Boeing gewinnt 111 feste Flugzeugbestellungen – China-Aufträge bleiben unsicher

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Turkish Airlines bestellt 100 Boeing 737 MAX fest und sichert sich Optionen für 50 weitere Jets.
  2. Biman Bangladesh Airlines ordert zusätzlich fünf 787-10 und sechs 737-8.
  3. Akasa Air spricht über mehr als 200 weitere 737 MAX; eine Entscheidung wird frühestens Anfang 2027 erwartet.
  4. Bei China steht zunächst die Umsetzung einer Vereinbarung über 200 Flugzeuge im Vordergrund, nicht ein neuer Großauftrag.

Marktanalyse & Details

111 feste Bestellungen aus der Türkei und Bangladesch

Boeing hat neue Aufträge von zwei Fluggesellschaften bekannt gegeben: Turkish Airlines bestellt 100 Flugzeuge der 737-MAX-Familie fest und erhält Optionen auf weitere 50 Maschinen. Die Auslieferungen sind zwischen 2033 und 2037 vorgesehen. Zudem erweitert Biman Bangladesh Airlines ihre Bestellung um fünf 787-10 und sechs 737-8. Zusammen ergeben die beiden Vereinbarungen 111 feste Flugzeugbestellungen; die 50 Optionen der türkischen Airline sind darin nicht enthalten.

Zusätzliche Nachfrage möglich – China bleibt ein Unsicherheitsfaktor

Akasa Air verhandelt über mehr als 200 zusätzliche 737 MAX. Die indische Fluggesellschaft hat bereits 183 offene Bestellungen. Eine Entscheidung über den möglichen Folgeauftrag könnte Anfang 2027 fallen, die Vertragsbedingungen sollen voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2027 feststehen. Die Gespräche sind damit noch keine Bestellung.

Auch die China-Perspektive ist weniger weit fortgeschritten als zuvor erhofft. Boeing versucht, eine im Mai vereinbarte Bestellung über 200 Flugzeuge zu finalisieren. Eine zusätzliche Zusage für Hunderte Jets gilt vor dem anstehenden Gipfeltreffen der USA und Chinas derzeit als unwahrscheinlich. Für Boeing wäre bereits die Absicherung der bestehenden Vereinbarung ein wichtiger Schritt zurück in einen Markt, in dem der Konzern lange kaum neue Aufträge erhielt.

Analysten-Einordnung und Produktionsrisiken

Analysten-Einordnung: Die 111 festen Bestellungen stärken Boeings Auftragsbasis und zeigen Nachfrage sowohl nach Kurz- als auch nach Langstreckenflugzeugen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch nicht automatisch kurzfristig höhere Auslieferungen oder zusätzliche Erlöse: Die türkischen Maschinen sind erst für 2033 bis 2037 eingeplant, und mögliche Akasa- sowie China-Aufträge sind noch nicht gesichert. Entscheidend bleibt, ob Boeing Produktion und Auslieferungen verlässlich steigern kann. Zuletzt hieß es, die 737-Produktion habe sich noch nicht auf dem angestrebten Niveau von 47 Flugzeugen pro Monat stabilisiert; zudem könnte sich die Zertifizierung der 777X bis 2027 verschieben.

Die Boeing-Aktie notierte am 25. September 2026 um 09:34 Uhr bei 173,14 Euro. Das Tagesplus von 0,08 Prozent stand einer bisherigen Jahresperformance von minus 6,98 Prozent gegenüber. Der Kursverlauf unterstreicht, dass neue Bestellungen die bestehenden Zweifel an der operativen Umsetzung bislang nicht ausräumen.

Fazit & Ausblick

Die bestätigten Aufträge aus der Türkei und Bangladesch liefern Boeing Rückenwind, während mögliche Zusatzbestellungen aus Indien und China zunächst Beobachtungsposten bleiben. Für die weitere Einordnung zählen die Finalisierung des China-Geschäfts, eine mögliche Entscheidung von Akasa Air und Boeings Fortschritte bei Produktion und Zertifizierung. Erst wenn sich daraus belastbare Auslieferungen ergeben, wird der Auftragszuwachs auch operativ sichtbar.

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