Befesa übertrifft Q2-Erwartungen: Bereinigtes EBITDA +17% auf 66 Mio. € – Jahresprognose bestätigt

Befesa S.A.

Kurzüberblick

Der SDax-Konzern Befesa hat am 29. Juli 2026 mit starken Quartals- und Halbjahreszahlen überzeugt: Im zweiten Quartal stieg das bereinigte EBITDA um 17% auf 66 Mio. EUR. Gleichzeitig legte der Nettogewinn um 13,5% auf 24,3 Mio. EUR zu. Befesa bekräftigte zudem die Prognosespanne für das Gesamtjahr.

Die Aktie handelt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei rund 34,35 EUR, nach +0,59% am Tag und +16,6% im laufenden Jahr. Treiber waren vor allem höhere Volumina beim EAF-Stahlstaubgeschäft (insbesondere in den USA) sowie ein vorteilhaftes Preisumfeld bei Zink.

Marktanalyse & Details

Q2- und H1-Ergebnisse im Überblick

  • Umsatz Q2: 304,3 Mio. EUR (+3,8%)
  • Bereinigtes EBITDA Q2: 66,0 Mio. EUR (+17,3%)
  • Nettogewinn Q2: 24,3 Mio. EUR (+13,5%)
  • H1 bereinigtes EBITDA: 124,0 Mio. EUR (+11% yoy)
  • H1 Nettogewinn: 45,0 Mio. EUR (+12% yoy)

Warum die Zahlen besser ausfielen

Operativ fiel vor allem der Fortschritt beim Kerngeschäft mit EAF-Stahlstaub ins Gewicht: Das Volumen wuchs im Jahresvergleich um 7% auf 588 kt, die Auslastung stieg auf 67%. Das Stahlstaub-Segment erzielte ein bereinigtes EBITDA von 104 Mio. EUR (+8%).

Im Aluminiumsegment zeigten sich zwar leicht rückläufige Mengen (SPL und recycelte Salzschlacken), dennoch verbesserte sich das Ergebnis: Das EBITDA des Aluminium-Segments lag bei 20 Mio. EUR (+9%) – gestützt durch höhere Preise und niedrigere Betriebskosten. Zudem erhielt das Management Rückenwind durch eine wieder anziehende Dynamik im Bereich sekundäres Aluminium, nachdem zuvor die Metallmargen unter Druck standen.

Preissetzung & Risikoabsicherung bei Zink

Ein wichtiger Bestandteil der Ergebnisstabilität ist die Preisabsicherung: Befesa nennt im H1 einen durchschnittlichen Zink-Mischpreis von 2.655 EUR/t und verlängerte sein Zink-Preishedging-Programm bis in den Zeitraum H2 2028 – auf einem Niveau von 3.100 USD/t. Für Anleger bedeutet das vor allem: Ertragsplanung wird weniger stark von kurzfristigen Marktpreissprüngen überrollt.

Bilanz & Kapitaldisziplin: Verschuldung weiter reduziert

Neben der operativen Entwicklung setzt Befesa auch beim finanziellen Rahmen auf Stabilität. Der Netto-Verschuldungsgrad sank auf 2,18x (nach 2,70x im Vorjahr) – laut Unternehmen bereits im neunten Quartal in Folge. Die Liquidität blieb hoch: 134 Mio. EUR Cash zum Ende des ersten Halbjahres.

Für 2026 plant Befesa zudem eine Investitionsphase mit niedrigerer Capex-Quote: Insgesamt rund 70 Mio. EUR (davon etwa 45 Mio. EUR für Wartung und 25 Mio. EUR für das Bernburg-Expansionsprojekt).

Analysten-Einordnung: Was die Bestätigung der Guidance für die Bewertung bedeutet

Dies deutet darauf hin, dass Befesa nicht nur kurzfristig von einem besseren Marktumfeld profitiert, sondern das operative Hebelspiel aus Volumenwachstum, Kostenkontrolle und Preis-/Hedging-Mechanik zunehmend robuster greift. Die bekräftigte Jahresprognose für das bereinigte EBITDA von 250 bis 270 Mio. EUR signalisiert, dass das Management die zweite Jahreshälfte planbar sieht – trotz des Risikos durch Wechselkurseffekte (EUR/USD) und die zyklische Entwicklung in Teilen des Aluminiummarkts. Für Anleger ist entscheidend, dass gleichzeitig die Verschuldung weiter sinkt: Das verbessert den finanziellen Spielraum und reduziert das Risiko, dass Ergebnisstärke unmittelbar in eine finanzielle Belastung kippt.

Ausblick: Welche Faktoren Anleger jetzt im Blick behalten sollten

Befesa erwartet für 2026 ein bereinigtes EBITDA von 250 bis 270 Mio. EUR (Wachstum von +3% bis +11% yoy). Die stärkere Ertragsdynamik soll im weiteren Jahresverlauf vor allem getragen werden durch:

  • höhere US-EAF-Stahlstaubvolumen dank neuer Stahlwerksverträge,
  • eine schrittweise Erholung im sekundären Aluminium nach dem Tiefpunkt der Margen,
  • anhaltende Effizienzgewinne bei den Betriebskosten.

Fazit & Ausblick

Mit dem Sprung beim bereinigten EBITDA im Q2 und der bekräftigten Jahresguidance liefert Befesa ein klares Signal: Die Kombination aus operativer Stärke, Preisabsicherung und sinkendem Leverage stützt die Planung für 2026. Der nächste Prüfstein dürfte sein, ob die im zweiten Quartal sichtbare Dynamik bei Volumen und Margen auch im Jahresverlauf bestätigt wird.

Am 29. Juli 2026 steht zudem ein Webcast zu den H1-Ergebnissen an. Parallel bleibt die Bernburg-Expansion (Fertigstellung im 2. Halbjahr 2026) ein zentraler operativer Meilenstein für das Wachstum im Aluminiumlegierungsbereich.

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