bet-at-home erhält BUY-Update und Kursziel 5,50 Euro: FY25 in der Spur, FIFA 2026 als Rückenwind
Kurzüberblick
Die bet-at-home.com AG steht nach der Veröffentlichung der finalen FY25-Zahlen im Fokus eines Research-Updates: Die Empfehlung lautet auf BUY, das Kursziel liegt bei 5,50 Euro (Zeithorizont: 12 Monate). Hintergrund sind Zahlen, die insgesamt dem bereits nach Q3 gezeichneten Bild entsprechen: Ein schwächerer Bereich im regulierten Betting steht einer weiterhin dynamischen Entwicklung im Gaming gegenüber.
Die Aktie notiert am 29.04.2026 um 09:02 Uhr bei 2,36 Euro (+0,43% am Tag; +10,28% seit Jahresbeginn). Für Anleger ist dabei vor allem entscheidend, wie stark der bevorstehende Sport-Impuls durch die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 im Betting die Tonalität der Ergebnisentwicklung im laufenden Geschäftsjahr prägen kann.
Marktanalyse & Details
FY25: Umsatzrückgang vor allem im Betting, Gaming bleibt Wachstumstreiber
Beim entscheidenden KPI Gross Betting and Gaming Revenue (GGR) ging es im Gesamtjahr um -8% auf 48,0 Mio. Euro zurück (untere Grenze der kommunizierten Spanne von 46–54 Mio. Euro). Der Rückgang entfiel dabei vollständig auf das Betting-Segment: Dessen GGR sank um -11% auf 41,4 Mio. Euro. Als Ursachen wurden genannt:
- Wegfall eines revenue-relevanten Großevents außerhalb der regulären Saison
- Struktureller Margen- und Volumendruck durch die Erhöhung der österreichischen Sports-Betting-Steuer von 2% auf 5% (seit Juni 2025)
Positiv: Trotz Volumenrückgang blieb das Betting nicht nur stabil, sondern profitierte von verbesserten Konditionen auf der Ergebnishebel-Seite. Die Betting-Margen stiegen auf 13,8% (FY24: 13,0%). Gleichzeitig wurde das rückläufige Volumen beziffert: 300 Mio. Euro Umsatzvolumen (GGR-basiert betrachtet) entsprach einem Rückgang von -16% gegenüber dem Vorjahr.
Das Gaming-Segment setzte dagegen seine Outperformance fort: Der GGR wuchs um +15% yoy, die Gaming-Margen verbesserten sich auf 11,6% (FY24: 11,2%). Damit bestätigt sich laut Research der strukturelle Wachstumstrend der letzten Quartale.
Ergebnisqualität: EBITDA im Rahmen der Guidance – operative Basis bleibt intakt
Operativ blieb bet-at-home trotz des GGR-Rückgangs auf Kurs: EBITDA vor Sondereffekten belief sich auf 2,6 Mio. Euro (
- -46% yoy, aber
- im Rahmen der Guidance von 0–4 Mio. Euro
Die Interpretation: Für die Entwicklung entscheidend ist weniger das absolute Vorjahresniveau, sondern die Stabilität des operativen Geschäfts. Der Blick auf das berichtete EBITDA zeigt zusätzlich eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr: 3,1 Mio. Euro nach -3,3 Mio. Euro im FY24.
Kapital-/Kontrollstruktur und Ausblick auf FY26
Ergänzend wurde auf die Veränderung der Aktionärsstruktur verwiesen: Gründervater Franz Ömer und Stefan Sulzbacher halten nun zusammen 29,7% an bet-at-home (Handeln im gemeinsamen Interesse). Laut Research ist das ein positives Signal, unter anderem wegen der langjährigen Erfahrung des Gründers mit der erfolgreichen Entwicklung im DACH-Raum sowie dem potenziellen Abbau bestimmter Risiken aus Kundenansprüchen.
Für die Zukunft bleibt die Erwartung vorsichtig optimistisch: Für FY26 werden 52 Mio. Euro Umsatz und 3,6 Mio. Euro EBITDA angepeilt. Als wichtigste Treiber wurden identifiziert:
- FIFA-Weltmeisterschaft 2026 (Juni/Juli) als Top-Event im Betting mit spürbaren Tailwinds nach zwei eventärmeren Jahren
- Gaming mit organischem Wachstum und weiterhin stabilen Margenentwicklungstendenzen
- Auf der Kostenseite bleibt die österreichische Steuererhöhung ein struktureller Dämpfer, während OPEX voraussichtlich kontrolliert bleibt
Analysten-Einordnung: Dass das Research das operative Kernergebnis trotz rückläufiger GGR im Betting als gesund einordnet (EBITDA im Guidance-Korridor), deutet darauf hin, dass bet-at-home das operative Kostenprofil über den Umsatzzyklus hinweg stabilisiert. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung vor allem: Der Hebel für die Neubewertung liegt weniger in kurzfristigen Schwankungen der Volumina, sondern in der Frage, ob das Betting während des FIFA-Turniers seine Rückschwung-Fähigkeit zeigt und ob das Gaming die strukturelle Wachstumsstory fortschreibt. Die Kurszielsetzung von 5,50 Euro spiegelt dabei auch die Annahme wider, dass die Bewertung angesichts der verbesserten Ergebnisqualität und der potenziellen positiven Re-Rating-Katalysatoren nicht dauerhaft niedrig bleibt.
Fazit & Ausblick
Nach FY25 mit schwächerem Betting und starkem Gaming rückt bet-at-home vor allem wegen des Sport-Event-Zeitfensters (FIFA 2026) in den Fokus: Entscheidend wird, wie viel Ertragshebel das Turnier im Betting tatsächlich mobilisiert und ob die Margenentwicklung die steuerbedingten Gegenwinde kompensieren kann. Parallel dürfte das Gaming die Rolle als stabiler Wachstumspfeiler behalten.
Für die nächsten Quartalsmeldungen ist damit vor allem die Entwicklung im Betting-Volumen sowie die Bruttomargen- und EBITDA-Trendumkehr relevant. Anleger sollten die Umsetzung der FY26-Guidance insbesondere im Turnierbetrieb eng verfolgen.
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