Bericht: Elliott steigt bei Deutscher Telekom ein – was AT&T-Anleger wissen müssen
Kurzüberblick
- Berichten zufolge hat der aktivistische Investor Elliott einen beträchtlichen Anteil an der Deutschen Telekom aufgebaut.
- Elliott soll eine mögliche Fusion der Deutschen Telekom mit T-Mobile US verhindern und stattdessen höhere Aktienrückkäufe fordern.
- Die Deutsche Telekom hält gut 54 Prozent an T-Mobile US, deren Beteiligung derzeit rund zwei Drittel des Telekom-Börsenwerts ausmacht.
- Elliott war bereits 2018 und 2019 bei AT&T engagiert; eine neue Transaktion mit AT&T wird nicht berichtet.
Marktanalyse & Details
Elliott erhöht den Druck auf die Deutsche Telekom
Die Aktien der Deutschen Telekom reagierten am Donnerstag mit einem Plus von knapp zwei Prozent auf die Spekulation über den Einstieg von Elliott. Der aktivistische Investor soll die Bonner dazu drängen, eine mögliche Zusammenlegung mit der US-Mobilfunktochter T-Mobile US nicht weiterzuverfolgen. Stattdessen könnte eine deutlich höhere Ausschüttung an die Aktionäre, insbesondere über Aktienrückkäufe, im Mittelpunkt stehen.
Die Deutsche Telekom hält gut 54 Prozent an T-Mobile US. Das Paket ist umgerechnet mehr als 90 Milliarden Euro wert und entspricht damit derzeit rund zwei Dritteln des Börsenwerts der Muttergesellschaft von etwa 140 Milliarden Euro. Im März 2025 lag dieser Anteil an der Bewertung noch bei rund 80 Prozent.
Bewertungsdruck bei T-Mobile US als Auslöser
Die T-Mobile-US-Aktie hat seit ihrem Rekordhoch von mehr als 276 US-Dollar Anfang März 2025 rund ein Drittel verloren. Als Belastungsfaktoren gelten der zunehmende Wettbewerb durch Satellitenanbieter, mögliche Preis- und Wettbewerbsrisiken im Mobilfunk, Schwächen im Glasfasergeschäft sowie anstehende Frequenzauktionen.
Damit ist die Beteiligung für die Deutsche Telekom zwar strategisch wichtig, zugleich macht die hohe Abhängigkeit von der US-Tochter die Konzernbewertung anfällig für Kursrückgänge bei T-Mobile US. Eine Fusion könnte diese Struktur verändern, wäre nach Einschätzung von Marktbeobachtern aber äußerst komplex und dürfte bei vielen Investoren auf Widerstand stoßen.
AT&T bleibt ein historischer Vergleichsfall
Für AT&T ist die aktuelle Meldung vor allem deshalb relevant, weil Elliott bereits 2018 und 2019 Anteile an dem US-Telekomkonzern aufgebaut hatte. Daraus ergibt sich jedoch keine neue Beteiligungsmeldung bei AT&T. Die Aktie notierte am 3. September 2026 um 13:03 Uhr in der Euro-Notierung bei 22,35 Euro. Im Tagesverlauf lag sie 0,31 Prozent im Minus, seit Jahresbeginn ergibt sich ein Plus von 6,25 Prozent.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Elliott im Telekomsektor bevorzugt dort ansetzt, wo eine hohe Beteiligung, eine aus seiner Sicht niedrige Bewertung und Spielraum bei der Kapitalallokation zusammentreffen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung bei AT&T zunächst keinen neuen operativen Impuls. Sie zeigt aber, dass Aktienrückkäufe, Portfoliomaßnahmen und die Verwendung von Beteiligungserlösen zu möglichen Ansatzpunkten für aktivistische Investoren werden können. Entscheidend wäre bei AT&T daher eine konkrete neue Meldung zu einer Beteiligung oder zu strategischen Forderungen – beides liegt hier nicht vor.
Eine Beteiligung von drei Prozent an der Deutschen Telekom wäre in Deutschland meldepflichtig. Das entspräche gut 145 Millionen Aktien mit einem Wert von rund 4,2 Milliarden Euro. Die genaue Größe des gemeldeten Elliott-Anteils ist bislang nicht bekannt.
Fazit & Ausblick
Im Mittelpunkt stehen nun eine mögliche Stellungnahme des Telekom-Managements und die Frage, ob die Fusionsüberlegungen zu T-Mobile US formal bestätigt oder ausgeschlossen werden. Für AT&T-Anleger bleibt der Vorgang vorerst ein historischer Vergleichsfall. Erst eine neue Beteiligungsanzeige oder konkrete Forderungen von Elliott würden daraus einen direkten Kurstreiber für AT&T machen.
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