anleger bedeutet die geplante Wiederaufnahme 2027, dass der kurzfristige Nachrichtenwert vor allem von der Aufklärung des Ereignisses und den regulatorischen sowie klinischen Anforderungen abhängt; ein kommerzieller Beitrag der Therapie bleibt weit entfernt.

Aktienreaktion

Die Bristol-Myers-Squibb-Aktie notierte am 23. Oktober um 18:20 Uhr MESZ bei 55,08 Euro und damit 1,75 Prozent unter dem Vortag. Seit Jahresbeginn lag sie zu diesem Zeitpunkt dennoch 19,73 Prozent im Plus. Die Tagesbewegung fällt zeitlich mit den Nachrichten zum CAR-T-Programm zusammen, lässt sich anhand der verfügbaren Daten jedoch nicht eindeutig allein dem Todesfall zuordnen.

Fazit & Ausblick

Im Mittelpunkt stehen nun die detaillierte Bewertung der septischen Pneumonie, die Einordnung der vorausgegangenen neurologischen Symptome und die Bedingungen für eine Wiederaufnahme der pausierten Studien. 2027 ist bislang das vom Unternehmen angestrebte Jahr für den Neustart, kein bestätigter Termin. Neue Sicherheitsdaten und konkrete Angaben zu den Studienprotokollen dürften entscheidend dafür sein, ob das frühe Wirksamkeitspotenzial von zola-cel weiter untersucht werden kann.

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