Arm-Aktie legt zu trotz ausbleibendem OpenAI-IPO: SoftBank-CDS auf 3-Jahreshoch
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Ein OpenAI-Börsengang in diesem Jahr ist nicht absehbar und könnte SoftBanks geplantes Zeitfenster für einen Teilverkauf erneut verschieben.
- Die fünfjährigen Credit-Default-Swaps von SoftBank erreichten den höchsten Stand seit drei Jahren und signalisieren eine gestiegene Wahrnehmung des Kreditrisikos.
- Die Arm-Aktie notiert am 16. September 2026 bei 212,50 Euro und liegt im Tagesverlauf 1,67 Prozent sowie seit Jahresbeginn 126,55 Prozent im Plus.
- Analyst David O’Connor startete die Bewertung von Arm mit „Overweight“ und einem Kursziel von 320 US-Dollar wegen erwarteter Fortschritte bei Server-CPU-Designgewinnen.
Marktanalyse & Details
Verzögerter OpenAI-IPO erhöht den Druck auf SoftBanks Liquiditätsplanung
Ein Börsengang von OpenAI ist in diesem Jahr offenbar nicht in Sicht. Damit könnte sich auch die Möglichkeit für SoftBank verschieben, über einen Teilverkauf oder eine vergleichbare Transaktion Liquidität zu schaffen. Für Arm-Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil SoftBank als strategischer Eigentümer eng mit der Finanzierung und der langfristigen Beteiligungsstruktur des Chipdesigners verbunden ist.
Parallel dazu stiegen die Kosten für die Absicherung gegen einen Zahlungsausfall von SoftBank. Das Fünfjahres-CDS erreichte den höchsten Stand seit drei Jahren. Ein CDS-Hoch ist kein Beleg für eine unmittelbar bevorstehende Zahlungskrise, zeigt aber, dass Marktteilnehmer höhere Risiken für die Finanzierungs- und Verschuldungssituation einpreisen.
Arm profitiert weiterhin von der Server- und KI-Chip-Story
Die operative Investmentthese für Arm bleibt von der verzögerten OpenAI-Transaktion getrennt. In einer aktuellen Analystenstudie wurde die zunehmende Verbreitung eigener, Arm-basierter Serverprozessoren bei großen Cloud-Anbietern als wichtiger Wachstumstreiber hervorgehoben.
- Arm arbeitet mit den SoftBank-Unternehmen Graphcore und Ampere an einem Chipdesign mit GPU-ähnlicher Ausrichtung.
- Zusätzlich entwickelt Arm einen kundenspezifischen CPU-Chip für Meta.
- Für die Bewertung entscheidend bleibt, ob aus diesen Designgewinnen tatsächlich steigende Lizenz-, Royalty- und Absatzumsätze entstehen.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt derzeit zwei Entwicklungen gegeneinander abwägt: eine starke langfristige Wachstumsstory im Bereich Rechenzentren und KI auf der einen Seite sowie höhere Finanzierungs- und Beteiligungsrisiken rund um SoftBank auf der anderen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die positive Arm-Dynamik nicht automatisch vor einer Neubewertung schützt, falls SoftBank künftig stärker auf Verkäufe oder andere Liquiditätsmaßnahmen angewiesen sein sollte.
Kursentwicklung und Bewertungssensitivität
Die Arm-Aktie stieg am 16. September 2026 auf 212,50 Euro. Mit einem Plus von 126,55 Prozent seit Jahresbeginn hat der Markt bereits erhebliche Erwartungen an das Wachstum im Server- und KI-Geschäft eingepreist. Das Kursziel von 320 US-Dollar aus der jüngsten Analystenbewertung ist daher vor allem als Ausdruck einer positiven langfristigen Wachstumsannahme zu verstehen; ein direkter Vergleich mit dem Euro-Kurs ist wegen der unterschiedlichen Währungen nicht möglich.
Fazit & Ausblick
Kurzfristig dürfte der Markt auf neue Hinweise zur Liquiditätsplanung von SoftBank und auf die weitere Entwicklung eines möglichen OpenAI-IPOs achten. Für Arm bleiben konkrete Server-CPU-Designgewinne, die Monetarisierung der Meta-Zusammenarbeit und die Nachfrage der Hyperscaler die wichtigeren operativen Prüfsteine. Hohe Kursgewinne seit Jahresbeginn erhöhen zugleich die Anfälligkeit der Aktie für Enttäuschungen bei Wachstum oder Bewertung.
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