bet-at-home erhält Buy-Rating: 5-Euro-Kursziel trotz EBITDA-Verlust im zweiten Quartal

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Das Wichtigste in Kürze

  1. bet-at-home steigerte den Brutto-Wett- und Gamingertrag im zweiten Quartal um 9,8 Prozent auf 13,0 Millionen Euro.
  2. Das EBITDA fiel wegen Sonderkosten, höherer Marketingausgaben und neuer Softwareverträge auf einen Verlust von 1,5 Millionen Euro.
  3. Die Research-Einschätzung bestätigt die Kaufempfehlung und setzt das Zwölfmonats-Kursziel unverändert auf 5,00 Euro.
  4. Der Glücksspielanbieter hält an seiner Jahresprognose von 46 bis 54 Millionen Euro Bruttoertrag und 0 bis 4 Millionen Euro EBITDA fest.

Marktanalyse & Details

Starkes Umsatzwachstum im zweiten Quartal

bet-at-home erzielte im zweiten Quartal einen Brutto-Wett- und Gamingertrag von 13,0 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und lag im Rahmen der Erwartungen. Der Netto-Gamingertrag stieg sogar um 17,0 Prozent auf 10,4 Millionen Euro, weil die Abgabenquote auf den Umsatz auf 20,3 Prozent sank.

  • Der Brutto-Wettertrag erhöhte sich um 7,9 Prozent auf 11,1 Millionen Euro.
  • Das Wettvolumen ging trotz der Unterstützung durch die Fußball-Weltmeisterschaft um 5,6 Prozent auf 68,6 Millionen Euro zurück.
  • Die Wettmarge verbesserte sich um 2,0 Prozentpunkte auf 16,1 Prozent.
  • Der Brutto-Gamingertrag wuchs um 22,4 Prozent auf 1,9 Millionen Euro, getragen von einem um 15,5 Prozent höheren Gamingvolumen.

Sonderkosten belasten Ergebnis

Operativ blieb die Entwicklung im zweiten Quartal hinter dem Umsatzwachstum zurück. Das ausgewiesene EBITDA lag bei minus 1,5 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch ein EBITDA von 1,2 Millionen Euro erzielt worden war. Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch eine Zahlung von 0,7 Millionen Euro im Zusammenhang mit Prozessfinanzierern sowie durch 0,4 Millionen Euro für neue Verträge mit Softwareanbietern. Hinzu kamen höhere Marketing- und Personalkosten, darunter zahlreiche Bonusaktionen rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2026.

Bereinigt um Rechtskosten, Kundenforderungen und weitere periodenfremde Effekte belief sich das EBITDA im Quartal auf minus 0,6 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr sank der Bruttoertrag um 4,0 Prozent auf 24,31 Millionen Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag bei minus 0,70 Millionen Euro nach einem positiven Wert von 3,02 Millionen Euro im Vorjahr. Der Konzernverlust belief sich auf 2,21 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie auf minus 0,31 Euro.

Analysten-Einordnung

Analysten-Einordnung: Die bestätigte Kaufempfehlung beruht vor allem auf der Erwartung einer Erholung im zweiten Halbjahr. Dies deutet darauf hin, dass die Research-Einschätzung die aktuellen Ergebnisbelastungen überwiegend als vorübergehend bewertet. Die Investitionen in Personal, Software und Marketing sollen die Nutzererfahrung verbessern; der Net Promoter Score stieg bereits um 27 Punkte auf plus 17. Zudem könnten sich erhöhte Marketingausgaben nach Einschätzung der Analysten typischerweise innerhalb von drei bis sechs Monaten auszahlen.

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung ein klar zweigeteiltes Bild: Die Umsatzdynamik und das Gaminggeschäft liefern positive Signale, während das rückläufige Wettvolumen und die Kostenbasis weiterhin Risiken darstellen. Beim aktuellen Kurs von 3,11 Euro, der am 23. September 2026 im Tagesverlauf um 1,63 Prozent zulegte und seit Jahresbeginn 45,33 Prozent im Plus liegt, setzt das Kursziel von 5,00 Euro auf eine erfolgreiche operative Verbesserung voraus. Zusätzliches Potenzial sehen die Analysten im geplanten Start von Casinoro und in einem möglichen positiven Ausgang älterer Rechtsverfahren.

Jahresprognose bleibt bestehen

bet-at-home bestätigt für 2026 einen Brutto-Wett- und Gamingertrag von 46 bis 54 Millionen Euro sowie ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 0 und 4 Millionen Euro. Die Research-Einschätzung hält einen stärkeren Geschäftsverlauf im zweiten Halbjahr für erforderlich, damit das Unternehmen die schwächere erste Jahreshälfte ausgleichen kann.

Fazit & Ausblick

Die bet-at-home-Aktie erhält trotz des EBITDA-Verlusts im zweiten Quartal Rückenwind durch die bestätigte Kaufempfehlung und das Kursziel von 5 Euro. Entscheidend werden nun die Entwicklung des Wettvolumens, die Wirkung der Marketingkampagnen und die Umsetzung der neuen Softwareverträge sein. Die nächsten Quartalszahlen dürften zeigen, ob die erwartete operative Erholung im zweiten Halbjahr tatsächlich einsetzt.

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