Bayer verkauft Krebsmedikament Stivarga an Grünenthal für bis zu 375 Millionen Euro

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Bayer verkauft das Krebsmedikament Stivarga für bis zu 375 Millionen Euro an Grünenthal.
  2. Der Abschluss der Transaktion ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 geplant.
  3. Stivarga erzielte 2025 noch 338 Millionen Euro Umsatz, steht aber vor dem Auslaufen des Patentschutzes ab 2029 in der EU.
  4. Amundi hält seit dem 14. September 2026 insgesamt 3,04 Prozent der Bayer-Stimmrechte.

Marktanalyse & Details

Verkauf vor dem Patentablauf

Bayer veräußert Stivarga an den Schmerz- und Spezialpharmakonzern Grünenthal. Der Kaufpreis kann bis zu 375 Millionen Euro erreichen. Der Vollzug soll Ende 2026 oder Anfang 2027 erfolgen.

Das oral einzunehmende Medikament wird zur Behandlung bestimmter fortgeschrittener Krebserkrankungen eingesetzt. Der Zeitpunkt des Verkaufs fällt in eine Phase sinkender Erlöse: Bayer erzielte mit Stivarga 2025 noch 338 Millionen Euro, rund ein Viertel weniger als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2026 kamen weitere 148 Millionen Euro hinzu.

  • Erwarteter EBITDA-Beitrag für Grünenthal 2027: bis zu rund 100 Millionen Euro
  • Voraussichtliches Ende des Exklusivitätsschutzes: 2029 in der Europäischen Union und 2030 in den USA
  • Angaben von Bayer zum Gewinnbeitrag des Medikaments liegen nicht vor

Einordnung für Bayer

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Bayer das Portfolio stärker auf strategisch wichtigere und längerfristig tragfähige Geschäfte ausrichten will, anstatt ein reifer werdendes Produkt bis zum Patentablauf selbst weiterzuführen. Der Verkauf monetarisiert Stivarga vor dem erwarteten Verlust der Exklusivität, wobei der Höchstbetrag von 375 Millionen Euro nicht mit einem vollständig gesicherten Kaufpreis gleichzusetzen ist.

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung potenziell zusätzliche finanzielle Flexibilität, sie ersetzt jedoch keine nachhaltige Verbesserung der operativen Ertragskraft. Entscheidend sind deshalb die konkreten Zahlungsbedingungen, der Zeitpunkt des Mittelzuflusses und die Verwendung der Erlöse. Bayer steht weiterhin unter dem finanziellen Druck hoher Schulden im Zusammenhang mit den US-Glyphosatklagen. Im Sommer hatte der Konzern zudem eine Transaktion mit Apollo angekündigt, die Bayer rund drei Milliarden Euro Eigenkapital für das Geschäft mit reversiblen Langzeit-Verhütungsmitteln sichern soll.

Aktie und Pharmasektor

Die Bayer-Aktie notierte am 21. September 2026 bei 48,99 Euro. Gegenüber dem vorherigen Schlusskurs lag sie 2,36 Prozent im Plus; seit Jahresbeginn ergibt sich ein Anstieg von 32,55 Prozent. Diese Kursdaten zeigen eine positive Jahresentwicklung, erlauben allein aber keine eindeutige Zuordnung der Tagesbewegung zum Stivarga-Verkauf.

Parallel erhielt Roche in der EU die Zulassung für das Augenmittel Susvimo gegen feuchte altersabhängige Makuladegeneration. Das Implantat soll mit zwei Nachfüllungen pro Jahr auskommen und damit die bisher häufig monatlichen Injektionen reduzieren. Die Zulassung betrifft nicht dasselbe Therapiegebiet wie Stivarga, unterstreicht aber den anhaltenden Innovations- und Zulassungswettbewerb in der Pharmabranche.

Aktionärsstruktur

Amundi überschritt am 14. September 2026 die Schwelle von drei Prozent und hält nun 3,04 Prozent der Bayer-Stimmrechte. Dies entspricht 29.873.658 zugerechneten Stimmrechten; auf Instrumente entfielen 0,00 Prozent.

Fazit & Ausblick

Der Stivarga-Verkauf verschafft Bayer einen möglichen Mittelzufluss und reduziert die Verantwortung für ein Medikament mit absehbarem Patentablauf. Bis zum Vollzug müssen Anleger jedoch den tatsächlichen Kaufpreis und die Vertragsbedingungen abwarten. Im Mittelpunkt der nächsten Berichte stehen daher der Abschluss der Transaktion, die Entwicklung der Verschuldung sowie Fortschritte bei der Stabilisierung des Pharma- und Agrargeschäfts.

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