Ares Management: Geteilte Kredite erhöhen Risiko trotz Erholung bei Private Credit
Kurzüberblick
- Die Überschneidung von Kreditportfolios bei BDCs ist seit 2010 von rund 10 auf mehr als 55 Prozent gestiegen.
- Bei den untersuchten Ares-Fonds liegt der Anteil gemeinsamer Kreditnehmer mit anderen Fonds bei etwa 60 Prozent.
- Problemkredite überschneiden sich zunehmend, wodurch Ausfälle mehrere Kreditgeber gleichzeitig treffen könnten.
- Die Ares-Management-Aktie legte in zwei Monaten um 34 Prozent zu, bleibt seit Jahresbeginn aber 14,7 Prozent im Minus.
Marktanalyse & Details
Private Credit erholt sich – die Risikostruktur bleibt angespannt
Aktien aus dem Private-Credit-Sektor haben sich in den vergangenen Monaten deutlich von ihren Tiefständen erholt. Die Erholung verdeckt jedoch ein strukturelles Risiko: Viele Business Development Companies (BDCs) halten Kredite an dieselben Unternehmen. Dadurch können vermeintlich breit gestreute Portfolios bei Problemen stärker miteinander verbunden sein als bisher angenommen.
Der Anteil solcher Überschneidungen ist laut einer aktuellen Analystenanalyse von rund 10 Prozent des durchschnittlichen BDC-Portfolios im Jahr 2010 auf inzwischen mehr als 55 Prozent gestiegen. Ein wesentlicher Grund ist die Finanzierung größerer Übernahmen durch Private-Equity-Gesellschaften. Da einzelne Kreditfonds häufig nur einen Teil eines umfangreichen Darlehens übernehmen, tauchen dieselben Kreditnehmer in mehreren Portfolios auf.
Ares-Fonds mit rund 60 Prozent Überschneidung
Bei den untersuchten Fonds von Ares Management liegt die Überschneidung der Kreditnehmer mit anderen Fonds bei etwa 60 Prozent. Damit bewegt sich Ares unter dem Niveau des Morgan Stanley Direct Lending Fund mit 85 Prozent und unter den rund 70 Prozent bei Blue Owl. Die Überschneidung zwischen Blackstone- und Morgan-Stanley-Portfolios beträgt 36 Prozent.
Gemeinsam gehaltene Kredite sind nicht automatisch ein Nachteil. Kleinere Beteiligungen an größeren Darlehen können die Streuung innerhalb eines einzelnen Fonds verbessern. Zudem erhalten Anleger einen Vergleichsmaßstab, wenn mehrere Kreditgeber denselben Vermögenswert bewerten. Das wird insbesondere dann relevant, wenn nicht börsengehandelte Kredite schwer zu bewerten sind.
Problemkredite als entscheidender Belastungstest
Entscheidend ist daher nicht nur die Überschneidung aller Kreditnehmer, sondern die gemeinsame Belastung durch sogenannte Non-Accrual Loans. Dabei handelt es sich um Kredite, bei denen die vereinbarten Zahlungen ausbleiben. Die Überschneidung solcher Problemkredite ist laut der Analyse noch stärker gestiegen als die allgemeine Portfolioüberschneidung.
- Steigende Überschneidungen können die tatsächliche Diversifikation mehrerer BDC-Investments verringern.
- Ein Ausfall bei einem großen Kreditnehmer könnte mehrere Fonds und Manager gleichzeitig belasten.
- Für Anleger werden Kreditqualität, Bewertungen und Ausfallquoten wichtiger als die reine Zahl der Portfoliopositionen.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die Risikostreuung im Private Credit nicht allein anhand der Zahl gehaltener Kredite beurteilt werden sollte. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Kombination mehrerer BDCs möglicherweise weniger zusätzlichen Diversifikationsschutz bietet als früher. Bei Ares ist die Größenordnung von rund 60 Prozent zwar kein Spitzenwert, sie zeigt aber, dass auch der Konzern einem branchenweiten Konzentrationsrisiko ausgesetzt ist.
Aktienkurs liefert ein gemischtes Signal
Die Aktie von Ares Management stieg in den vergangenen zwei Monaten um 34 Prozent und übertraf damit den S&P 500, der im selben Zeitraum weniger als 4 Prozent zulegte. Zum 31. August 2026 notierte die Aktie an der Lang & Schwarz Exchange bei 122,25 Euro und verlor im Tagesverlauf 0,33 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt sie dennoch 14,7 Prozent zurück.
Die kräftige Erholung spricht für eine verbesserte Marktstimmung gegenüber Private-Credit-Managern. Der negative Jahresverlauf zeigt zugleich, dass Investoren die Risiken im Kreditportfolio weiterhin einpreisen. Kursgewinne allein sagen daher wenig darüber aus, ob sich die fundamentale Qualität der zugrunde liegenden Kredite verbessert hat.
Fazit & Ausblick
Für Ares Management bleibt die Entwicklung der Non-Accrual-Kredite der wichtigste Prüfstein. Anleger sollten bei den kommenden Berichten besonders auf Ausfalltrends, Bewertungsanpassungen und die Konzentration auf gemeinsame Kreditnehmer achten. Eine anhaltende Kurserholung wäre belastbarer, wenn sie von stabiler Kreditqualität und nicht nur von einer verbesserten Risikobereitschaft an den Märkten getragen wird.
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