Bernstein empfiehlt Linde & Industriegase als Favoriten bei steigenden Energiepreisen

Linde PLC

Kurzüberblick

Bernstein hat am 5. März 2026 eine neue Investitionsstrategie vorgestellt, Anleger sollten sich stärker auf Industriegase-Unternehmen konzentrieren. Die Top-Picks sind Linde sowie Air Liquide und Air Products, gestützt durch deren historische Preisstabilität in Zeiten steigender Energiepreise und geopolitischer Unsicherheit. Auslöser ist ein eskalierender Konflikt im Nahen Osten, der sich potenziell länger fortsetzen und Kosten in der europäischen Chemiebranche erhöhen könnte.

In der Analyse wird betont, dass Energieintensität der Produktion für BASF und Arkema zu den größten Risiken gehört. Die Empfehlung basiert darauf, dass Industriegase durch starke Preissetzungs-Power in Langzeitverträgen und Merchant-Gas-Märkten Preiserhöhungen besser durchsetzen können.

Marktanalyse & Details

Finanzdaten & Bewertungsrahmen

Bernstein modelliert verschiedene Szenarien zur Konflikt-Dauer und zu Energiepreis-Schocks anhand sieben Parameter, darunter Energie- und Rohstoffkosten, Nachfragedestabilisierung durch Inflation sowie Umsatzexponierung zum Nahen Osten.

  • Bei einem ca. drei Monate andauernden Konflikt und moderaten Energiepreiserhöhungen könnte das EBITDA der europäischen Chemie-Branche im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Konsens sinken.
  • Ein länger anhaltender Konflikt würde voraussichtlich zu deutlich größeren Abwärtskorrekturen führen, insbesondere bei BASF und Arkema, die stärker von teuren Vorprodukten abhängig sind.
  • Unter den europäischen Herstellern gelten Linde, Air Liquide und Air Products als bevorzugte Investments; Syensqo und Clariant könnten in Verlustszenarien stabiler bleiben, während Arkema und BASF stärker belastet werden könnten.

Strategische Ausrichtung

Die bevorzugten Investments – Industriegase – zeigen eine starke Preissetzungsmacht. Langfristige On-site-Verträge sowie Merchant-Gas-Verträge ermöglichen Preissteigerungen, auch wenn Volumen sinkt. Die Top-Picks bleiben Linde, gefolgt von Air Liquide und Air Products; Arkema und BASF gelten als größere Abwärtsrisiken.

Analysten-Einordnung: Die Analysten sehen Industriegase als robuster in volatilen Zeiten aufgrund der Preissetzungsmacht und der Fähigkeit, Inflation als Treiber für Preise zu nutzen. Linde, Air Liquide und Air Products werden als bevorzugte Investments genannt; Syensqo könnte bei geringen Energiepreis-Schocks Verluste begrenzt halten, während Arkema und BASF stärker unter Druck geraten könnten. Diese Einordnung unterstreicht die Bedeutung von Diversifikation innerhalb des Chemicals-Sektors.

Fazit & Ausblick

Ausblick: Die Industriegase-Sparte könnte sich in der aktuellen Gemengelage als Stütze des Portfolios erweisen, während BASF und Arkema stärker von steigenden Energie- und Vorproduk­tenkosten belastet werden könnten. Die nächsten Earnings der genannten Unternehmen stehen bevor und werden Aufschluss darüber geben, wie robust das Pricing-Modell in der Praxis wirkt. Anleger sollten die Energiepreisentwicklung sowie die Dauer des Nahost-Konflikts eng beobachten.

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