Boeing-Aktie: BofA hält nach Produktionswarnung an Kaufempfehlung und 270-Dollar-Ziel fest

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Boeing-Chef Kelly Ortberg warnte vor anhaltenden Problemen beim Hochfahren der 737- und 787-Produktion sowie Verzögerungen bei der 777X-Zertifizierung.
  2. Die Boeing-Aktie reagierte zwischenzeitlich mit einem Kursrutsch von rund 7 Prozent, erholte sich am 21. September 2026 jedoch um 0,97 Prozent auf 174,38 Euro.
  3. Bank of America bewertet die Marktreaktion als übertrieben, bestätigt die Kaufempfehlung und hält am Kursziel von 270 US-Dollar fest.
  4. Als zentrale Risiken gelten die Stabilisierung der 737-Produktion, der freie Cashflow und ein möglicher Streik ab dem 6. Oktober.

Marktanalyse & Details

Produktionsprobleme lösen heftige Marktreaktion aus

Die jüngste Schwäche der Boeing-Aktie wurde vor allem durch Aussagen von CEO Kelly Ortberg auf einer Investorenkonferenz ausgelöst. Die Produktion der 737 MAX sei noch nicht stabil bei 47 Flugzeugen pro Monat. Als wesentlichen Engpass nannte das Management die konzerninterne Fertigung von Tragflächen. Auch beim Hochlauf der 787 bleiben Lieferungen nach Einschätzung des Unternehmens unregelmäßig.

Zusätzliche Unsicherheit betrifft die 777X. Einige Zertifizierungstests könnten sich bis 2027 verschieben. Boeing verwies auf die noch ausstehende Zulassung einer belastbareren Dichtung für das GE9X-Triebwerk. Der Triebwerkshersteller erklärte dagegen, die Zertifizierung könne mit den bisherigen Dichtungen fortgesetzt werden; erste verbesserte Einheiten seien bereits im August ausgeliefert worden. Boeing hält dennoch an ersten Auslieferungen im kommenden Jahr fest.

BofA sieht keinen Bruch der langfristigen Erholung

Bank of America bezeichnete die heftige Kursreaktion als etwas dramatisch. Die Analysten betonen, dass eine komplexe Wende bei einem Flugzeugbauer nicht linear verlaufen könne. Zwar sei die operative Umsetzung in der Vergangenheit erheblich beeinträchtigt gewesen, gegenüber dem Vorjahr seien jedoch erkennbare Verbesserungen festzustellen.

  • Die Zulassung der 737 MAX 10 wird laut Boeing sehr bald erwartet.
  • Die MAX 10 steht für rund 30 Prozent des 737-Auftragsbestands und ist damit für die künftige Cashflow-Entwicklung besonders relevant.
  • BofA kalkuliert für 2026 mit einer Produktion von 519 Flugzeugen.
  • Für die 777X erwartet die Bank keine Auslieferung im Jahr 2026, aber zehn Flugzeuge im Jahr 2027.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass BofA die aktuellen Probleme primär als Ausführungs- und Timingrisiko und nicht als strukturellen Nachfrageeinbruch bewertet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Investmentthese stark an sichtbaren Fortschritten bei Produktion und Auslieferungen hängt. Das Kursziel von 270 US-Dollar setzt voraus, dass Boeing die Produktionsrampen stabilisiert und den freien Cashflow nachhaltig steigert; es ist daher kein kurzfristiger Schutz vor weiteren Rückschlägen.

Freier Cashflow und Arbeitskonflikt bleiben entscheidend

BofA hält trotz der Produktionsrisiken an einer Schätzung von 2,4 Milliarden US-Dollar freiem Cashflow für 2026 fest. Boeing selbst hatte eine Spanne von 1 bis 3 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt und den Mittelpunkt von etwa 2 Milliarden US-Dollar als realistischen Rahmen bezeichnet. Verzögerte Produktionssteigerungen bei 737 und 787 verringern allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass das obere Ende der Unternehmensprognose erreicht wird.

Das kurzfristig größere Risiko sehen die Analysten in den Tarifverhandlungen mit der Society of Professional Engineering Employees in Aerospace. Der aktuelle Arbeitsvertrag läuft am 6. Oktober aus. Ein Streik könnte den Produktionshochlauf zusätzlich bremsen und den Cashflow belasten.

Branchentrend spricht für Erstausrüster

Über Boeing hinaus erwartet BofA eine mögliche Rotation im Flugzeugsektor vom wartungsnahen Aftermarket-Geschäft zu den Erstausrüstern. Verbesserungen bei Produktion und Auslieferungen könnten die Bewertung von Boeing und Airbus stützen. Für Boeing bleibt dabei der große Auftragsbestand ein wichtiger Puffer, während Verzögerungen bei der 737 MAX 10 und der 777X die operative Glaubwürdigkeit weiterhin belasten.

Fazit & Ausblick

Die Boeing-Aktie erhält durch die bestätigte Kaufempfehlung und das Kursziel von 270 US-Dollar Unterstützung, doch die Erholung bleibt von der Umsetzung abhängig. Anleger sollten insbesondere auf die Stabilisierung der 737-Produktion bei 47 Flugzeugen pro Monat, die 737-MAX-10-Zulassung, den 787-Hochlauf und den Tarifstreit ab dem 6. Oktober achten. Bleiben größere Störungen aus, könnte die BofA-These einer schrittweisen Neubewertung aufgehen; weitere Verzögerungen würden dagegen den freien Cashflow und das Vertrauen in den Turnaround erneut unter Druck setzen.

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