ASML-Aktie: UBS erhöht Kursziel auf 2.350 Euro und bestätigt Buy

ASML Holding N.V. AI Generated

Kurzüberblick

  • UBS erhöht das Kursziel für ASML von 2.250 auf 2.350 Euro und bestätigt die Kaufempfehlung.
  • Die Bank erwartet bis 2030 ein Ergebnis je Aktie von 85 Euro und liegt damit deutlich über dem Konsens von 70 Euro.
  • Preiserhöhungen bei EUV- und Immersionssystemen könnten laut UBS die Margen bis 2028 in Richtung 60 Prozent treiben.
  • Frankreich und die Niederlande wollen Europas Technologie- und Halbleiterökosystem stärken und besuchten dafür auch ASML in Eindhoven.

Marktanalyse & Details

UBS sieht ASML vor einem Gewinnsprung

UBS bekräftigt die Kaufempfehlung für ASML und hebt das Kursziel von 2.250 auf 2.350 Euro an. Beim Kurs von 1.438,40 Euro am 2. September 2026 um 15:10 Uhr entspricht das einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von rund 63 Prozent. Die Aktie lag zu diesem Zeitpunkt im Tagesvergleich 0,57 Prozent höher und verzeichnete seit Jahresbeginn ein Plus von 56,01 Prozent.

Die optimistische Einschätzung stützt sich vor allem auf eine höhere Ertragskraft des Lithografie-Spezialisten. UBS liegt mit den Gewinnschätzungen für 2027 rund 7 Prozent und für 2028 rund 20 Prozent über dem jeweiligen Konsens. Für 2030 prognostiziert die Bank ein Ergebnis je Aktie von 85 Euro, während der Marktkonsens bei 70 Euro liegt. Daraus leitet UBS ein jährliches Gewinnwachstum von 31 Prozent abgehend von 2025 ab.

Preissetzung wird zum nächsten Ergebnistreiber

Nach Einschätzung von UBS unterschätzt der Markt, wie stark ASML seine Preise anheben kann. EUV- und Immersionssysteme sollen zusammen rund 80 bis 85 Prozent des für 2026 erwarteten Umsatzes ausmachen. Bei EUV-Anlagen könnte die Preisentwicklung den Prognosen für 2028 einen zusätzlichen Schub von 5 bis 10 Prozent geben; bei Immersionssystemen sieht UBS weiteres Potenzial von 10 bis 15 Prozent.

  • Die Bruttomarge könnte dadurch bereits 2028 nahe an 60 Prozent heranreichen.
  • Der Anteil des Speichergeschäfts an den Produktumsätzen wird für 2026 auf etwa 45 Prozent geschätzt.
  • Investitionen in High-Bandwidth-Memory und eine steigende Zahl von EUV-Schichten sprechen für eine höhere Lithografieintensität.
  • Als mögliche Kurstreiber gelten stärkere Aussagen zum Wachstum 2027 und ein Auftragsbestand von perspektivisch 55 bis 60 Milliarden Euro.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die positive ASML-These nicht allein auf einer steigenden Chipnachfrage beruht. Entscheidend ist vielmehr die Kombination aus mehr Lithografieeinsatz, einem günstigeren Produktmix und höherer Preissetzungsmacht. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass ASML trotz der bereits starken Jahresperformance weiteres Potenzial besitzt, die Bewertung aber zunehmend von der Umsetzung dieser Margen- und Gewinnziele abhängt. Risiken bleiben unter anderem Exportbeschränkungen, eine schwächere Nachfrage aus China, Kapazitätsengpässe und mögliche Verzögerungen bei High-NA-Systemen.

Zusätzliche Unterstützung durch BofA

Auch die Bank of America bestätigt ihre Kaufempfehlung und sieht ein Kursziel von 2.452 Euro. Sie verweist auf ein erwartetes Umsatzwachstum von 27 Prozent pro Jahr sowie ein Gewinnwachstum von 39 Prozent und begründet die Perspektive ebenfalls mit einem wachstumsstarken Produktmix, steigenden Softwareanteilen und künftigen Preisvorteilen. Damit liegt auch diese Einschätzung deutlich über dem aktuellen Kursniveau.

Europa stärkt die strategische Rolle von ASML

Der Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und des niederländischen Regierungschefs Rob Jetten im Technologiezentrum Brainport und bei ASML unterstreicht die politische Bedeutung des Unternehmens. Frankreich und die Niederlande wollen bei künstlicher Intelligenz, Quantentechnologie und Elektronik enger zusammenarbeiten sowie europäische Produktionsketten und Talente besser vernetzen.

ASML hatte im vergangenen Jahr rund 1,3 Milliarden Euro in das französische KI-Start-up Mistral AI investiert und wurde dadurch dessen größter Anteilseigner. Kurzfristig verändert der politische Besuch weder Auftragseingang noch Gewinnprognose. Langfristig kann eine engere europäische Vernetzung jedoch ASMLs Stellung als strategischer Schlüsselkonzern stärken und den Zugang zu Forschung, Kunden und Technologiepartnern verbessern.

Fazit & Ausblick

Der nächste wichtige operative Prüfstein sind die für Oktober erwarteten Ergebnisse und der Ausblick auf 2027. Anleger sollten dabei besonders auf Auftragseingang, Aussagen zur Preisgestaltung, die Entwicklung des Speichersegments und die Bruttomarge achten. Bestätigt ASML den erwarteten Nachfrage- und Margenanstieg, könnten die erhöhten Kursziele weitere Unterstützung erhalten; Enttäuschungen bei Bestellungen oder Exportauflagen würden die hochgesteckten Erwartungen dagegen schnell belasten.

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