Bayer verkauft Stivarga an Grünenthal für bis zu 375 Millionen Euro

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Bayer veräußert das Krebsmedikament Stivarga an Grünenthal für bis zu 375 Millionen Euro.
  2. Der Abschluss der Transaktion ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 vorgesehen.
  3. Stivarga erzielte 2025 noch 338 Millionen Euro Umsatz, im ersten Halbjahr 2026 waren es 148 Millionen Euro.
  4. Der Exklusivitätsschutz soll 2029 in der EU und 2030 in den USA auslaufen.

Marktanalyse & Details

Verkauf vor dem Patentablauf

Bayer verkauft Stivarga, ein oral einzunehmendes Medikament zur Behandlung bestimmter fortgeschrittener Krebserkrankungen, an Grünenthal. Der Kaufpreis beträgt bis zu 375 Millionen Euro. Grünenthal rechnet für 2027 mit einem Beitrag von bis zu rund 100 Millionen Euro zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

  • Geplanter Abschluss: Ende 2026 oder Anfang 2027
  • Umsatz 2025: 338 Millionen Euro, mehr als ein Viertel weniger als 2024
  • Umsatz im ersten Halbjahr 2026: 148 Millionen Euro
  • Erwarteter Ablauf des Exklusivitätsschutzes: 2029 in der EU und 2030 in den USA

Die rückläufigen Erlöse zeigen, dass Bayer Stivarga vor einem absehbaren Verlust der Exklusivität monetarisiert. Angaben zum Gewinn des Medikaments machte Bayer nicht. Deshalb lässt sich der Kaufpreis nicht direkt als Gewinn- oder Liquiditätsbeitrag für den Konzern interpretieren.

Einordnung für Bayer und die Aktie

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Bayer den Wert eines reiferen Pharmaprodukts vor dem erwarteten Patentablauf realisieren und die künftige Umsatz- und Margenerosion nicht allein tragen will. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung kurzfristig vor allem eine Portfolio-Bereinigung, aber noch keinen Beleg für eine nachhaltige operative Trendwende. Entscheidend wird sein, wie hoch der tatsächlich zufließende Betrag ausfällt und wofür Bayer die Mittel verwendet. Eine konkrete Entschuldungswirkung ist bislang nicht bekannt.

Der Verkauf erfolgt vor dem Hintergrund einer hohen Verschuldung, die Bayer unter anderem wegen der US-Glyphosatklagewelle belastet. Im Sommer hatte der Konzern zudem eine Vereinbarung mit Apollo für das Geschäft mit reversiblen Langzeit-Verhütungsmitteln angekündigt. Bayer bringt dieses Geschäft in eine neue Gesellschaft ein und soll dadurch drei Milliarden Euro Eigenkapital sichern.

Die vorliegenden Marktdaten zeigen die Bayer-Aktie am 21. September 2026 bei 48,94 Euro und damit unverändert zum Vortag. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei 32,41 Prozent. Eine unmittelbare Kursreaktion auf den Stivarga-Verkauf ist in diesen Daten nicht erkennbar.

Aktionärsstruktur

Amundi überschritt am 14. September die Schwelle von drei Prozent und hielt zuletzt 3,04 Prozent der Stimmrechte an Bayer. Dies entspricht 29.873.658 Stimmrechten; auf Instrumente entfielen 0,00 Prozent.

Fazit & Ausblick

Der Vollzug des Stivarga-Verkaufs bleibt der nächste wichtige Termin und wird für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet. Anleger sollten anschließend auf den tatsächlich vereinnahmten Kaufpreis, die Auswirkungen auf die Pharmaerlöse und die Verwendung der Mittel achten. Der Deal kann Bayer finanziell beweglicher machen, ersetzt aber weder eine Lösung der Glyphosatrisiken noch den Nachweis eines nachhaltig stärkeren Wachstums.

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